Energie

Medienbericht

Vattenfall will Milliarden für Atomausstieg

Für Deutschland wird es teuer: Einem Zeitungsbericht zufolge fordert der schwedische Energieversorger Vattenfall 3,5 Milliarden Euro Schadenersatz für die Folgen des deutschen Atomausstiegs.
24 Kommentare
Das Atomkraftwerk Brunsbüttel des Betreibers Vattenfall. Quelle: dapd

Das Atomkraftwerk Brunsbüttel des Betreibers Vattenfall.

(Foto: dapd)

StockholmDer schwedische Energiekonzern Vattenfall verlangt laut einem Zeitungsbericht 3,5 Milliarden Euro Schadenersatz für den deutschen Atomausstieg. Wie die Wirtschafts-Tageszeitung „Dagens Industri“ (Freitag) berichtet, steht Schwedens Regierung als Konzerneigner hinter der Forderung. Vattenfall betreibt die seit längerem stillstehenden Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein.

Das Unternehmen will sich zur Höhe seiner vor einem US-Schiedsgericht eingebrachten Forderung bisher öffentlich nicht äußern.

Im Zuge der Energiewende wurden die Energieversorger gezwungen, einige Atommeiler in Deutschland abzuschalten. Dafür fordern die großen Versorger RWE, Eon und Vattenfall Entschädigung. Dass sie klagen, war schon länger bekannt, über die konkrete Summe hatte sich Vattenfall jedoch noch nicht geäußert. Eon hatte seine Kosten durch die Abschaltung bereits mit acht Milliarden beziffert, RWE laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa auf zwei Milliarden.

 
  • dpa
  • dah
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24 Kommentare zu "Medienbericht: Vattenfall fordert 3,5 Milliarden von Deutschland"

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  • @vandale:
    Es hat keinen Zweck, mit Tatsachen und Naturgesetzen für die Kernenergie zu argumentieren.
    Die Politik verdreht alle Tatsachen, jeder Kritiker wird stummgebrüllt.

    Es ist gut, das es ein internationales Schiedsgericht gibt, dass die Investitionsschutzzusagen von Staaten (hier Bundesrepublik Deutschland) an ausländischer Firmen (hier Vattenfall AB - Aktionär Königreich Schweden) und die Nichteinhaltung von Verträgen (hier Entzug der Betriebserlaunis für die KKW Brunsbüttel und Krümmel) bewertet.
    Warten wir einfach den Schiedsspruch ab.

  • Erst machen die Konzerne Milliarden Gewinne und sacken das Geld ein und nun wo se mal blechen müssen damit eine Unsichere Technik ausen Verkehr gezogen wird kommen sie so an.

    Wie immer Gewinne sind Privat aber Verluste Staatlich oder wie?

    Sie hatten genung Zeit und damit genung Geld mit den Atommeilern verdient. Finde es unverschämt

  • @svebes
    Wie war das nochmal mit den gebetsmühlenartigen wiederholen von Agitationen einer Klientel. Bei ihnen sinds die Ökos bei anderen die Energieversorger. Trotzdem ist die eine Seite nicht besseer, als die andere.

  • Hi Svebes...die älteren Kernkraftwerke wurden in den 60er Jahren gebaut und Anfang der 70er in Betrieb genommen. Nur mehr wenige der Erbauer weilen auf der Erde. Sprechen Sie mit Geistern?

    Die Kernenergiebranche hat einige zig-1000 Beschäftigte in Deutschland. Dort finden Sie natürlich auch Spezialfälle die ökologische Ansichten bestätigen. Beispielsweise gab es einen Karlsruher, der in der FAZ im Zuge der Reaktorunfälle von Fukushima erfrischende Kommentare über kommende Explosionen von sich gab. Meine Bekannten bezeichneten ihn resignierend als Blüte des öffentlichen Dienstrechts.

    Sehr viele Beschäftigte der Nuklearbranche haben eine extreme Sicherheitsorientierung die ihnen das Nachdenken über das Primat der Oekonomie verwehrt. Meine Gedankengänge zur ökonomischen Optimierung von KKW sind in dieser Branche nach meiner Beobachtung eine Minderheitsansicht.

