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K+S-Übernahme
„Es gibt keine Killerverteidigung“

Potash hat es auf den Konkurrenten K+S abgesehen und setzt den Hessen zu. Übernahmerechtler Hartmut Krause über die Möglichkeit einer feindlichen Übernahme, Abwehrstrategien und die Handlungsspielräume der Politik.

DüsseldorfKann der Dax-Konzern die Übernahme durch Potash abwehren? Hartmut Krause ist Partner der Anwaltskanzlei Allen & Overy und auf Übernahmen spezialisiert. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erläutert er die Chancen für K+S.

Herr Krause, Potash will K+S übernehmen. Im Zweifelsfall auch auf feindlichem Weg. Was könnte jetzt der nächste Schritt der Angreifer sein?
Ganz gleich ob feindlich oder freundlich – das Verfahren ist erst einmal gleich: Potash müsste ein Angebot öffentlich ankündigen und nach Freigabe durch die Finanzaufsicht eine Angebotsunterlage veröffentlichen.

Aber es kursiert doch schon ein Angebot: 41 Euro pro Aktie.
Es geht um ein verbindliches Angebot, das die Aktionäre annehmen können. Eine Angebotsunterlage muss viele Informationen enthalten und bestimmten formalen Voraussetzungen entsprechen. Da kommen schnell 40 Seiten und mehr zusammen.

Okay - wenn so ein Angebot vorliegt, dann alles gut geht - wieviel Zeit verstreicht, bis Potash zum Zuge kommen könnte?
Da gibt es zahlreiche Wenn‘s und Aber’s. Ein halbes Jahr vergeht sicher, bis ein erfolgreiches Angebot abgewickelt werden könnte. Potash muss ja nicht nur genügend Aktien angedient bekommen – Potash braucht auch die Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden.

Kann K+S eigentlich eine feindliche Übernahme verhindern?
Es liegt in den Händen der Aktionäre. Wenn sich viele Aktionäre entscheiden, ein Angebot anzunehmen, stehen die Chancen für K+S schlecht. Es gibt keine Killerverteidigung. Giftpillen, wie sie die Firmen in den USA kennen, sind hierzulande nicht möglich. Eine Kapitalerhöhung, die den Anteil des Angreifers massiv verwässern würde, lässt sich unter den aktienrechtlichen Beschränkungen beim genehmigten Kapital und beim Bezugsrechtsausschluss nicht verwirklichen.

Sehen Sie Indizien, dass Potash bereits K+S-Anteile heimlich gekauft hat?
Sie meinen, die schleichen sich an? Der Aufbau verdeckter Beteiligungen ist in Deutschland sehr erschwert worden. Wer mehr als drei Prozent der Aktien hält, muss das melden. Wenn mit Blick auf den Börsenhandel gemeldet wird, dass verschiedene Banken Pakete aufgebaut haben, ist das sicher noch nicht die ganze Story. An den Börsenhandel sind ja nur Banken angeschlossen; mehr kann man da nicht sehen. Dass die Banken auf eigene Rechnung handeln, ist unwahrscheinlich, weil viele Banken den Eigenhandel stark zurückgefahren haben. Die fraglichen Banken werden für ihre Kunden unterwegs sein – Potash vielleicht, oder vielleicht auch ein Finanzinvestor, der darauf setzt, bei einer Übernahme einen guten Schnitt zu machen.

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Die Politik kann kaum etwas erzwingen

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