Energie

Lafarge-Holcim

Megafusion in Zementbranche bald perfekt

Mehr als 80 Prozent der Lafarge-Aktionäre tauschen ihre Aktien in Holcim-Anteilsscheine – die Fusion der beiden Zementhersteller ist damit fast perfekt. Sie schafft einen Brancheführer mit rund 30 Milliarden Euro Umsatz.
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Der Fusion von Holcim-Lafarge steht nichts mehr im Wege. Quelle: AFP
Mega-Fusion der Zementhersteller

Der Fusion von Holcim-Lafarge steht nichts mehr im Wege.

(Foto: AFP)

ZürichDie Megafusion der beiden Zementkonzerne Holcim und Lafarge biegt nach mehr als einem Jahr auf die Zielgerade ein. Holcim wurden im Rahmen des Umtauschangebots 87,5 Prozent des Lafarge-Aktienkapitals und 81,5 Prozent der Stimmrechte angedient, wie das Schweizer Unternehmen am Mittwoch unter Berufung auf vorläufige Zahlen bekanntgab. Erforderlich war die Annahme durch mindestens zwei Drittel der Lafarge-Aktionäre. Holcim offerierte für zehn Lafarge-Titel neun eigene Anteilsscheine. Vollzogen werden soll die Fusion noch in diesem Monat.

Der letzte Schritt in dem 40 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss galt als Formsache, nachdem Holcims Eigentümer im Mai der lange Zeit in der Schwebe hängende Fusion zugestimmt hatten. Erst mit einer Preisanpassung zugunsten Holcims und der Entmachtung von Lafarge-Chef Bruno Lafont konnte sich Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle, der auch der starke Mann beim neuen Branchenriesen sein wird, die eigenen Aktionäre hinter sich scharen. Holcim ist gegenwärtig in besserer Verfassung als Lafarge.

Zusammen erwirtschaften Holcim und Lafarge mit etwa 115.000 Mitarbeitern rund 30 Milliarden Euro Umsatz - mehr als doppelt so viel wie der deutsche Konkurrent HeidelbergCement. Die Zustimmung der Kartellwächter zu dem Deal sicherten sich die beiden Unternehmen durch den Verkauf von Zementwerken und Anlagen im Wert von 6,5 Milliarden Euro an den irischen Rivalen CRH.

Die wichtigsten Zementhersteller der Welt
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In der Zementindustrie bahnt sich eine denkwürdige Fusion an: Die beiden Hersteller Lafarge und Holcim wollen sich zusammenschließen. Es soll eine Partnerschaft unter gleichen werden. Schon jetzt zählen die beiden Unternehmen zu den größten in der Zementindustrie: Nach Angaben von Statista haben sie im vergangenen Jahr den meisten Umsatz erzielt. Handelsblatt Online listet die Kennzahlen der beiden Firmen und die wichtigsten Konkurrenten des künftigen Großkonzerns nach Umsatz auf.

Cement bags are pictured at Switzerland's Holcim cement production plant in Siggenthal
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Holcim

Umsatz 2013: 16,1 Milliarden Euro

Der Schweizer Zementhersteller existiert bereits seit 1912. Heutzutage hat Holcim sein Geschäft in mehr als 70 Länder ausgeweitet. Als Kernbereiche gelten die Geschäfte mit Zement, Kies und Beton. Gemessen am Umsatz, ist Holcim derzeit der größte Zementproduzent der Welt. Die geplante Fusion sichert diesen Status weiter ab.

