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Nachhaltiger Handel Londoner Unternehmerin will Fashion Week aufmischen

Bei der Londoner Fashion Week wird es nur ein Rand-Thema sein: Mode, die weder Mensch noch Umwelt ausbeutet. Die Unternehmerin Ayesha Mustafa will mit ihrem Onlineshop faire Mode auch anspruchsvollen Kunden nahebringen.
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Made in...? Die Londenerin Ayesha Mustafa setzt sich mit ihrem Unternehmen für faire, nachhaltige Herstellung von Kleidung ein. Quelle: dpa

Made in...? Die Londenerin Ayesha Mustafa setzt sich mit ihrem Unternehmen für faire, nachhaltige Herstellung von Kleidung ein.

(Foto: dpa)

LondonSchwer beladen kommt Ayesha Mustafa zu unserem Termin. Sofort packt sie ihre große Tasche aus. Zum Vorschein kommen kleinere Taschen, Beutel und Portemonnaies. „Hier eine Laptoptasche, gefertigt von Frauen in Nepal“, sagt die 33-Jährige ohne zu zögern. „Und das hier sind Geldbörsen aus Indien, mit traditionellen Stickarbeiten und aus Kalbsleder.“ Mustafa plaudert und zieht immer noch weitere Sachen aus ihrer großen Tasche, drückt einem mal einen Filzbeutel in die Hand, dann eine kleine Abendhandtasche. Sie will nicht nur über die Dinge reden, die sie begeistern, sie will, dass man sie anfasst und ausprobiert.

Die Londonerin mit pakistanischen Wurzeln muss jetzt regelmäßig ihr gesamtes Verkaufstalent und ihre Überzeugungskraft ausspielen, denn sie hat sich eine nicht ganz einfache Aufgabe vorgenommen: Sie will Mode-Accessoires an die Frau bringen, die die Menschen, die sie herstellen, nicht ausbeuten – und die im besten Fall auch die Umwelt nicht schädigen. Die Produkte, vor allem Taschen kommen hauptsächlich aus Asien und Afrika. Gefertigt werden sie von Frauen, die in kleinen Familienbetrieben oder in Genossenschaften arbeiten. Mustafa verkauft die Produkte über ihr Online-Portal „Fashion Compassion“ (www.fashioncompassion.co.uk).

Vor drei Jahren hat sie die Plattform gestartet. Inzwischen bietet sie Taschen und andere Leder-Accessoires von etwa 20 verschiedenen Betrieben an, die 15 Marken beliefern. „Modebewusste Menschen kaufen gerne Marken, warum also nicht Marken, die ihre Mitarbeiter fair bezahlen und nachhaltig produzieren“, sagt Mustafa.

Das gibt es nicht zu Schnäppchenpreisen: Eine Laptoptasche aus Filz beispielsweise kostet umgerechnet knapp 60 Euro, eine aus Leder mehr als 200 Euro und eine Geldbörse mit Stickereien circa 90 Euro. „Die Sachen kann man aber guten Gewissens kaufen und muss nicht befürchten, dass die Frauen, die das herstellen unter ähnlichen Bedingungen arbeiten wie die, die bei dem Brand in der Textilfabrik in Bangladesch vor mehr als einem Jahr verunglückten“, betont Mustafa.

Die Betriebe, deren Produkte sie bei „Fashion Compassion“ anbiete, zahlten deutlich mehr als das in dem Land übliche Minimum und böten den Frauen auch bessere Arbeitsbedingungen. Mit ihrem Portal will sie ihnen helfen, sich einen größeren Absatzmarkt zu erschließen.

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