Energie

Öl verliert an Bedeutung

Fracking-Boom in USA krempelt Energiemarkt um

Die USA fördern so viel Gas und Öl wie lange nicht mehr – Fracking sei dank. Der Energieboom hat weitreichende Folgen. Nicht nur für die USA, sondern auch für Europa, wie eine aktuelle Studie zeigt.
19 Kommentare
Die USA fördern fleißig Öl: soviel wie lange nicht mehr. Quelle: Reuters

Die USA fördern fleißig Öl: soviel wie lange nicht mehr.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie Energiemärkte weltweit sind in einem umfassenden Wandel begriffen. Zu diesem Ergebnis kommt der Ölkonzern BP in seinem jährlich erscheinenden Report zum Energiemarkt. So hat die Ölproduktion der USA so rasant zugenommen wie lange nicht. Getrieben durch neue Methoden, die auch schwer zugängliche Quellen erschließen, kletterte die Förderung der USA im Jahr 2012 um 13,9 Prozent. Dies ist der größte Anstieg der US-Ölproduktion, seit BP im Jahr 1965 mit den Aufzeichnungen begann. Die Energiekonzerne gewannen zudem mehr Erdgas, wobei sich hier das Wachstum gegenüber den Vorjahren verlangsamt hat.

Die USA erleben einen regelrechten Energie-Boom. Neue Fördermethoden wie das Fracking erschließen bislang unerreichbare Erdgas- und Ölvorkommen. Bei dieser Technik wir unter hohem Druck eine Mischung aus Sand, Wasser und Chemikalien in das Gestein gepresst und das darin gebundene Öl und Gas gelöst. Die neu erschlossenen Vorkommen drückten den Gaspreis in den USA im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent. Nun wird die Förderung zunehmend auf Öl ausgedehnt.

Der billige Gaspreis in den USA hat umfassende Folgen für den Energiemarkt. Die Auswirkungen reichen bis Europa. „In den USA verdrängt Erdgas die Kohle bei der Stromerzeugung“, sagt Christof Rühl, Chefökonom von BP. Diese Entwicklung habe sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet. Nun hat sie jedoch an Fahrt gewonnen. Im Jahr 2012 stieg in den USA die Stromproduktion aus Gas um 21 Prozent, während die Bedeutung von Kohle zurückging.

Die überschüssige Kohle wiederum exportieren die USA nach Europa, wo sie als günstige Alternative zu Erdgas bei der Energiegewinnung genutzt wird. In Europa gibt es keinen Schiefergas-Boom. Das Misstrauen gegenüber Fracking ist hier ungemein größer. Kritiker warnen vor unabsehbaren Folgen für Umwelt und Menschen. So fürchten Skeptiker etwa, dass durch undichte Bohrlöcher Trinkwasser verunreinigt werden könnte.

Ohne Schiefergasförderung sind aber die Gaspreise deutlich höher als in den USA. „In der EU ist es um 45 Prozent billiger, Kohle bei der Stromproduktion zu nutzen als Erdgas“, erläutert BP-Chefökonom Rühl. Die Nutzung von Kohle belastet wiederum die Bilanz Europas bei der CO2-Emission. „Die Emissionseinsparungen in Europa durch den Umstieg auf erneuerbare Energien wird durch die steigende Stromerzeugung durch Kohle zunichte gemacht“, so Rühl. Kohlekraftwerke stoßen etwa doppelt so viel CO2 aus wie moderne Gaskraftwerke.

In der EU sollen zwar Treibhausgas-Zertifikate solche Entwicklungen verhindern. Aufgrund der Wirtschaftsflaute sind die Emissionslizenzen aber viel zu billig, um die Attraktivität von Kohle zu mindern. Zu demselben Schluss kommt auch eine Studie des Konkurrenten Exxon-Mobil. „So lange die CO2-Kosten niedrig sind, verdrängt die Kohle das Erdgas aus der Stromerzeugung“, heißt es in dem Papier.

Langfristig sinkende Energienachfrage
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19 Kommentare zu "Öl verliert an Bedeutung: Fracking-Boom in USA krempelt Energiemarkt um"

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  • >>Nie und nimmer werden die Amerikaner ihre Agrarindustrie >>udn damit die Unabhängigkeit der Nation gefährden.

    Lieber anonymer Gast,
    wenn man so wenig Ahnung von einem Thema hat wie Sie, dann sollte man sich vielleicht mal passende Informationsmaterialien besorgen, wie zum Beispiel den Dokumentarfilm "Gasland". Dort können Sie in Farbe sehen, wie die Amis ihr "kostbares" Ackerland vergiften und Ihre Bevölkerung über die Klinge springen lassen. Man man man ...

