Energie

Ökostromumlage
Stromfresser müssen mehr zahlen

Auch solche Unternehmen, die besonders viel Strom verbrauchen, müssen sich finanziell stärker am Ausbau der Erneuerbaren Energien beteiligen. Ihre Rabatte bei der Ökostromumlage sinken in diesem Jahr.
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BerlinDie stromintensive Industrie muss in diesem Jahr mehr für die Ökostromförderung bezahlen. Das geht aus den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hervor. Demnach werden die Unternehmen im Jahr 2015 voraussichtlich 630 Millionen Euro EEG-Umlage zahlen. Im vergangenen Jahr waren es nur 370 Millionen Euro. Die Zahlen berechnet das Bafa auf Basis der genehmigten Anträge für Ausnahmen von der EEG-Umlage.

„Im Industriebereich ist die privilegierte Strommenge im Vergleich zum Vorjahr gesunken“ erklärte Arnold Wallraff, Präsident des Bafa. So werde die Industrie in diesem Jahr 300 Mio. Euro weniger von der EEG-Umlage entlastet als noch 2014. Insgesamt beträgt die Entlastung 2015 4,8 Mrd. Euro.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte die sogenannte Besondere Ausgleichsregelung zuletzt vor der EU-Kommission erfolgreich verteidigt, die Bedingungen für deren Inanspruchnahme allerdings mit der EEG-Reform erschwert. Viele Unternehmen sind auf die Ermäßigungen angewiesen. Das betonte auch Bafa-Chef Wallraff im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Etwa jedes vierte Unternehmen, dem heute eine Entlastung gewährt werde, wäre ansonsten sofort pleite.

Das Bafa veröffentlicht jedes Jahr eine Auflistung aller Unternehmen, die in den Genuss der Ausnahmeregelung kommen. Sie ist auf der Internetseite des Amtes abrufbar. Insgesamt stieg die befreite Strommenge leicht, das sei auf die neuerdings befreiten Schienenbahnen zurückzuführen, sagte Wallraff gegenüber der „FAZ“.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Ökostromumlage: Stromfresser müssen mehr zahlen"

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  • Weshalb Schlachtereien, Metzgereien, Bäckereien, kommunale Bahnen,
    Automobilzulieferanten usw. von der EEG-Steuer befreit werden ist mit schleierhaft.
    Wer von diesen Dienstleistern steht denn im internationalen Wettbwerb???
    Also zahlt der "kleine" Mann die Differenzen; er gibt ja auch keine Widerrede.

    Wahrscheinlich muß erst der EU-Wettbewerbkommissiar die Angelegenheit durchleuchten.
    Welch ein korrupter Staat, welch korrupte Mitarbeiter. Pfui, Pfui, Pfui

  • Man muss das richtige Mittelmaß finden: Unternehmen dürfen nicht zerstört werden, aber die Energiewende muss weiter vorangebracht werden. Hier finden Sie einen guten Überblick über die Energiewende, Möglichkeiten und Chancen: http://bit.ly/3malE_Energiewende . Liebe Grüße, Tobias von 3malE

  • "Jedes vierte Unternehmen wäre pleite"

    Wie sieht es bei den Privaten aus? Wieviele Private müssen gestützt werden, damit ihnen noch Geld für Nahrung übrig bleibt.

    Damit ich nicht falsch verstanden werde, ich verlange nicht, dass die Unternehmen zahlen müssen. Ich prangere lediglich an, dass der "Topf", aus dem immer wieder Geld entnommen wird, nicht überwacht wird. Die Zähler haben nicht einmal das Recht zu erfahren, aufgrund welcher Kostenrechnung Ihnen die Zahlung abverlangt wird.

    Das ist zwar nicht neu, aber dennoch mehr als sonderbar. Letztlich ist es wie mit der Steuerverwendung und der Steuerbeitreibung.

    Kontrolle? Gäbe es sie, hätte man bestimmt schon einmal davon gehört.
    Demokratie? Dann hätten die Bürger bestimmt auch Rechte.

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