Energie

Neuer Rekord Häufige Zwangsabschaltungen von Windparks

Neue Stromleitungen braucht das Land. Das hat die Netzagentur wieder deutlich gemacht. Gerade Windparkbetreiber leiden unter Engpässen, weil sie ihren Strom nicht einspeisen können. Die Entschädigungen zahlt der Bürger.
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Im vergangenen Jahr ging wegen Zwangsabschaltungen von Windparks der Rekordwert von bis zu 407 Gigawattstunden (GWh) Windstrom verloren, 2010 waren es erst 150 GWh. Quelle: dpa

Im vergangenen Jahr ging wegen Zwangsabschaltungen von Windparks der Rekordwert von bis zu 407 Gigawattstunden (GWh) Windstrom verloren, 2010 waren es erst 150 GWh.

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Wegen fehlender Netze ist die Zwangsabschaltung von Windparks in Deutschland um fast 200 Prozent gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmen Ecofys im Auftrag des Bundesverbands Windenergie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Demnach ging vergangenes Jahr der Rekordwert von bis zu 407 Gigawattstunden (GWh) Windstrom verloren, 2010 waren es erst 150 GWh. Da die Betreiber für solche Produktionsdrosselungen entschädigt werden müssen und dies auf die Stromverbraucher abgewälzt wird, entstehen den Bürgern Millionenbelastungen für nicht eingespeisten Strom.

Die Kosten können nach Schätzungen aus der Windbranche 18 bis 35 Millionen Euro für 2011 betragen, genau ist das aber schwer zu ermitteln, das hängt auch von den Begründungen für die Abschaltung ab. Am Dienstag hatte die Bundesnetzagentur bereits mitgeteilt, dass sich 2011 mangels Netzen die Zahl der Eingriffe in das deutsche Netz etwa verdreifacht habe.

Die starke Belastung im Zuge des rasanten Ausbaus erneuerbarer Energien wird durch die ecofys-Zahlen nun noch einmal unterstrichen. Allerdings war der Windertrag auch 2011 wesentlich höher als 2010. Schwerpunkte der sogenannten Abregelungen waren der Norden und der Osten. Mit dem nicht eingespeisten Strom hätten etwa 116.000 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgt werden können. Ein Sprecher des Windenergieverbands betonte: „Das zeigt, wie dringend ein zügiger Netzausbau ist.“

2800 Kilometer neue Leitungen

Mit 32 bis 38 Prozent der Ausfälle entfiel der größte Teil auf das Gebiet des Verteilnetzbetreibers Eon Edis (Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern). 23 bis 27 Prozent betrafen Eon Netz (Bayern, Schleswig Holstein, Niedersachsen, Nordrhein Westfalen und Hessen), 9 bis 12 Prozent Eon Westfalen Weser (Ostwestfalen-Lippe und Südniedersachsen) und 8 bis 10 Prozent Schleswig-Holstein Netz.

Es handele sich „weiterhin in den meisten Fällen um ein regionales Problem des Verteilungsnetzes“, wird in der Studie betont. Dies sind die unteren Netzebenen, quasi die Land- und Gemeindestraßen im Stromnetz. Mit 26 GWh bis 48 GWh an abgeregelter Leistung war erstmals aber auch das Höchstspannungsnetz des Übertragungsnetzbetreibers Tennet in größerem Maße betroffen.

Nach dem Entwurf des am Montag vorgestellten Netzentwicklungsplan sollen in Deutschland 2800 Kilometer an neuen Höchstspannungsleitungen gebaut werden, der Großteil entfällt auf drei neue Stromautobahnen von Nord nach Süd. Zudem sollen 2900 Kilometer im Höchstspannungsnetz optimiert werden. Aber das immer öfter vorkommende Abschalten der Windparks zeigt, dass zunehmend auch untere Netzebenen ein Schwachpunkt bei der Energiewende sind.

Neben den Investitionen in neue Stromautobahnen sind hier laut eines noch unveröffentlichten Studienentwurfs der Deutschen Energie-Agentur Ausgaben von 27,5 bis 42,5 Milliarden Euro für den Ausbau in Deutschland notwendig. Demnach könnten bis 2030 zwischen 159.200 und 214.000 Kilometer an neuen Nieder-, Mittel- und Hochspannungsnetzen nötig sein, um den gerade in ländlichen Gebieten dezentral produzierten Wind- oder Solarstrom verteilen zu können.

 
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5 Kommentare zu "Neuer Rekord: Häufige Zwangsabschaltungen von Windparks"

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  • @vandale

    Jetzt weiß ich endlich, zu welchem Menschenschlag Sie gehören:

    Ihresgleichen hat seinerzeit Konrad Zuse das Patent für seinen ersten Computer verweigert, weil es dafür keinen Bedarf gab und das ganze ja auch völlig sinnlos war.

