Energie

Kommentar zu K+S

Endlich klare Worte aus Kanada

Potash gibt den Kampf um K+S auf. Das liegt weniger am zähen Widerstand des Dax-Konzerns als an den widrigen Marktbedingungen. Trotzdem ist es gut, dass Potash sich auf seine eigenen Probleme konzentriert. Ein Kommentar.
Konkurrent Potash hat den Angriff auf den Dax-Konzern abgeblasen. Quelle: AFP
K+S-Bergwerk in Philippsthal

Konkurrent Potash hat den Angriff auf den Dax-Konzern abgeblasen.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDer kanadische Düngemittelkonzern Potash Corporation bläst offiziell die Übernahmepläne des Dax-Konzerns K+S ab. Ein Verdienst des klaren Widerstands des K+S-Managements? Sicher, das hatte entscheidenden Anteil. Aber aktuell sind es vor allem die Marktturbulenzen an den Börsen und eine nachlassende Nachfrage auf dem Kalimarkt, die Potash bewegen, seinen Übernahmevorschlag offiziell zurückzuziehen.

An der Sinnhaftigkeit eines Zusammenschlusses zweifelt Potash grundsätzlich nicht. Nur haben sich die Bedingungen für Potash noch einmal verschlechtert, eine Übernahme zum Erfolg zu machen.

Maike Telgheder ist Redakteurin in Ressort Unternehmen und Märkte. Quelle: Pablo Castagnola
Die Autorin

Maike Telgheder ist Redakteurin in Ressort Unternehmen und Märkte.

(Foto: Pablo Castagnola)

Das K+S Management hat den Preis von 41 Euro je Aktie stets als deutlich zu niedrig zurückgewiesen. Und auch wenn der Preis angesichts der Kursverluste bei K+S in den letzten Wochen einen satten Aufschlag geboten hätte: Um K+S in die Bücher zu schauen, hätte Potash eben doch nachlegen müssen, um das K+S-Management dafür zu gewinnen. Ohne Due Dilligence aber wollte Potash-Chef Jochen Tilk K+S nicht übernehmen, anders als manch anderer Manager im Potash-Vorstand, in dem Teile sogar eine feindliche Übernahme favorisiert hatten.

Einen Aufschlag auf die 41 Euro wiederum hätte Potash gegenüber den Investoren nicht vertreten können. Nicht angesichts der gesunkenen Börsenkurse und dem stotternden Kalimarkt. Deshalb ist es gut, dass Potash die Reißleine gezogen hat.

So macht der Konzern deutlich, dass man sich jetzt wieder auf das eigene Geschäft konzentriert. Denn dort läuft im Düngemittelbereich längst nicht alles rund, wie die jüngsten Quartalzahlen gezeigt haben. Der Börsenkurs von Potash hat seit dem Sommer weit mehr als ein Drittel an Wert verloren.

Gut also, dass Potash jetzt so ein klares Signal in die Märkte schickt. So viel Klarheit hätte man sich aber nicht erst bei der Absage sondern während des Annährungsprozesses gewünscht, in dem Informationen etwa über Gespräche mit Politikern scheibchenweise in den Markt sicherten.

Eine klare Kommunikationsstrategie hätte für Potash vielleicht auch eher Erfolge gebracht.

Diese Übernahmen scheiterten spektakulär
Bank of Scotland - National Westminster Bank 1999
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NatWest-Vorstandsvorsitzender Sir David Rowland (r.) im Jahr 1999: Die National Westminster Bank (NatWest), eine der größten britischen Banken, hat 1999 nach zweieinhalb Monaten den Kampf um ihre Unabhängigkeit verloren. Bieter waren die Royal Bank of Scotland und der Konkurrent Bank of Scotland. Die Bank of Scotland bot 41,74 Milliarden Dollar – zu wenig für die NatWest. Den Übernahmekampf hat die RBS gewonnen.

Quelle: Dealogic

France Telecom - TeliaSonera 2008
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France Telecom-Chef Stephane Richard auf einer Konferenz 2015: Vor sieben Jahren erhoffte sich France Telecom, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten TeliaSonera zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen. Doch beide Konzerne konnten sich auf kein passendes Angebot einigen. Die Franzosen wollten den Konkurrenten für 41,78 Milliarden Dollar kaufen.

Bell Atlantic - Airtouch 1999
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Bell-Atlantic-Chef (l., hier mit GTE-Chef Charles R. Lee) auf einer Pressekonferenz 1998: Um die amerikanische Telekommunikationsfirma AirTouch Communications war im Jahr 1999 offenbar ein Übernahmekampf entbrannt. Obwohl die geplante Übernahme des Telefonkonzerns GTE noch nicht perfekt war, wollte Bell Atlantic den Mobilfunkanbieter kaufen – für 44,05 Milliarden Dollar. Doch zur Übernahme kam es dann doch nicht. Als Grund nannte Bell Atlantic die anstehende Fusion von Airtouch mit dem britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone.

General Electric - Honeywell 2000
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General-Electric-Chef Jeffrey R. Immelt spricht vor Mitarbeitern im Jahr 2014: Zunächst schien der umfangreichsten Fusion der Welt im Jahr 2000 nichts im Weg zu stehen. General Electric hat die Bieterschlacht um Honeywell International gewonnen. Die Übernahme kostete General Electric (GE) 44,16 Milliarden Dollar. Doch die EU-Kommission hat die Übernahmeofferte des US-Mischkonzerns General Electric für den Technologieriesen Honeywell kurz darauf abgelehnt. Die Fusion würde für GE eine marktbeherrschende Stellung in der Luftfahrtindustrie schaffen oder verstärken, war die Begründung der Kommission damals.

Comcast - Time Warner Cable 2014
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Ein Fahrzeug von Comcast: Es sollte die Mega-Hochzeit im US-Fernsehmarkt werden. Comcast, der größte Kabelfernseh-Anbieter in den USA, wollte die Nummer zwei, Time Warner Cable, übernehmen. Mitte April 2015 ist der Deal (45,25 Milliarden Dollar) geplatzt. Wettbewerbshüter und Regierung senkten die Daumen. Sie fürchteten eine zu große Marktmacht des neuen Konzerns.

Microsoft - Yahoo 2008
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Microsoft-Chef Satya Nadella im Jahr 2014: Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese Microsoft 2008 sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internet-Konzern Yahoo zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Nachdem Microsoft das Angebot von 47,48 Milliarden Dollar zum zweiten Mal verbessert hatte, war Yahoo damit nicht zufrieden. Yahoo lehnte das Microsoft-Angebot ab und verlangte weit mehr als 50 Milliarden Dollar.

Comcast- Mediaone 1999
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Mediaone-Chef Charles M. Lillis (l.) und Comcast-Chef Brian Roberts bei einer Pressekonferenz im Jahr 1999: Es hätte wieder eine Elefantenhochzeit gegeben – eine rein US-amerikanische. Comcast hatte 48,65 Milliarden Dollar in Aktien für die Mediaone Group angeboten und damit den Kürzeren gezogen. Mediaone Group hat das Übernahmeangebot des größten US-Telefonkonzerns AT&T akzeptiert.

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