    Wenn Betreiber Revisionszeiten von KKW wirtschaftlich optimieren sollte dies eigentlich selbstverständlich sein. Gerade in einer Branche mit derart geringem Risikopotential, man denke dass selbst die schwersten Unfälle wie Harrisburg, Fukushima, Tschernobyl, keine, oder nur sehr wenige Opfer gefordert haben, sollte die ökonomische Optimierung Vorrang geniessen.

    Vandale

  • was merkel zu verantworten hat, war planwirtschaft pur. kurz zuvor wurde der bereits beschlossene ausstieg nach hinten verschoben, um dann, nach fukushima, populistisch sofort vollzogen zu werden. auf planungssicherheit der unternehmen wurde nach alter ddr-manier gesch..., diese frau hat deutschlands glaubwürdigkeit als internationaler investitionsstandort auf dem gewissen...

  • @Svebes, danke - einer musste es mal schreiben.

    Aber geben Sie sich nicht damit zufrieden, dass der Staat die Kosten für den Abriss und die Endlagerung tragen soll. Das Verbraucherprinzip soll auch hier gelten und selbst wenn es auf der Strasse erkämpft werden muss.

  • Klar, in den USA liegt er auch gleich hinter Zäunen auf freiem Areal in irgendwelchen Behältern rum - das ist dann die Endlagerung. Da reichen natürlich diese Beträge. Mein Gott, welch ein Geschwätz.

  • Lieber Herr Vandale, der Einzige der immer wieder hier mit seinen gebetsmühlenartig wiederholten Thesen auffällt sind Sie. Immer wieder unfundierte, unreflektierte Behauptungen direkt aus den Werbebroschüren der AKW Betreiber. Stellen sie mal die Fürdermittel, Staatsgeschenke, etc. an diese Shareholdervereinigungen in Rechnung. Die alten AKWs sind von den Ingenieuren auf 30 Jahre geplant worden. Eingige aus der alten Garde kenne ich persönlich und vergessen Sie dieses Geschwätz von "die sind noch sicher". Da bekommen sie von der Basis andere Informationen. Diese Geschäftsleitungen haben die Sicherheit zur Gewinnoptimierung im letzten Jahrzehnt schleifen lassen. Punkt. Es wurden einfach die Revisionszeiten "angepasst". Der Staat wird die Kosten für den Abriss und die Endlagerung tragen dürfen. Parallel haben sich diese Gesellschaften auch richtig schön bei der Kohlesubventionierung bedient.
    Anscheinend werden Sie wohl für diese Agitation bezahlt, anders kann man sich ein solch verstrahltes Geschreibsel nicht erklären. Egal wer von diesen Betreibern bei mir als Staatsvertreter nur laut husten würde, bekäme eine Rechnung zu Gunsten des Steuerzahlers die diesen Managernieten und bedenkenlosen Heuchlern nicht zum Vorteil gereichen würde.

  • @Vandale
    Das Abwerfen von Lasten heißt nichts anderes, dass man die Sozialleistungen des Staates zurückfährt. Das man die Wohlstandschancen der deutschen Bürger in Wohlstand zu kommen bzw. im Wohlstand zu bleiben sehr stark verringert.
    Mangelwirtschaft durch politisch digierte Energiekostensteigerung (EEG/Energiewende/Ökosteuer) hat seinen Preis. Der Preis ist die marktwirtschaftliche Freiheit der Bürger auf ein selbstbestimmtes Leben im Wohlstand!

  • International ist es entweder üblich den abgebrannten Kernbrennstoff wiederaufzubereiten (wieder als solchen zu nutzen), oder diesen zu deponieren.

    In den USA werden 0.1c(US)/kWh für die direkte Endlagerung in einen Fonds eingezahlt, in F Rückstellungen von 0.1c(€) gebildet (Wiederaufbereitung).

    Der Umfang des Oekospektakels in Deutschland hat keinen sachlich begründeten Hintergrund.

    Vandale

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