Energie

Nach der Insolvenz
Deutsche Solarfirma Conergy wird amerikanisch

Es gibt Hoffnung für die Conergy-Mitarbeiter – aber nur ein bisschen: Ein US-Investor will Teile des insolventen Solarunternehmens kaufen. An den Werken in Frankfurt an der Oder und Rangsdorf hat er aber kein Interesse.
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DüsseldorfDie 1200 Mitarbeiter des insolventen Solarunternehmens und einstigen Börsenstars Conergy können erst einmal ein wenig aufatmen. Man habe einen Investor gefunden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der US-amerikanische Finanzinvestor Kawa Capital Management wolle die globalen Vertriebseinheiten von Conergy und die damit verbundenen notwendigen Verwaltungs-, Management- und Infrastrukturfunktionen übernehmen. Auch die Marke „Conergy“ sei Teil des Vertrags. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet. In der zweiten Augusthälfte soll der Kaufvertrag unterschriftsreif sein.

Conergy hatte am 5. Juli beim Hamburger Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen kämpft seit Jahren ums Überleben. Auch eine für die Aktionäre schmerzhafte Umschuldung im Jahr 2011 brachte nicht die erhoffte Wende. Die schwere Branchenkrise machte die erhoffte Erholung zunichte. Conergy hatte zuletzt auf einen rettenden Investor aus Asien gesetzt, der Bankverbindlichkeiten ablösen und frisches Geld zuschießen sollte.

Die beiden Conergy Produktionseinheiten Mounting Systems und Conergy SolarModule seien nicht Bestandteil der geplanten Übernahme, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens. Für beide Tochtergesellschaften suche der vorläufige Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz weiterhin separate Lösungen. Conergy-Chef Philip Comberg machte Hoffnung, dass die Zukunft des Unternehmens mit dem Einstig von Kawa dauerhaft gesichert ist. „Kawa ist unser Wunschpartner. Wir haben bereits seit Monaten intensive Verhandlungen zum Einstieg bei Conergy geführt und waren uns über die Zukunftsstrategie für Conergy schon lange einig“, sagte Conergy-Chef Philip Comberg. „Mit Kawa haben wir einen starken Finanzpartner an unserer Seite, der langfristig in das Unternehmen investiert.“

Kawa wolle neben den beiden deutschen Gesellschaften Conergy Deutschland und Conergy Services auch weitere internationale Tochtergesellschaften erwerben. Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz ist zuversichtlich, dass durch den Einstieg des US-Investors „eine Vielzahl von Arbeitsplätzen“ erhalten werden könnten. Die Modulfertigung in Frankfurt an der Oder, bei der 320 Mitarbeiter beschäftigt sind, werde bereits am Montag wieder aufgenommen.

Der US-Finanzinvestor Kawa Capital Management ist mit einem verwalteten Vermögen von gut 380 Millionen Euro ein vergleichsweise kleiner Akteur in der Multimilliarden-Branche. Das 2007 in Miami gegründete Unternehmen bezeichnet sich selbst als langfristig orientierten Anleger. Dabei hat es sich auf den Aufkauf von problematischen Krediten konzentriert. Zugleich legt es Kundengelder etwa in Immobilienfonds an. Künftig will Kawa auch Fonds für den Betrieb von Solarparks auflegen. Um diese zu bauen, holt es sich nun das Hamburger Unternehmen Conergy zumindest zu Teilen dazu.

Mit Material von dpa.

 

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Nach der Insolvenz: Deutsche Solarfirma Conergy wird amerikanisch"

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  • Die us-amerikaner kaufen ein Vehikel, mit dem sie Subventionen aus Deutschland in ihre Taschen lenken können.

    Der Name und einige Büroschwengel der conergy können ihnen dabei nützlich sein. Und vielleicht kann man noch bisschen Staatsknete für dies und das abgreifen.

  • @sailing
    Infrastrukturfunktionen wird nichts anderes heißen, dass die Amis noch Geld vom Land oder Bund dafür bekommen, wenn Sie sich diese Conergy Firma kaufen und noch einige Zeit lang über Wasser halten. Somit ist der deutsche Politiker über die Bundestagswahl gerettet und die Amis sind auch zufrieden...solange der Preis passt..wie war das nochmal bei Karstadt???

  • ..."Kawa Capital Management mit Sitz in Miami, Florida, wolle die globalen Vertriebseinheiten von Conergy und die damit verbundenen notwendigen Verwaltungs-, Management- und Infrastrukturfunktionen übernehmen, einschließlich der Marke „Conergy“"....,

    was in aller Welt sind denn <<Infrastrukturfunktionen>>

    Wenn 100 MA übernommen werden, dann kann man sich glücklich schätzen, denn Amerikaner kaufen normalerweise "Umsatz oder Kunden"

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