Energie

Nach Ölkatastrophe vor Brasilien
Gericht kippt Betriebsverbot für US-Multi Chevron

Nach der Ölkatastrophe vor einem Jahr sollte sich der mitverantwortliche US-Konzern Chevron eigentlich komplett aus Brasilien zurückziehen. Nun wurde das Betriebsverbot offenbar aufgehoben, das bestätigte ein Sprecher.
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Rio de JaneiroEin Jahr nach der schweren Ölkatastrophe in Brasilien zeichnet sich für den mitverantwortlichen US-Konzern Chevron eine überraschende Wende ab: Der im Juli gerichtlich verfügte Stopp aller Chevron-Aktivitäten in Brasilien wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters gekippt. Das Betriebsverbot sei aufgehoben worden, erfuhr Reuters von Gerichtsmitarbeitern am Freitag. Details der Entscheidung sollen nächste Woche veröffentlicht werden. Chevron in Kalifornien bestätigte die Entwicklung auf Anfrage, nannte aber keine Details.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Sommer das Betriebsverbot für Chevron und seinen Partner Transocean erwirkt. Sie wollten damit sicherstellen, dass die Firmen die geforderten fast 20 Milliarden Dollar an Strafzahlungen für den Umweltschaden begleichen. Das Leck war im November 2011 am Ölfeld Frade nordöstlich von Rio de Janeiro aufgetreten. Offiziellen Angaben nach flossen 3.600 Barrel ins offene Meer. Menschen kamen nicht zu Schaden. Ein Betriebsverbot gegen Transocean war bereits im September zurückgenommen worden.

Chevron und Transocean hatten angekündigt, sich gegen Klagen zu wehren. Der Vorfall hatte ein deutlich geringeres Ausmaß als viele andere Unglücke: Beim Untergang der BP-Plattform „Deepwater Horizon“ etwa im Jahr 2010 waren mehr als fünf Millionen Barrel in den Golf von Mexiko geflossen. Elf Menschen kamen damals ums Leben, Strände und Fischgründe wurden verunreinigt.

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