Energie

Kosten könnten steigen
EnBW mit Ausgleich für Reservekraftwerke

Der Energieriese EnBW bekommt einen Ausgleich für Kohlemeiler, die er für den Notfall bereithält. Derweil verstärkt das Unternehmen seine Aktivitäten bei der Offshore-Windparks in der Nordsee.
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KarlsruheDer bundesweit drittgrößte Stromversorger EnBW bekommt einen finanziellen Ausgleich für den Weiterbetrieb eines unrentablen Kraftwerks, um die Energiewende abzusichern. Das Karlsruher Unternehmen hat sich mit dem Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW auf den deutschlandweit ersten Vertrag für die Bereithaltung von Reservekraftwerken geeinigt. Zur Höhe der Erstattung wollte sich EnBW am Freitag nicht äußern. Der Konzern bewertete das Ergebnis der Verhandlungen aber als „in weiten Teilen zufriedenstellend“.

Die Kosten werden am Ende über erhöhte Netzentgelte auch auf die Verbraucher umgelegt. Wie hoch diese sind, ist noch unklar. Die Bundesnetzagentur wacht darüber, dass Stromkunden nicht unangemessen belastet werden. Klar sei, so ein Sprecher der Bundesnetzagentur auf Anfrage: „Das kostet was - und das tragen die Energiekunden.“ Die tatsächlichen Mehrkosten für den Verbraucher könnten nach Einschätzung eines Insiders am Ende jedoch kaum spürbar sein - auch weil Netzentgelte nur einen Teil des Strompreises ausmachten.

Die EnBW wollte eigentlich vier unrentable Kraftwerksblöcke in Marbach und Walheim (beide Kreis Ludwigsburg) stilllegen. Die Bundesnetzagentur hatte das untersagt, weil sonst die Versorgungssicherheit in Süddeutschland gefährdet sei. Die vier vor allem mit Kohle betriebenen Blöcke sollen eine Notstromreserve für kalte Winter oder für windstille und sonnenarme Zeiten sein, bis im Zuge der Energiewende neue Kapazitäten bereitstehen. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien mit ihrer stark schwankenden Einspeisung ist es insgesamt schwieriger geworden, die Netzstabilität zu halten.

Derweil baut EnBW die Windkraft aus: Der drittgrößte deutsche Stromkonzern hat das Offshore-Windpark-Projekt Albatros in der Nordsee erworben. Das von der Strabag und der Norderland/Etanax-Gruppe übernommene Projekt mit einer Genehmigung für 79 Windturbinen von fünf bis sieben Megawatt umfasst 39 Quadratkilometer. Zum Kaufpreis machte die EnBW am Freitag keine Angaben. Insgesamt haben die Karlsruher damit mehr als 1600 Megawatt genehmigte Offshore-Kapazität in der deutschen Nordsee. Den Windparks auf hoher See kommt nach Angaben von EnBW-Chef Frank Mastiaux eine wesentliche Rolle zu bei dem Ziel, „den Bereich der erneuerbaren Energien bis 2020 mehr als zu verdreifachen“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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