Energie

Netzbetreiber schlagen Alarm

Stromnetz unter Hochspannung

Die Netzbetreiber schlagen Alarm: Die Politik darf den Ausbau nicht weiter torpedieren, um Stromausfälle zu vermeiden. Das nächste Atomkraftwerk wird in wenigen Tagen abgeschaltet. Die Stromverbraucher sind die Dummen.
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„Der Zeitplan ist sehr, sehr eng – eine weitere Verzögerung können wir uns nicht leisten“. Quelle: dpa
Kernprojekt Stromtrassen

„Der Zeitplan ist sehr, sehr eng – eine weitere Verzögerung können wir uns nicht leisten“.

(Foto: dpa)

FrankfurtAm Wochenende wird in der Nähe von Schweinfurt in Franken die nächste Phase der Energiewende eingeläutet: Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld, der älteste aktive Reaktor, geht nach 33 Jahren vom Netz. Als im März 2011 die Atomkatastrophe von Fukushima die Welt schockierte, wurden in Deutschland acht Reaktoren unmittelbar stillgelegt. Drei Jahre war es ruhig, jetzt werden nach und nach die restlichen neun Anlagen vom Netz gehen – und damit wächst der Druck, das deutsche Stromnetz an die Energiewende anzupassen.

Die Netzbetreiber schlagen schon Alarm: Die Politik darf den geplanten Bau neuer Leitungen nicht weiter blockieren, um auch weiterhin eine stabile Stromversorgung zu garantieren. „2015 wird ein entscheidendes Jahr für den Erfolg der Energiewende. Wenn der Netzausbau jetzt nicht Fahrt aufnimmt, dann kommt die Energiewende zum Erliegen“, warnte Hans-Jürgen Brick, der kaufmännische Geschäftsführer von Amprion, am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz.

Amprion ist neben Tennet, TransnetBW und 50 Hertz für das deutsche Übertragungsnetz zuständig, die großen Stromautobahnen. „Der Zeitplan ist sehr, sehr eng – eine weitere Verzögerung können wir uns nicht leisten“, sagte auch Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Tennet in Deutschland, gegenüber dem Handelsblatt, und fügt einen eindringlichen Appell hinzu: „Wir brauchen im Sommer endlich politische Klarheit, wie Südlink umgesetzt werden soll.“

Die Leitung Südlink, die Tennet gemeinsam mit TransnetBW plant, ist das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende. Der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann bezeichnet sie als „Hauptschlagader der Energiewende“. Ab 2022, wenn der Atomausstieg abgeschlossen ist, soll die 800 Kilometer lange Leitung Windstrom aus Norddeutschland zu den Stromverbrauchern in den süddeutschen Industrieregionen transportieren.

Im Dezember 2014 wurde der Antrag nach langen Vorplanungen bei der Bundesnetzagentur eingereicht, damit der langwierige Planungs- und Genehmigungsprozess 2019 abgeschlossen ist – und der auf drei Jahre angelegte Bau rechtzeitig beginnen kann. Doch dafür müssen endlich die Querschüsse aus der Politik aufhören – vor allem aus Bayern.

Netzbetreiber müssen tausendfach eingreifen
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7 Kommentare zu "Netzbetreiber schlagen Alarm: Stromnetz unter Hochspannung"

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  • Mehr Leitungen nach Bayern, machen die bayerische Energieerzeugung zu nichte. Die Leitungen dienen nur einen....der Kohlekraft im Osten und Westen von Deutschland, die nach dem politischen Aus für die Kernkraft in Süddeutschland die Grundlast liefern sollen.

  • Sehr geehrter Herr Vogels,
    leider sind Teile Ihrer Aussagen fachlich nicht haltbar.
    Sie schreiben: "Wenn kein Wind oder nur schwacher Wind weht, produzieren die Windmühlen keinen Strom."
    Das ist auf Deutschland insgesamt bezogen nicht richtig, weil aufgrund der dezentralen Verteilung immmer eine gewisse Grundleistung vorhanden ist (mal von absoluten Flauten abgesehen, die ganz selten vorkommen). Außerdem scheint an windschwachen Tagen meist die Sonne, was den fehlenden WIndstrom ausgleicht.

