Energie

Metallhandel
Der Schrott wird knapp

Bei den Metallhändlern wird der Schrott knapp. Grund dafür ist das wachsende Umweltbewusstsein – durch das Recycling werden die Altmetalle zur begehrten Ware.

DüsseldorfMetallhandel ohne Metall? Ganz so weit ist es noch nicht. Doch bei den Metallhändlern wird der Schrott knapp. Grund dafür ist ausgerechnet das wachsende Umweltbewusstsein. „Das Thema Recycling hat eine deutlich höhere Bedeutung bekommen“, erklärt Thomas Reuther, Präsident des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM). „Es gibt einen regelrechten Run auf Schrott.“ Zudem wächst der Anteil der Geschäfte zwischen Unternehmen ohne Einschaltung des Handels.

Eine Verbesserung der Situation zeichnet sich nicht ab. Rund ein Drittel der Metallhändler erwartet auch in den nächsten drei Monaten Angebotsengpässe. Dies hat eine Umfrage des VDM zur diesjährigen Mitgliederversammlung ergeben, die am Donnerstag in Dresden stattfindet. Verschärft wird die Lage durch die schleppende Industrieproduktion, in der Schrott anfällt. „Und wir sehen keinerlei Anzeichen, dass die Industrieproduktion in Deutschland anzieht“, sagt Peter Haslacher, Geschäftsführer der Metallhandelsgesellschaft Schoof & Haslacher.

Das sind keine guten Aussichten für die Metallhändler. „Grundsätzlich ist der Anfall an Elektronikschrotten rückläufig“, sagt auch Marion Finney, Recycling-Expertin bei Aurubis. Dieser Trend werde angesichts der fortschreitenden Miniaturisierung der Endprodukte noch zunehmen, was mit geringeren Metallgehalten und höherer Komplexität verbunden sei.

Es fehlt also der rechte Schwung. Dennoch beurteilt die NE-Metallindustrie ihre Lage etwas positiver als zu Jahresbeginn. 2015 steigerte die Branche die Produktion um ein Prozent auf acht Millionen Tonnen. Und VDM-Präsident Reuther ist zuversichtlich: „Die Nachfrage nach Metallen wird auf einem hohen Niveau stabil bleiben.“

Mitentscheidend ist die Entwicklung der Metallpreise an den Rohstoffmärkten. „Bei permanent sinkenden Metallpreisen wird gegen den Trend gekauft“, sagt Reuther. Die Firmen laufen dabei Gefahr, dass sie ihre Bestände abwerten müssen. Zwar haben sich die Metallpreise seit Jahresbeginn etwas erholt, eine nachhaltige Verteuerung ist aber nicht in Sicht. So stockt etwa nach wie vor die Nachfrage beim Großverbraucher China.

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