Energie

K+S unter Druck
Russen treiben Dax-Konzern zur Verzweiflung

Aufregung um K+S: Der Dax-Konzern verlor Anfang August ein Drittel an Wert. Analysten stellen das K+S-Geschäftsmodell in Frage. Dahinter könnte das Kalkül eines Konkurrenten stecken. Der Chef beruhigt seine Mitarbeiter.
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DüsseldorfEs ist eine Woche, die K+S-Chef Norbert Steiner wohl am liebsten vergessen würde: Das, was er in jahrelanger Arbeit aufgebaut hat, scheint innerhalb weniger Tage zusammen zu brechen. Die Aktie stürzt um fast ein Drittel ab. Investoren nehmen Reißaus. Analysten stellen das Geschäftsmodell in Frage. Was steckt hinter dem plötzlichen Absturz? Wurde er etwa absichtlich herbeigeführt? Der Chef selbst weiß keine überzeugende Antwort. Klar ist nur: Ein Konkurrent hat dem Dax-Konzern einen schweren Schlag versetzt.

Anfang der Woche hatte sich Wladislaw Baumgertner, Chef von Uralkali, zu Wort gemeldet. Das Unternehmen aus Russland ist einer der Branchenführer im Kali-Bergbau. Baumgertner sagte einen Einbruch der Kalipreise auf 300 Dollar voraus. Den Preisverfall wolle er ausgleichen, indem er künftig mehr Masse auf den Markt wirft. Im gleichen Atemzug kündigte er eine Allianz zum gemeinsamen Vertrieb der Produkte auf. Bislang hatte sich die Branche bei den Preisen weitgehend abgestimmt. Damit war klar: Ein erbitterter Preiskampf steht bevor - und K+S wird es hart treffen.

Schon am Dienstag, als die Nachricht die Runde macht, brechen die Aktienkurse der Kaliproduzenten weltweit ein, am Tag darauf noch weiter. Der Börsenwert von K+S schrumpft in nur zwei Tagen von mehr als fünf Milliarden auf 3,4 Milliarden Euro. Erst am Donnerstag hat sich der Kurs gefangen, die Aktie lag zwei Prozent im Plus. Andere Firmen wie Potash Corp oder Intrepid Potash aus Nordamerika sind ebenfalls abgestürzt, wenn auch nicht ganz so tief. Auch die Aktie von Uralkali knickte ein.

K+S-Chef Steiner müht sich, die Lage zu beruhigen. Was er am Donnerstag in einem Brief an die Mitarbeiter schreibt, der Handelsblatt Online vorliegt, klingt, als könne die eigene Truppe dringend Aufmunterung gebrauchen: „Wir haben (...) des öfteren Phasen der Unsicherheit an den Kali-Märkten erlebt und gemeinsam gemeistert (...) – warum soll das jetzt anders sein?“ Eine Erklärung für den plötzlichen Absturz kann er nicht geben, vieles bleibt im Vagen. Zu den Preisprognosen des Konkurrenten könne er „aufgrund fehlender belastbarer Informationen“ nichts sagen, schreibt Steiner. Die positiven langfristigen Trends im Kalidüngemittelgeschäft hätten „weiterhin Bestand“.

Jahrelang liefen die Geschäfte für K+S fantastisch. Kali, das wichtigste Produkt der Firma, verkaufte sich blendend. Auf dem Weltmarkt klettert der Preis für das Düngemittel immer höher. Legendär ist eine Geschichte aus dem Jahr 2008. Ein Frachter, voll beladen mit Kali, schipperte um die halbe Welt, von Russland nach Brasilien. Die Ware an Bord wurde verkauft, noch bevor das Schiff den Hafen erreichte – für 1000 Dollar pro Tonne. Ein Rekord. Die Branche konnte ihr Glück kaum fassen. Für weniger als ein Zehntel des Verkaufspreises holte sie den Rohstoff aus dem Boden. Auch für K+S aus Kassel waren das goldene Zeiten.

Doch die sind vorbei. Die Nachfrage in wichtigen Märkten wie Indien ist deutlich zurückgegangen, die Kalipreise in Richtung 400 Dollar gesunken. In dieser ohnehin schon angespannten Lage sorgen die Aussagen von Uralkali für einen Schock.

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Wettbewerber aus dem Markt drängen

Kommentare zu " K+S unter Druck: Russen treiben Dax-Konzern zur Verzweiflung"

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  • @ Egon, Compo macht doch jetzt richtig Spaß ... nach der BASF/K+S Area. Hab sie vor 14 Tagen durchrecherchiert. Jetzt wird nicht mehr jede Produkt-, Produktions- und Vertriebschance kleingemacht und verpennt. Viel Erfolg dem neuen Management und den Eigentümern.
    Im Übrigen ist k+S bei weitem nicht so geschützt, wie dass viele vermuten. Die Dinger heißen Antidumpingklagen. Uralkali fährt keine Dumpingstrategie. Dämmerts? Zu den Fähigkeiten von k+S Produktionskosten nachhaltig zu senken hatte ich mich schon in einem vorherigen Beitrag geäußert.

  • Immer ruhig Blut,

    (...)

    Nachdenken Bitte:

    Einen Preiskampf und Preisverfall kann es wirklich nur geben, wenn es einen nachhaltigen Angebotsüberhang gibt.
    Abgebot und Nachfrage werden gut ausbalanciert bleiben, mit oder ohne BPC. Was machen denn 3 Mio t mehr Output von Uralkali aus bei einem jährlichen weltweiten Bedarf von 60Mio t - Verursacht das einen Preisrutsch von 400$ auf 300$ - lächerlich ( Alle Kunden die für 300$ kaufen wollen, sollen doch bitte schön im Ural anrufen / was meinen Sie wie schnell die wieder zurückkommen und froh sind wenn sie bei K+S für 400$ bedient werden )
    1.)Die Anzahl der Anbieter ist beschränkt.
    2.)Die Kalilagerstätten sind beschränkt.
    3.)Neu Lagerstätten können nur mit hohem Aufwand erschlossen werden.
    4.)Die Produktion kann "über Nacht" nicht wesentlich erhöht werden.
    5.)Die Preisfindung und Menge wird durch Einzelverträge zwischen Produzent und Kunde ausgehandelt
    6.)Es gibt keinen sinnvollen Ersatz für Kali ( synthetische Harnstoffe, die immer als billigen Ersatz genannt werden machen auf Dauer den Boden kaputt)

    K+S kann diesem Spielchen, das von verrückt gewordenen Zockern und der intrumentalisierten bezahlten Presse losgetreten wurde, ganz gelassen zusehen.

    Die K+S Bilanz ist stark und die Geschäftsaussichten glänzend.


    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Es ist ein Zock,mehr nicht.seit Monaten warne ich vor SDF,habe auch schon den IR prognostiziert dass es mit Legacy nichts wird,das war im September 12.Antwort von der geballten Intelligenz "...ohne Legacy steht ganz schnell die 2 vorne..." .....die 2?wir sind schon bei der 1.achja,jeden morgen sagte ich,vorbörslich die besten Kurse,denn die Hedge Fonds hauen seit einem Jahr drauf,den Beginn hat Merrill Lynch gemacht....aber wer nicht hören will fühlts am Geldbeutel.gestern um 16,999 rein,18,9 wieder raus,wenigstens mal eine Mehrrendite ggü dem DAX.und vor dem WE?we ll see,alles ein Preisfrage

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