    Ihresgleichen hat mal erklärt, dass Erdöl nichts anderes sei als eine stinkende, klebrige und schmierige Flüssigkeit, und damit völlig nutzlos.

    Ihresgleichen hielt es für völlig absurd, dass Autos irgendwann einmal in größerer Zahl auf den Straßen fahren würden, weil es schließlich gar nicht so viele Chauffeure geben würde.

    Ihresgleichen hat wissenschaftlich bewiesen, dass Züge nicht schneller als 15 km/h fahren dürfen, weil sich bei höheren Geschwindigkeiten in den Waggons ein Vakuum bilden wird und die Passagiere alle ersticken werden.

    Ihresgleichen hat Alfred Wegener für verrückt erklärt, weil ja die von ihm entwickelte Theorie der Kontinentaldrift völliger Schwachsinn und außerdem unmöglich ist.

    Ihresgleichen hat Robert Mayer wegen seines erstmals formulierten Energieerhaltungssatzes angefeindet und niedergemacht, weil es völliger Unsinn ist, dass verschiedene Energieformen auch nur im entferntesten etwas miteinander zu tun haben.

    Hören Sie doch endlich auf, uns mit Ihrer fantasielosen Perspektivlosigkeit, Ihrem Defätismus und dem immer gleichen Bla Bla zu langweilen und uns die Zeit zu stehlen.

  • Hi Nobum...die Anlagen mit denen man Strom in Wasserstoff und ggf. weiter in Methan umwandeln kann sind recht teuer.

    In den 90er Jahren hatte man in Frankreich überlegt überschüssigen Nachtstrom aus umweltfreundlichen Kernkratwerken in Wasserstoffgas zu konvertieren. Der Strom wurde mit den reinen Brennstoffkosten von (heute) 0,5c/kWh gerechnet. Es ergab keine Wirtschaftlichkeit.

    Die Überschusszeiten der Windstromerzeugung sind seltener als die Nachtstromzeiten eines Kernkraftwerks, sprich die Zahl der Betriebsstunden ist geringer. Der Windstrom ist ca. 20-fach teurer.

    Die Kosten eines derartig erzeugten Wasserstoffs, oder Methans sind nur mehr ökologisch zu verstehen.

    Besser und preiswerter wäre es die umweltschädlichen Windmühlen gar nicht erst ans Stromnetz anzuschliessen.

    Vandale

  • Falsch. Dia Balkan-mafia braucht Aufträge weil ohne Aufträge keine weiterne Serben/Kosovaren etc. ins Land geschleust werden können.

  • Hier hilft "Power to Gas".
    Aus Sonnen- und Windstrom entsteht Wasserstoff und dieses wird in Methan verwandelt (wozu auch noch CO2 verbraucht wird). Methan (= Erdgas) wiederum kann in Wärme und Strom umgewandelt und in Pipelines transportiert werden.
    Alles geschieht mit insgesamt ca. 40 % Verlust. Dieser Verlust ist verkraftbar, wenn ansonsten abgestellt werden muß.

    http://diepresse.com/home/panorama/klimawandel/1316347/Klimawandel_CO2-ist-Teil-der-Loesung?_vl_backlink=/home/panorama/klimawandel/index.do

  • Die Einspeisung umweltschädlichen Windstroms erfolgt entsprechend den Launen des Wetters zwischen 0 und 100% der Nennleistung, oder auf D bezogen zwischen 100 MW und 22000MW. Tagesschwankungen von 9000 MW kommen genauso vor wie Aenderungen von meheren 1000 MW in einer Stunde.

    Für ein bedarfsgesteuertes Netz indem in jedem Augenblick soviel Strom erzeugt werden muss wi abgenommen wird ist das eine Herausforderung. Kohlekraftwerke erfordern mehrere Stunden um hoch-, oder heruntergefahren zu werden wobei der Wirkungsgrad bescheiden ist. Umweltfreundliche Kernkraftwerke sind technisch etwas flexibler und lassen sich zwischen 30 und 100% regeln was wirtschaftlich gesehen natürlich ziemlich abwegig ist. Hinzu kommt das Netz das nur begrenzte Strommengen aufnehmen kann.

    Bei sehr hoher Windstromerzeugung, oder sehr grossen Schwankungen kann das Netz die Strommenge nicht aufnehmen. Dann müssen die umweltschädlichen Windmühlen eben zwangsabgeschaltet werden wobei die Betreiber die Subventionen für den Nicht erzeugten Strom erhalten.

    Mit den Plänen der Bundesregierung die Windstromkapazitäten zu vervierfachen werden die Zwangsabschaltungen künftig natürlich drastisch zunehmen. Geschätzt 25 - 30 % der potentiellen Stromerzeugung wird durch Zwangsabschaltungen verloren gehen.

    Sachlich geshen ist das ein Greuel aber das spielt bei einer religiösen Herzensangelegenheit keine Rolle.

    Vandale

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