Energie

K+S im Übernahmekampf
„Wir sind stark. Wir brauchen Potash nicht.“

Acht Milliarden Euro sind nicht genug: K+S-Chef Steiner lehnt das Übernahmeangebot von Potash rundweg ab. Die Kanadier wollen sich den deutschen Rivalen unbedingt einverleiben. Werden sie nocheinmal nachlegen?
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KasselDer Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat die Übernahmeavancen des kanadischen Rivalen Potash zurückgewiesen. „Wir sind gemeinsam mit dem Aufsichtsrat davon überzeugt, dass der vorgeschlagene Preis von 41 Euro je Aktie den fundamentalen Wert von K+S nicht angemessen reflektiert", sagte Vorstandschef Norbert Steiner am Donnerstag. „Dies gilt sowohl für unser Geschäft mit Kali- und Magnesiumprodukten als auch für unser Salzgeschäft.

Auch das neue Kali-Minenprojekt „Legacy" in Kanada, in das K+S bereits mehr als zwei Milliarden Euro investiert hat, sei darin vollkommen unberücksichtigt. Vorstand und Aufsichtsrat hätten daher entschieden, den Übernahmevorschlag von Potash abzulehnen: „Wir sind stark bei Kali und wir sind stark bei Salz. K+S braucht Potash nicht.“

Vor einer Woche hatte zunächst das Handelsblatt berichtet, dass sich Potash den kleineren Konkurrenten aus Deutschland einverleiben will. Der kanadische Düngemittelkonzern hatte betont, freundlich über eine Übernahme verhandeln zu wollen. K+S hatte sich zunächst nicht näher geäußert und nur erklärt, Reaktionsmöglichkeiten zu prüfen.

Steiner erklärte nun, die Transaktion sei nicht im Interesse von K+S. „Nach unserer Einschätzung will Potash eine Bewertungslücke ausnutzen, um K+S zu übernehmen und damit Kontrolle über Legacy zu erhalten.“ Potash habe nach Einschätzung von Vorstand und Aufsichtsrat kein nachhaltiges Interesse daran, die Düngemittel- und Salzaktivitäten in der jetzigen Form fortzuführen. Die Kanadier hätten zudem keine verbindlichen Zusagen zum Schutz der Interessen der weltweit mehr als 14.000 K+S-Beschäftigten gemacht.

K+S will Potash auch nicht in seine Bücher schauen lassen. „Wir haben den Vorschlag zurückgewiesen, deshalb macht es keinen Sinn, über eine Due Diligence zu sprechen“, sagte Finanzvorstand Burkhard Lohr in einer Telefonkonferenz mit Analysten. „Wir stehen im Wettbewerb mit Potash und werden unsere Bücher nicht für einen Konkurrenten öffnen.“

Vorstandschef Steiner sieht K+S gut aufgestellt. Der Konzern könne mit seinen Geschäftsbereichen „erhebliche Wertsteigerungen“ erzielen. Bis 2020 rechne er mit einem Anstieg des Betriebsgewinns (Ebitda) auf etwa 1,6 Milliarden Euro. 2014 lag dieser bei 895 Millionen Euro.

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