Energie

Milliarden-Übernahme
Toshiba mischt sich in Kampf um Alstom ein

Der Kampf um die Energiesparte der französischen Industrie-Ikone heizt sich weiter auf. Der japanische Toshiba-Konzern will sich die Sparte einem Bericht zufolge einverleiben – allerdings über einen Umweg.
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BangaloreToshiba hat einer Zeitung zufolge Interesse an der Stromnetz-Sparte des französischen Industriekonzerns Alstom. Sollte General Electric (GE) tatsächlich die Milliardenübernahme von Alstoms Energie-Geschäft gelingen, werde Toshiba GE „mehrere Hundert Milliarden Yen“ für die Sparte anbieten, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Kreise.

100 Milliarden Yen wären rund 700 Millionen Euro. Sollte GE zustimmen, könnten die Japaner ihren Umsatz auf diesem Gebiet auf umgerechnet etwa 2,1 Milliarden Euro verdreifachen, hieß es weiter. GE will Alstoms Energiesparte für zehn Milliarden Euro kaufen. An der Tochter, die unter anderem auch Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke sowie Windanlagen baut, ist auch Siemens interessiert.

Mit Blick auf Alstom gebe es keine konkreten Pläne, sagte ein Toshiba-Sprecher. Allerdings habe das Unternehmen immer Zukäufe im Visier, die das Geschäft voranbringen könnten. „Wir können nicht ausschließen, dass auf diesem Gebiet etwas passiert.“

Siemens bekräftigte am Mittwoch erneut „ernsthaftes“ Interesse am französischen Konkurrenten, wie Chef Joe Kaeser bekräftigte. Sonst hätte der Vorstand des Dax-Riesen seine Zeit nicht für den Einstieg in das mögliche Wettbieten mit dem US-Rivalen General Electric (GE) investiert, erklärte der Siemens-Chef.

Angebot nach Buchprüfung

Derzeit prüfe man die Alstom-Bücher, danach könnte ein Angebot aus München kommen. Auch Siemens wirft vor allem ein Auge auf die Energietechnik der Franzosen und würde diese wohl auch gegen die eigene Zugsparte eintauschen.

Die Braut könnte allerdings hübscher sein: Alstom musste am Mittwoch einen Gewinneinbruch melden. Das Nettoergebnis im Geschäftsjahr 2013/14 (31. März) fiel im Vorjahresvergleich um 28 Prozent auf 556 Millionen Euro.

Konzernchef Patrick Kron begründete dies mit höheren Kosten für die Restrukturierung und Finanzierung. Der Umsatz stieg ohne Währungseffekte oder Zu- und Verkäufe um vier Prozent auf 20,3 Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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