LDK Solar: Weitere chinesische Solarfirma vor der Pleite

Energie

LDK Solar
Weitere chinesische Solarfirma vor der Pleite

Was sonst nur in Deutschland zu beobachten war, ist jetzt auch in China Alltag: Solarfirmen können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Die Unternehmen leiden unter den gleichen Problemen wie die deutsche Konkurrenz.
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DüsseldorfDas Unternehmenssterben in der Solarbranche geht offenbar bald weiter: Nach der Pleite von Suntech hat nun auch LDK Solar Probleme, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Eigentlich wäre gestern eine mit 4,75 Prozent verzinste Wandelanleihe mit einem Gesamtvolumen von 23,8 Millionen Dollar fällig gewesen. Doch LDK Solar teilte mit, dass man wegen „einer vorübergehenden Knappheit an liquiden Mitteln“ nicht dazu in der Lage sei.

Das Unternehmen, das laut eigenen Angabe der weltweit führende Anbieter von sogenannten Wafern, die zum Bau von Solarmodulen gebraucht werden, ist, wolle nun mit den Gläubigern über neue Zahlungsmodalitäten verhandeln. Mit zwei von ihnen, die Papiere im Volumen von 16,5 Millionen Dollar hielten, habe man sich bereits geeinigt. Die Anleger zeigten sich schockiert: Die in Deutschland gelisteten Aktien des Unternehmens brachen zeitweise um mehr als 26 Prozent ein.

Die weltweite Solarkrise hatte bereits im März die chinesische Suntech Power in die Pleite getrieben. Weil der einst größte Solarmodulbauer fällige Anleihen nicht bedienen konnte, hatte eine Gruppe von acht Gläubigerbanken bei Gericht einen Antrag auf Sanierung im Insolvenzverfahren gestellt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters von Insidern ist der Konzern seitdem verzweifelt auf der Suche nach Bargeld. Er erwäge den Verkauf von Geschäftsteilen und suche einen strategischen Investor.
Die Preisstürze in der Solarbranche waren in den vergangenen Jahren dramatisch, zeitweise brachen sie um bis zu 50 Prozent innerhalb eines Jahres ein. Das machte vielen Anbietern zu schaffen. Zudem hatten sich in der schnell wachsenden Branchen Überkapazitäten gebildet, die nun abgebaut werden. Auch eine mögliche Insolvenz von LDK Solar stand schon länger im Raum.

Einige Unternehmen in Deutschland mussten bereits dicht machen, zuletzt Sovello aus Sachsen-Anhalt, auch die Bonner Solarworld ist in Bedrängnis. Große Unternehmen wie Bosch und Siemens haben sich bereits aus der Solarkraft verabschiedet.

Für den Preissturz haben viele deutsche Solarunternehmen die chinesische Konkurrenz verantwortlich gemacht. Sie stellten sogar einen Antrag bei der europäischen Aufsicht. Im September leitete die EU-Kommission schließlich ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesischen Firmen ein. Die Wettbewerbsbehörde will prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen. Eine Entscheidung über mögliche Strafzölle steht noch aus.

Mit Material von Reuters.


Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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