Lafarge Zement
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Lafarge Group

Umsatz 2013: 15,2 Milliarden Euro

Die französische Lafarge Gruppe erzielte im vergangenen Jahr nur etwas weniger Umsatz als ihr künftiger Partner. Das Unternehmen bezeichnet sich auf seiner Webseite als die Nummer eins im Zementgeschäft. Mehr als zwei Drittel des Portfolios der Gruppe bestehen demnach aus dem Handel mit dem Baustoff. Lafarge ist nach eigenen Angaben in 64 Ländern unterwegs. Die Fusion mit dem bisherigen Konkurrenten aus der Schweiz hat auch Auswirkungen auf den Namen: Künftig firmieren die beiden Branchenführer unter dem Namen LafargeHolcim.

huGO-BildID: 15874066 ARCHIV - Zementsaecke der Firma HeidelbergCement liegen am 7. August 2007 im Werk in Leimen bei Heidelberg. Der Baustoffherstel
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Heidelberg Cement

Umsatz 2013: 13,9 Milliarden Euro

Die Konkurrenz kann bei diesen Zahlen kaum mithalten. Der noch gefährlichste Rivale der beiden Konzerne kommt aus Heidelberg. Der Dax-Konzern mischt seit der Übernahme von Hanson 2007 im oberen Segment der Zementhersteller mit. Heidelberg Cement ist in 40 Ländern aktiv, in vielen davon nach eigener Aussage auch Marktführer. Das könnte sich mit der Fusion seiner ärgsten Konkurrenten ändern.

CEMEX OstZement GmbH Rüdersdorf
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Cemex

Umsatz 2013: 11,1 Milliarden Euro

Die Mexikaner produzieren bereits seit 1906 Zement und haben inzwischen mehr als 50 Produktionsstätten auf der ganzen Welt. Am meisten Zement verkauft Cemex in Mexiko, rund ein Drittel seiner Geschäfte macht der Konzern dort. Wichtig ist auch das US-Geschäft, das etwa ein Viertel des Umsatzes ausmacht. Der mexikanische Konzern wollte eigentlich Beteiligungen mit Holcim tauschen. Während Cemex die Holcim-Tochter Csesko kaufen wollte, wollte der Schweizer Konzern die Geschäftsteile der Mexikaner in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden übernehmen. Ob das Geschäft durch die anstehende Fusion gefährdet ist, ist bisher nicht bekannt. Allerdings hatten die Wettbewerbshüter ohnehin schon Bedenken angemeldet.

Zement
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Anhui Conch Cement

Umsatz 2013: 6,6 Milliarden Euro

Mit deutlichem Abstand im Ranking der wichtigsten Zementhändler der Welt folgt Anhui Conch Cement. Das chinesische Unternehmen existiert zwar erst seit 1997, hat sich in dieser Zeit aber schnell einen Namen gemacht. Experten gehen davon aus, dass die Fusion von Lafarge und Holcim auch als Schutz vor der aufstrebenden Konkurrenz aus China dienen soll.

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Italcementi

Umsatz 2013: 4,2 Milliarden Euro

Der italienische Konzern selbst bezeichnet sich als fünftgrößten Zementhersteller weltweit. Gerankt nach dem Umsatzzahlen von Statista, kommt er aber lediglich auf den sechsten Rang. Italcementi betreibt sein Geschäft in 22 Ländern auf vier Kontinenten. Der sei 1864 agierende Konzern ist bis heute im Besitz der Familie Pesenti. Derzeit führt Carlo Pesenti (Bild) die Geschicke des Unternehmens.

Von der Bekanntgabe der Fusion seiner beiden Konkurrenten konnte Italcementi übrigens profitieren: Die Aktien stiegen, weil Händler mit Preiserhöhungen in der Branche rechnen. LafargeHolcim muss zudem eventuell einige Geschäftsteile aufgeben, um die Zusammenarbeit von den Kartellbehörden genehmigt zu bekommen.

Mit dem Zusammenschluss wollen die Schweizer und Franzosen in dem von Überkapazitäten geplagten Markt nach einer jahrelangen Stagnation endlich mehr verdienen. Bis die beiden Firmen vollständig zusammengeführt und die angepeilten Synergien von 1,4 Milliarden Euro gehoben sind, dürfte es drei Jahre dauern. Ein größerer Stellenabbau ist nicht geplant.

  • rtr
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