Energie

„Nichts zu beschönigen“
RWE-Chef fordert radikalen Kurswechsel

Es ist eine schonungslose Bestandsaufnahme: RWE-Chef Terium sieht den Stromkonzern in einer „äußerst schwierigen Lage“. Er fordert eine radikal neue Strategie: RWE soll weniger Stromerzeuger und mehr Dienstleister sein.
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DüsseldorfRWE-Chef Peter Terium sieht den Energiekonzern in einer existenziellen Krise und fordert einen radikalen Wandel. „Es ist sehr ernst, und wenn wir nur Lippenbekenntnisse ablegen, bringt uns das nicht weiter, aber zerstört die Zukunft unseres Unternehmens“, heißt es in einem Schreiben, das Terium seinen Führungskräften zu einem zweitägigen Strategietreffen verteilen ließ. Das Schreiben liegt dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vor.

Teriums Bestandsaufnahme ist schonungslos. Es gebe „nichts zu beschönigen“. RWE befinde sich „in einer äußerst schwierigen Lage“. Es gebe „zahlreiche Herausforderungen aus unterschiedlichen Richtungen“. Dem bisherigen Geschäftsmodell, der Stromproduktion mit großen Kraftwerken, werde die „Existenzberechtigung“ entzogen. Aber nicht nur das: „Keiner unserer Unternehmensbereiche ist mehr sicher.“ Das alles sei kein „Kinderspiel“ und „keine neue hochgespielte Krise, die schon vorübergeht“.

„Dies ist eine Revolution, die von uns revolutionäre Maßnahmen verlangt!“, beschwört Terium seine Führungskräfte. „Klar ist, RWE – also wir – müssen uns als Unternehmen neu erfinden.“ Der Konzern solle künftig weniger als Stromerzeuger arbeiten, sondern als Dienstleister. „Wir müssen von einem integrierten Versorger zu einem dezentralisierten, flexiblen und modernen Energiemanager werden.“

Teriums Strategie ruht auf fünf Säulen. Die konventionelle Stromerzeugung soll erhalten bleiben, wenn auch kleiner. Bei den erneuerbaren Energien will Terium „weniger Masse, mehr Klasse“. Das Handelsgeschäft soll das wirtschaftliche Drehkreuz bleiben, aber globaler werden. Der Vertrieb soll näher an die Kunden rücken und innovativer werden. Und das regionale Verteilnetz soll gleichzeitig stabile Erträge liefern.

Kommentare zu " „Nichts zu beschönigen“: RWE-Chef fordert radikalen Kurswechsel"

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  • Die obere Kostengrenze für Strom ist dann logiescherweise der Betrag, den ein mobiler Energieerzeuger verursachen wird.

    Das Problem ist: Wer will für die Speicher zahlen? Können Speicher wirtschaftlich rentabel betrieben werden? Ich glaube nicht! Ansonsten würden doch alle sich Batterien kaufen. Selbst bei einem Elektroauto betragen die Batteriekosten 15 ct je gef. km., weil meist nach 100000km ein 15000 Euro teurer neuer Batterisatz fällig ist.

    Wasserspeicher = Große, hässliche Becken, die die Natur verschandeln und auf Widerstand bei der Bevölkerung treffen.

    Wie sieht eine Welt mit Mikronetzstruktur aus?
    Große Verbraucher klinken sich aus, der Rest muss den Strom teuer kaufen und wenn vor Ort gepfuscht wird, braucht man noch eine Backuplösung (Batteriespeicher für >3000 Euro oder Generator).

  • Als gut geführte Firma (ohne die Wasser- und Müllabenteuer) wäre RWE sicherlich in einer besseren finanziellen Postion. Auch hätte man womöglich bei der Genehmigung von neuen modernen Braunkohlekraftwerken geschickter verhalten können (zB nicht bauen), aber wenn ein Geschäftsmodell von der Politik abgeschafft wird, dann können sich die mit Schulden finanzierten Kraftwerke nicht in Luft auflösen bzw. finden keinen Käufer, der so blöd ist, in die Energieerzeugung per Kohle zu investieren.

    Als uninteressantes Investment müssen Energieerzeuger eine überdurchschnittliche Dividende bieten, ansonsten bleibt ihnen der Kapitalmarkt verschlossen.

    Was war interessiert auch nicht mehr, es ist Vergangenheit. Fehlentscheidungen können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Dass die ganze Energieerzeugungsbranche betroffen ist siéht man an ENBW, EON und anderen. Wenn die Gesellschaft auf eine sichere Stromversorgung verzichten will, dann muss die Politik nur auf dem jetzigen Pfad voranschreiten. Keine Bank/kein Investor wird einem Energiekonzern einen Ct leihen, auf Basis von Sicherheiten (unrentable Kraftwerke), die nichts wert sind. In einer Marktwirtschaft werden Firmen nach dem Ertrags- und nicht nach dem Substanzwert bewertet.

    Wir, die Verbraucher, werden zahlen MÜSSEN und das ganze Geschwurbel von Speicher.. kostet Unsummen. Die Realität wird sein, dass wir entweder eine staatl. Bewirtschaftung bekommen oder totale Marktpreise, dann kostet ein KW/h in der Hochverbraucherzeit 0,80 Euro und in der Nebenzeit 0,19 Euro (1 Ct + Steuern, EEG und Durchleitekosten). Dann muss der kOnsument entscheiden, wann er Wäsche waschen will oder FS schauen will. Dann kann jeder für sich einen Stromspeicher (Batterie) anschafffen.

  • Über ein Jahrzehnt hatte RWE Zeit, angemessen auf die Entwicklung hin zu den Erneuerbaren Energien zu reagieren. Sie hat es versäumt und sich krampfhaft an ihren Auslaufmodellen Kernkraft und Braunkohle festgehalten.

    Man ist nicht offensiv mit dem wechselnden Umfeld umgegangen und jetzt rennt man dem abgefahrenen Zug hinterher.

    Man muss kein Prophet sein, um die Randbedingungen zu sehen, mit denen die RWE weiter zu kämpfen haben wird:

    - die Kernkraft in wenigen Jahren Geschichte sein

    - die Bevölkerung wird die Luftverschmutzung durch Braunkohlekraftwerke zunehmend kritisch sehen und dieser dreckigsten Art der Strom- und Wärmeerzeugung keinen Spielraum lassen.

    - die Stromerzeugung wird sich dezentralisieren

    - die Vergütungen für Strom werden nicht steigen sondern durch die sinkenden Kosten bei den Erneuerbaren Energien niedrig bleiben oder sogar sinken

    - der Umbau unserer Energieversorgung auf die Erneuerbaren Energien wird in 35 Jahren weitestgehend abgeschlossen sein; ob mit oder ohne RWE ist schnuppe

    RWE kann seinen Platz in unserem zukünftigen Energieversorgungsnetz finden, wenn es zum Beispiel mitarbeitet, das Problem der Netzstabilität zu lösen (Speicherkraftwerke, zuverlässige Erneuerbare Energieträger (Wind-Offshore)).

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