Energie

Nach Führungsstreit Innogy feiert Winddeal in den USA

Nach dem Abgang von Konzernchef Peter Terium meldet der Energieversorger zum Jahreswechsel noch einen erfolgreichen Vertragsabschluss. Die RWE-Tochter sichert sich Windparkprojekte in den USA.
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Trotz Trump entstehen in den USA weitere Windparks - mit Hilfe von Innogy. Quelle: AFP
Neue Energie

Trotz Trump entstehen in den USA weitere Windparks - mit Hilfe von Innogy.

(Foto: AFP)

DüsseldorfFür Innogy war die Vorweihnachtszeit alles andere als besinnlich. In dieser Woche überraschte der Energieversorger mit einem abrupten Abgang des Vorstandschefs Peter Terium. Der Niederländer musste nach einer Gewinnwarnung, einer verheerenden Kursreaktion und einem Streit mit Mehrheitsaktionär RWE gehen.

Kurz vor Weihnachten meldet das Unternehmen, in das RWE vor einem Jahr die Sparten erneuerbare Energien, Netz und Vertrieb abgespalten hat, aber noch einen Erfolg: Innogy sicherte sich in den USA die Beteiligung an mehreren Projekten zum Bau von Windparks. Das Unternehmen und die britische Investmentgesellschaft Terra Firma Capital Partners haben eine Vereinbarung zum Kauf aller Anteile am amerikanischen Onshore-Wind-Entwicklungsgeschäft des US-Entwicklungsunternehmens Everpower Wind Holdings unterzeichnet, teilte das Unternehmen am Freitag mit. 

Innogy werde alleinige Eigentümerin von Onshore-Wind-Projekten in unterschiedlichen Entwicklungsphasen mit einer Gesamtleistung von mehr als zwei Gigawatt, was etwa der Stärke von zwei Atomkraftwerken entspricht. Die Projekte befänden sich an attraktiven Standorten im US-Strommarkt für erneuerbare Energien. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
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Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. Zu den größten Profiteuren dieses fernöstlichen Grünstrom-Booms zählt XEMC. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2016 auf einem Marktanteil von 2,2 Prozent.

Marktanteil 2,2 Prozent.  

Platz 13: Dongfang (China)
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Der chinesische Staatskonzern Dongfang stellt Schiffe, Lokomotiven und Gasturbinen her. Zu einem immer einträglicheren Geschäft werden aber auch die Windräder, die das Unternehmen aus der Provinz Sichuan fertigt.

Marktanteil: 2,2 Prozent.

Platz 12: Senvion (Deutschland)
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Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion rangiert global gesehen nur noch auf Platz 12. Die Hamburger kämpfen derzeit mit schwindenden Aufträgen, bröckelnden Marktanteilen und sinkenden Umsätzen. Nach einer Konsolidierungsphase soll der Erlös bis 2019 aber auf 2,6 Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Damit die Konkurrenz Senvion in der Zwischenzeit nicht völlig enteilt, streicht der Konzern Hunderte Stellen und investiert in neue Produkte.

Marktanteil: 2,5 Prozent.

Platz 12: Sewind (China)
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Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 3,0 Prozent.  

Platz 10: CSIC Haizhuang (China)
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Unter den 14 führenden Windkraftkonzern der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2016 mehr als 40 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 3,2 Prozent.

Platz 9: Mingyang (China)
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Chinas viertgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen.

Marktanteil: 3,5 Prozent.

Platz 8: Envision (China)
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Lei Zhang ist das Enfant terrible der Windenergieindustrie. Der Chef von Envision bezeichnet sein Unternehmen gerne als das „Apple der Energiewelt“. Statt wie die Konkurrenz lediglich „dumme“ Windräder herzustellen, will Zhang künftig mit einer offenen Plattform Geld verdienen, die Angebot und Nachfrage im Energiemarkt synchronisiert. Schwankende Solar- und Windenergie will er im großen Stil mit Stromspeichern, Elektroautos oder Industrieanlagen koppeln und auf lange Sicht mit dem smarten Steuern von Energieflüssen Milliarden verdienen. Zumindest ein paar Jahre lang dürfte der Verkauf von Windmühlen aber noch das Kerngeschäft von Envision bleiben. Anders als die Wettbewerber lässt Envision aber die Anlagen von Subunternehmen fertigen. Damit braucht der Konzern fast zwanzig Mal weniger Fixangestellte als die Branchenführer. Nur das Design und die Patente gehören Envision. „Wie bei Apple“, meint Unternehmenschef Zhang.

Marktanteil: 3,5 Prozent.

Der Kauf stehe zwar unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das US-amerikanische „Committee on Foreign Investment in the United States“ (CFIUS), einem ressortübergreifenden Ausschuss der US-Regierung zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten. Die Transaktion soll den Angaben zufolge aber im zweiten Quartal 2018 abgeschlossen werden. 

„Der US-Markt ist einer unserer bedeutendsten Wachstumsmärkte für erneuerbare Energien“, sagte Hans Bünting, Innogy-Vorstand für Erneuerbare Energien: „Wir freuen uns sehr über unsere erste Akquisition in den Vereinigten Staaten. Und das ist erst der Anfang.“

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