Energie

Ökostromanbieter
Der Kampf der Pioniere

Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt für Ökostrom. Leidtragende sind Pioniere wie Lichtblick und Naturstrom: Sie müssen sich etwas einfallen lassen, um es mit der wachsenden Konkurrenz aufzunehmen.
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DüsseldorfEigentlich müssten sich Ökostromanbieter wie Naturstrom, Lichtblick und EWS Schönau freuen. Heute wollen weit mehr Menschen für grünen Strom bezahlen als noch zu den Gründungszeiten der Ökopioniere. Doch das Wachstum hat sich abgeschwächt – und der ehemalige Nischenmarkt ist inzwischen hart umkämpft.

Laut dem Marktforschungsunternehmen Trend Research wird die Zahl der Ökostromkunden bis zum Jahr 2017 auf 6,4 Millionen ansteigen. 2011, im Jahr der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, war sie innerhalb weniger Monate um eine Million auf 5,5 Millionen in die Höhe geschnellt. Derzeit liegt sie laut einer Erhebung des Fachblatts „Energie und Management“ bei knapp fünf Millionen Privat- und Gewerbekunden.

Die meisten Kunden kaufen ihren Ökostrom immer noch bei reinen Ökostromanbietern. Marktführer ist das Hamburger Unternehmen Lichtblick mit 485.000 Kunden, auf dem zweiten Platz folgt der Mainzer Ökostromanbieter Entega mit 376.000 Kunden.

Doch den Ökostromanbietern laufen die Kunden davon. Lichtblick verlor von 2011 zu 2012 rund 10.000 Privatkunden. Und der Düsseldorfer Konkurrent Naturstrom, der seit 1998 ausschließlich Ökostrom verkauft, wächst schwächer als noch vor einiger Zeit. Während das Unternehmen laut eigenen Angaben seine Kundenzahl von 2008 bis 2011 stets verdoppelte, konnte es 2012 nur 16.000 neue Kunden hinzugewinnen. In diesem Jahr wachse man weiter ungefähr auf Vorjahresniveau und liege aktuell bei über 240.000 Haushalts- und Gewerbekunden, heißt es vom Unternehmen.

Auch der 1999 gegründete Ökostromanbieter Greenpeace Energy stagniert nahezu. Zwar stieg die Anzahl seiner Kunden noch von 2011 zu 2012 um 3.000 auf 111.000 Kunden, laut den jüngsten Angaben hat die Firma derzeit jedoch nur noch 110.000 Kunden. Den größten Schwund musste Entega, Neuzugang unter den reinen Ökostromanbietern, hinnehmen. 2011 hatte das Unternehmen noch 430.000 Kunden – und damit 54.000 mehr als aktuell.

Kommentare zu " Ökostromanbieter: Der Kampf der Pioniere"

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  • Goalharry
    Da sind wir dann nicht beim Doppelten, sonder immer noch locker unter 20ct/kwh!!!
    Und in Deutschland werden wir in 10 Jahren dann einen Strompreis von 50ct/kwh haben. Dank der Erneuerbaren Energien. Die Energiewende/EEG = Verarmung des Volk durch die Unbezahlbarkeit von Strom und Energie!

  • Öttinger hat nicht nachgedacht, wir können z.B. aus Norwegen sehr günstigen Strom aus Wasserkraft günstig hinzukaufen.

  • @ HofmannM:
    Nicht der Atomstrompreis liegt bei 12 Cent/kWh - die Einspeisevergütung liegt bei 12 Cent/kWh! Dann müssen noch Netzentgelte, Steuern und zu guter Letzt der Gewinn draufgerechnet werden und Zack sind wir bei gut dem Doppelten! Stand heute - weil mit dem Inflationsausgleich wird's ja noch teurer.
    Richtig unbezahlbar wird's dann durch eine Haftpflicht, die es für Atomkraftwerke bis dato nicht gibt. Wie viele Milliarden sollen denn da abgedeckt werden? Wie hoch sind denn dann die Prämien? Welcher Stromkunde soll sich das noch leisten können? In Fukushima werden mal eben 150.000 Menschen zwangsumgesiedelt. Alleine das ein wirtschaftlicher Kopfschuß! Und dann sind noch nicht mal die Schäden beseitigt oder die Abfälle entsorgt!

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