Energie

Kriselnder Stahlkocher
Salzgitter kann Talfahrt bremsen

Der angeschlagene Stahlkonzern Salzgitter stemmt sich zwar gegen den Abwärtstrend. Dennoch schreibt Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher im dritten Quartal weiter rote Zahlen. Diese Jahr ist keine Besserung in Sicht.
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DüsseldorfDie Krise auf Europas Stahlmärkten drückt den Branchenriesen Salzgitter immer tiefer in die Verlustzone. Zu allem Überfluss kam für den MDax-Konzern im dritten Quartal auch noch eine überraschend teure Hochofenreparatur hinzu. Mehr denn je stehe nun „mit Nachdruck“ die Umsetzung des angekündigten Sparprogramms im Fokus, wie das Management am Donnerstag zur Vorlage der jüngsten Quartalszahlen ankündigte. Mehr als 1500 Stellen sollen wegfallen.

Die Wortwahl zur Lage verdeutlich den aktuellen Druck, unter dem das Unternehmen steht. In der Vierteljahres-Bilanz ist von „anhaltend scharfem Preiswettbewerb“, „eklatantem Auftragsmangel“ oder „fortdauernd ungünstigen Rahmenbedingungen“ die Rede.

Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern musste im Sommerquartal unterm Strich ein Minus von 67 Millionen Euro verkraften - das entspricht nach 26 Millionen Euro Verlust im gleichen Vorjahresquartal einer Verschlechterung um 158 Prozent. Der Fehlbetrag wächst damit auf Jahressicht von 315,2 Millionen Euro auf 382,2 Millionen Euro an. Im Vorjahreszeitraum hatte sich der Verlust mit 48,2 Millionen Euro vergleichsweise noch in Grenzen gehalten. Das Minus verachtfachte sich damit nun.

Eine wesentliche Erklärung: 185 Millionen Euro schwere Abschreibungen auf die verlustreiche Tochter Peiner Träger GmbH (PTG), die Langstahl für die schwächelnde Bauindustrie herstellt. Gebucht wurde diese Belastung per Juni 2013. Zudem schrieb der Kupferhersteller Aurubis, an dem Salzgitter 25 Prozent hält, rote Zahlen: 46 Millionen Euro ist dieses Loch groß. Obendrein kamen unerwartet hohe Kosten für eine Hochofenreparatur bei der Salzgitter Flachstahl GmbH hinzu. Der Mehraufwand hier: 15 Millionen Euro.

Die deutsche Nummer zwei hinter ThyssenKrupp kämpft wie die gesamte Branche gegen eine schwere Strukturkrise. Ein Grund für die Verluste sind Überkapazitäten, die den Preiskampf befeuern. Schon bei normaler Nachfrage hält der europäische Branchenverband Eurofer rund ein Viertel der Produktionskapazität für zu viel des Guten.

Salzgitter will konzernweit mehr als 1500 Jobs streichen, das wäre etwa jede 16. Stelle. Allein in Peine soll die Belegschaft um ein Viertel auf etwa 800 Mitarbeiter schrumpfen. Die Weichen dafür sind gestellt, Details unklar. Das Sparprogramm „Salzgitter AG 2015“ soll gut 200 Millionen Euro freisetzen. Neben Jobabbau geht es vor allem um die „Weiterentwicklung technischer Prozesse und Initiativen“.

Der Konzern bestätigte indes den Ausblick für 2013, wonach bis zum Jahresende vor Steuern 400 Millionen Euro Verlust auflaufen sollen. Nach neun Monaten sind es schon 363 Millionen Euro - Einmaleffekte des Sparprogramms wie etwa Abfindungen noch nicht eingerechnet.

Der Neunmonatsumsatz ging merklich von gut 8 Milliarden Euro auf 7,25 Milliarden Euro zurück. Auch die Erlöse des dritten Quartals büßten gegenüber dem Vorjahr deutlich ein (2,23 Mrd Euro nach 2,6 Mrd Euro im dritten Quartal 2012). Die Stammbelegschaft sank binnen Jahresfrist um knapp 100 auf zuletzt 23 306 Mitarbeiter.

Die Zahlen vom Donnerstag trafen die Erwartungen der Börse. Die Salzgitter-Aktie notierte am Nachmittag nur leicht unter dem Startwert vom Morgen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ArcelorMittal hat nicht mehr indische Wurzeln wie jeder andere europäischer Konzern. Nur weil der Hauptaktionär aus Indien stammt macht dies noch ArcelorMittal immer nicht zu einer indischen Firma. Im Gegenteil. ArcelorMittal hat kein (bedeutendes) Werk in Indien und versucht seit Jahren vergeblich auf diesem Markt mit einer Produktionsstätte present zu sein. Allerdings steht ArcelorMittal mit diesen Schwierigkeiten nicht alleine da. Alle Stahlkocher, inklusive die indischen Firmen wie Tata Steel, haben Probleme in Indien neue Werke zu errichten.

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