Energie

London will BP helfen Downing Street nimmt Ölgiganten in Schutz

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Wagt BP die Flucht nach vorne?

Die Krise der Öl-Giganten

Die Krise der Öl-Giganten

Fakt ist allerdings, dass der Rivale Shell mit dem Kauf der BG Group für 64 Milliarden Euro die Branche wachgerüttelt hat und viele Experten eine neue Konsolidierungsrunde als Folge erwarten. Denn es ist die erste Großfusion in der Branche seit den Zeiten um die Jahrtausendwende, als sich die Energiekonzerne wegen sinkender Preise in ähnlichen Schwierigkeiten befanden.

Damals kaufte der britische Ölmulti BP die amerikanischen Rivalen Amoco und Arco. Exxon übernahm Mobil, und Chevron schloss sich mit Texaco zusammen. Nun herrscht ein ähnlicher Druck. Seit dem vergangenen Sommer haben sich die Rohölpreise halbiert. Gründe dafür sind die hohen Fördermengen, für die es angesichts der schwächelnden Weltwirtschaft nicht genügend Abnehmer gibt, sowie der Schiefergasboom in den USA. Auch der Gaspreis, der sich am Ölpreis orientiert, ist im Zuge dessen kräftig gesunken.

In der BP-Zentrale am feinen Londoner St-James-Square bereiten sich die Strategen darum bereits auf den Fall der Fälle vor. Das Management sei besorgt, dass es Ziel einer Übernahme werden könnte, heißt es in Unternehmenskreisen. Intern seien die Planspiele darum um Übernahmeszenarien sowie mögliche Verteidigungsaktivitäten verstärkt worden und auch externe Berater, unter anderem von Morgan Stanley hinzugezogen worden. Als mögliche Interessenten seien vor allem Exxon und Chevron identifiziert worden, heißt es.

„Als Teil einer guten Unternehmensführung haben alle großen Konzerne auch mögliche Verteidigungsszenarien in der Schublade“, sagte BP-Sprecher David Nicolas. Es gebe jedoch derzeit bei BP in dieser Politik keinen grundlegenden Wandel. Experten schließen nicht aus, dass BP eine Flucht nach vorne sucht und selbst aktiv wird. Für BP interessant gilt etwa das portugiesische Unternehmen Galp Energia, glauben Analysten. BP wäre damit unter anderem an der Förderung der Tiefseevorkommen vor der brasilianischen Küste beteiligt.

Für einen großen Schritt á la Shell fehlt BP allerdings die Finanzkraft. Noch immer lasten die finanziellen Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko auf dem Unternehmen, die sich bereits jetzt auf rund 43 Milliarden Dollar addieren. BP-Boss Bob Dudley ging vor diesem Hintergrund erst vor wenigen Tagen zu einem Mega-Merger nach dem Vorbild des britischen Rivalen auf Distanz. „Ich bin nicht sicher, ob Big wirklich beautiful ist“, sagte er auf einer Konferenz in Houston.

Die entscheidende Frage ist allerdings, ob Rex Tillerson das auch so sieht. Der Exxon-Chef hatte erst im vergangenen Monat betont, der Konzern könne leicht jeden interessanten Deal finanzieren. Vielleicht wird Dudley also in den nächsten Monaten die ungeschminkte Wahrheit darüber hören, wie attraktiv die Branche BP fünf Jahre nach der Ölkatastrophe wirklich einschätzt.

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1 Kommentar zu "London will BP helfen: Downing Street nimmt Ölgiganten in Schutz"

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  • was kümmert mich mein geschwätz von gestern wenn es meinen profit schmälert

    globalisierung ist nur dann gut wenn wir im mittelpunkt stehen

    danach wird die poltik dieser länder ausgerichrtet

    auch wenn ich mich in einem satz zweimal wiederspreche

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