Energie

Medienbericht
RAG-Stiftung könnte Thyssen-Krupp stützen

Wie geht es mit dem angeschlagenen Stahlkonzern Thyssen-Krupp weiter? Die RAG-Stiftung steht einem Zeitungsbericht zufolge bereit, um sich an einer Kapitalerhöhung zu beteiligen.
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DüsseldorfDer angeschlagene Stahlkonzern Thyssen-Krupp könnte Branchenkreisen zufolge Unterstützung von der milliardenschweren RAG-Stiftung erhalten. Die zur Abwicklung des deutschen Steinkohle-Bergbaus errichtete Stiftung könnte sich an einer Kapitalerhöhung von Thyssen-Krupp beteiligen, sagte ein Insider aus der Branche am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Voraussetzung dafür sei unter anderem, dass sowohl Thyssen-Krupp als auch die Krupp-Stiftung mit entsprechenden Wünschen auf die RAG-Stiftung zukämen - und "auch die Politik muss im Kuratorium zustimmen".

Ein Sprecher der RAG-Stiftung bestätigte die Angaben nicht, vermied aber auch ein klares Dementi: "Das ist ein sattsam bekanntes Gerücht", sagte er. Stiftungschef Werner Müller habe dazu keine Gespräche geführt und sei auch nicht angesprochen worden. Thyssen-Krupp wollte sich nicht dazu äußern. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, Thyssen-Krupp könnte Hilfe durch die Stiftung erhalten.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger käme Unterstützung sicherlich gelegen, hatte er doch vor wenigen Wochen eine Kapitalerhöhung in den nächsten sechs bis neun Monaten nicht ausgeschlossen. Der von Kartellverstößen, Korruptionsvorwürfen und jahrelangem Missmanagement gebeutelte Konzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von fünf Milliarden Euro verbucht.

Ursache hierfür war vor allem das Desaster des amerikanischen Stahlgeschäfts. Hiesinger will die verlustreichen Stahlwerke in Brasilien und den USA möglichst rasch abstoßen. Zudem benötigt er frisches Geld, um den Umbau des Konzerns voranzutreiben und neue Wachstumsgeschäfte zu erschließen.

Bei Thyssen-Krupp wiederum ist die Krupp-Stiftung unter der Führung der 99-jährigen Konzernlegende Berthold Beitz mit gut 25 Prozent beteiligt. Diese Stiftung, die als Bollwerk gegen eine feindliche Übernahme gilt, wollte sich zu den Überlegungen nicht äußern. Es ist offen, ob sie selbst sich an einer Kapitalerhöhung beteiligen würde - und könnte.

Falls nicht, könnte ihr die RAG-Stiftung zur Hilfe eilen: "Wenn Hiesinger oder Beitz auf die RAG-Stiftung zugehen und nach einem Einstieg fragen, könnte Müller dies prüfen", sagte ein Insider. Die RAG-Stiftung ist Mehrheitseigner des Spezialchemiekonzerns Evonik und hat mit dem Verkauf von Evonik-Anteilen Milliarden eingesammelt. Müller war einst Wirtschaftsminister unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD).

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Wirtschaftsministerium winkt ab

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