    Weiter schreiben Sie: "Und wenn der Wind zu stark ist, müssen sie abgeschaltet werden, weil die auftretenden Kräfte sonst die gesamte Anlage zerreißen würde."
    Technisch abgeschaltet werden Anlagen in der Regel bei Windgeschwindigkeiten über 90km/h, das entspricht WIndstärke 10 (schwerer Sturm) und kommt im Jahr nur an wenigen Tagen vor. Abgeschaltete Anlagen überstehen Windgeschwindigleiten von über 180km/h, von "zerreißen" kann keine Rede sein.

  • Sorry, mein Beitrag wurde zu früh abgeschickt. Das "W" am Ende ist überflüssig.

    Außerdem sollte noch dieser Satz folgen: Es kann ja sein, daß Seehofer hinzugelernt hat und deshalb einsieht, daß die gesamte Energiewende ein Schildbürgerstreich ist und unvermeidlich scheitern muß und wird.

  • Es mag ja sein, daß die Stromverbraucher die Dummen sind, ganz sicher aber gehören die Befürworter des Netzausbaus zu den Volksverdummern. Abgesehen davon nämlich, daß es ohnehin wegen der unvermeidlichen Leistungsverluste der helle Wahnsinn ist, Strom über so große Entfernungen zu transportieren, ist es ja offenkundig, daß auch der Ausbau des Stromnetzes die grundsätlzliche und prinzipielle Unzuverlässigkeit des Windstroms nicht beseitigen kann.

    Wenn kein Wind oder nur schwacher Wind weht, produzieren die Windmühlen keinen Strom. Und wenn der Wind zu stark ist, müssen sie abgeschaltet werden, weil die auftretenden Kräfte sonst die gesamte Anlage zerreißen würde.

    Versorgungssicherheit läßt sich auch mit Tausenden von Kilomentern neuen Stromleistungen nicht schaffen.

    Ich hoffe sehr, daß der bayrische Widerstand gegen die Stromtrasse (und jetzt auch gegen atomare Zwischenlager) nicht nur bayrischer Lokalpatriotismus ist, sondern der "bauernschlaue" oder bayernschlaue Versuch, auf diesem Umweg die gesamte Energiewende noch einmal einer Überprüfung zu unterziehen.

    W

  • Für Frau Merkel und unsere Politiker sind die Kunden/deutsche Bürger nur noch die Dummen, die man ausnehmen muss und ungestraft kann!

  • Zitat 1:
    "Schon jetzt müssen die Netzbetreiber schließlich schon tausendfach pro Jahr eingreifen, um Stromausfälle zu vermeiden."
    Zitat 2:
    "Und weil Eon Grafenrheinfeld jetzt sogar früher als geplant vom Netz nimmt, muss Tennet improvisieren. „Wir werden deutlich öfter eingreifen müssen“, sagt eine Sprecherin."

    Soll ich mich jetzt sicherer fühlen?

    Besonders lustig finde ich aber den Satz , dass wir nach dem gesellschaftlichen Konsens in Bezug auf die Energiewende jetzt einen ebensolchen für die Übertragungsnetze bräuchten: wir solllten aufpassen, dass aus dem Konsens kein Nonsens wird. Denn Baustellen, an denen man gesellschaftlichen Konsens herbeiführen und gleichzeitig verdienen kann, gäbe es reichlich.

  • Die Atomkatastrophe in Japan war in erster Linie eine Naturkatastrophe. Es gab tausende von Toten durch Flut unf Erdbeben, nicht einen Toten durch Atom..Bei uns wurde das instrumentalisiert um die unsägliche, nahezu unbezahlbare Energiewende durchzusetzen. Die hier geschilderten Probleme waren vorhersehbar und werden zunehmen. Diese Energiewende ist ein Konjukturprogramm an dem der Staat gut verdient und der Stromverbraucher die Zeche zahlt. 80 % des Strompreises sind Steuern und Abgaben. Irgendwann werden wir eine Luftabgabe/-steuer zahlen müssen. Am Klima und an der Umwelt verbessert sich dadurch nichts.

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