  • Hi Eksom..ich meine, es ist peinlich wenn sich ein Erwachsener so eine billige, einfach zu durchschauende Propaganda ansieht.

    Vandale

  • @ Gast


    Zitat : Die entscheidung zu Fracken ist ein poltisch abgestimmte, weitsichtige Strategie.

    - wird wohl die gleiche abgestimmte Strategie sein, wie der Einmarsch in Afghanistan, Irak, neuerdings auch Syrien.

    Und die Amis können sich mit ihrer Strategie abfracken, in D hat dieser Mist genau so wenig zu suchen, wie die Windmühlen, Photovoltaik und stinkende Bioanlagen. Dieser GRÜNEN-Mist wir demnächst wieder abgerissen !

    Und die Gasversorgung für 13 Jahre aus diesem Fracking bewahren wir für unsere Ur,ur,ur-Kinder auf !

  • @Vicario:

    Aus Lexikon: Bedeutendster Agrarproduzent
    Die USA verfügen über die größte landwirtschaftliche Nutzfläche der Erde. Von der Gesamtfläche ihres Territoriums sind 20,9 % Ackerland und 26,2 % Wiesen und Weiden. Die hohe Produktivität der amerikanischen Landwirtschaft hat das Land zum bedeutendsten Agrarproduzenten weltweit werden lassen. Bei der Produktion von Mais, Sojabohnen und Milch liegen die USA beispielsweise an erster, bei Weizen, Baumwolle und Fleisch an zweiter Stelle. Da weit mehr Agrarprodukte hergestellt als verbraucht werden, nehmen die USA auch beim Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse die Spitzenposition ein."

    Und Sie glauben im Ernst, dass die amerikanische Agrarindustrie aus den dümmsten Bauern besteht??!!

    Die entscheidung zu Fracken ist ein poltisch abgestimmte, weitsichtige Strategie. Nie und nimmer werden die Amerikaner ihre Agrarindustrie udn damit die Unabhängigkeit der Nation gefährden.

    Ihr kommentar ist das Ergebnis eines dumpfen Antiamerikanischen Resentiments wahrscheinlich kombiniert mit ökosozialistischer Ideologie.

  • Volksveblödung pur !! Fracking is enorm teuer, viel teurer als die herkömmliche Edgasförderung. Früher stands der Erdgaspreis vor der Finnazkrise bei 13,62.-. Dollar. Da rentierte das Frackin. Der Edgaspreis war mal bis zu 1,80.- Dollar abgesackt und notiert nun bei ca. 3,90.- Dollar.
    Danke hier für die Volksverblödung pur !! Als der Erdgaspreis sich bei über 10 Dollar bewegte (im Hoch 13,62 Dollar) haben Erdgasexplorer Fördergebiete erschlossen und gepachtet. Da hat sich das ganze noch renriert. Die angeblich neuartige Technik ist uralt - rein Verarsche. Der US-Konzern Halliburton hat schon in den 50-er Jahren diese Methode entwickelt. War aber da zu teuer.
    Und das Entscheidende ist - dass muss jder wissen. Die Firmen, die Gebiete zum Frackin erschlossen hatten, werden generell in den USA gezwungen innerhalb einer bestimmten Fisrt z.B. 3 Jahre die Bohrungen aufzunehmen. Tun sie das nicht, VERFALLEN ihre Förderechte. Firmen haben Milliarden bezahlt für Grundstücke. Jetzt fracken sie , um überhaupt noch einen Teil der Unkosten hereinzuholen. Ein Hunderte-Milliardengrab. Das muss man wissen. Der Edgaspreis wird iregndwann wider drastsich steigen. Aber Volksverblödung pur, um dden Eindruck eines Wirtschaftswunders zu vermitteln.

  • @KKM: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

    Weissagung eines in der heutigen Moderne lebenden Menschen:

    Erst wenn die letzte Fabrik abgestellt ist , das letzte Auto verboten ist und das letzte flugzeug gelandet ist, werdet Ihr merken, dass man von Yogakursen nicht leben kann.

  • Und wer kommt für die Negatiovfolgen auf; Regierung, Politiker, Manager, auch persönlich????

  • Einfach mal Googeln: Text: "Wasser das brennt sich ansehen! Und dann solche verniedlichende Kommentare zum Thema Fracking abgeben!

  • Fracking = in 1.000 m bis 4.000 m Tiefen wird mit sehr hohen Druck ein giftiges Chemiekoktail gepresst, damit sich die Gasbläschen zwischen den Steinen lösen und nach oben steigen. Gas wird oben aufgefangen und verwertet. Giftiges Chemie bleibt unten und soll ungefährlich sein!? Da lachen die Hühner...

  • na und, dann nehmen wir die Hilfen aus dem ESM in Anspruch

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