Energie

Nach Gewinneinbruch
Voestalpine hofft auf zweites Halbjahr

Voestalpine hat mit einer schwachen Nachfrage in Europa und hohen Rohstoffpreisen zu kämpfen. Im zweiten Quartal schrumpfte der Betriebsgewinn um ein Fünftel. Der Stahlkonzern hofft auf Besserung im zweiten Halbjahr.
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WienBeim Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine haben im zweiten Quartal neben einer schwachen Stahlnachfrage in Europa hohe Rohstoffpreise Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Betriebsgewinn schrumpfte im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 177,2 Millionen Euro und damit stärker als von Analysten erwartet. Die Erlöse gingen um fünf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück. Für das zweite Halbjahr rechnet der österreichische Konzern wieder mit einem Anziehen der Geschäfte und damit auch einer Ergebnisverbesserung. So werde für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2013/14 weiterhin ein auf Vorjahresniveau liegender Betriebsgewinn erwartet, teilte Voestalpine am Mittwoch mit. 2012/13 betrug dieser 850 Millionen Euro.

Im von Juli bis Ende September laufenden Sommerquartal habe sich der Aufwärtstrend verlangsamt. Bei kaum veränderten Preisen auf der Verkaufsseite habe der aufkeimende Optimismus in China über den Sommer zu unerwartet hohen Rohstoffspreisen geführt. Das habe die Margen in der europäischen Stahlindustrie unter Druck gesetzt, teilte Voestalpine weiter mit. Zudem habe sich im zweiten Quartal ein negativer Einmaleffekt von zehn Millionen Euro in der Division Stahl ausgewirkt. Hintergrund sei eine vorzeitige Auflösung eines ungünstigen langfristigen Vertrages. In den kommenden beiden Geschäftsjahren sollte sich dieser Effekt jedoch wieder kompensieren, hieß es.

An der Börse rutschten die Voestalpine-Aktien kurz nach Handelsbeginn um rund ein Prozent ab.

Voestalpine kommt zu Gute, dass einige Kunden nach dem Sommer ihre leeren Lager wieder auffüllen. Vor allem bei den Premiumautobauern gebe es stabile Produktionsraten auf hohem Niveau. Die Voestalpine profitiert davon, weil sie etwa Karosserieteile für die deutschen Premiumautobauer liefert. Die Branche um Stahlgrößen wie ThyssenKrupp, Salzgitter oder den Weltmarktführer ArcelorMittal kämpft seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage, Preisdruck und Überkapazitäten in Europa. ThyssenKrupp und Salzgitter reagierten unter anderem mit einem Stellenabbau. Arcelor hat sogar Werke geschlossen. Die Voestalpine kann sich diesem Trend teilweise entziehen, weil sie etwa zwei Drittel ihres Geschäfte in der renditestarken Verarbeitung von Stahl zu Spezialstahlprodukten macht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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