Energie

Nach Sitzung
EWE-Aufsichtsrat entlässt Matthias Brückmann

Matthias Brückmann legte ein hohes Tempo vor, nachdem er Ende 2015 als Vorstandsvorsitzender bei EWE angetreten war. Doch sein Fall kam schnell: Der Aufsichtsrat des Oldenburger Energieanbieters hat ihn nun abberufen.
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OldenburgDer Aufsichtsrat des Oldenburger Energieanbieters EWE hat den Vorstandsvorsitzenden Matthias Brückmann abberufen. Das Gremium habe einstimmig beschlossen, Brückmann mit sofortiger Wirkung aus seinem Amt und dem Unternehmen zu entlassen, teilte ein EWE-Sprecher nach der Sitzung des Kontrollgremiums am späten Mittwochabend mit.

Hintergrund der Entscheidung sind mehrere Vorwürfe gegen Brückmann, darunter eine umstrittene Spende von 253.000 Euro an eine Stiftung des Ex-Boxweltmeisters Wladimir Klitschko. Neben der Spende gebe es eine „Vielzahl diverser grober Verfehlungen“, hieß es in der Mitteilung.

Als Grundlage für die Entscheidung nutzten die Mitglieder des Aufsichtsrats das Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in dem verschiedene Vorwürfe gegen Brückmann untersucht wurden. Der größte Vorwurf drehte sich um die Spende, die der EWE-Chef im vergangenen Jahr an die Klitschko-Stiftung nach Kiew überweisen ließ, ohne den Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates zu informieren. Nach Angaben eines EWE-Sprechers hätte das Gremium der Zahlung zustimmen müssen.

Das Gutachten, das der Aufsichtsrat in Auftrag gab, stellte Regelverstöße fest. „Die festgelegten Verfahren sind nicht eingehalten worden“, erklärte Heiner Schönecke, der im Präsidium des EWE-Aufsichtsrates sitzt, vor der Sitzung.

Brückmanns Anwalt hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen. In einem Brief an den Aufsichtsratschef Stephan-Andreas Kaulvers betonte der Jurist vor der Sitzung, dass es „bei unvoreingenommener Bewertung“ keinen Grund zur Abberufung Brückmanns gebe. Pflichtverletzungen, die eine fristlose Kündigung rechtfertigten, lägen nicht vor.

EWE ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft und überwiegend im Besitz von Städten und Landkreisen in Nordwestdeutschland. Das Unternehmen beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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