Energie

Ölförderer
Bund gibt grünes Licht für Dea-Verkauf nach Russland

Offshore-Ölfördertechnik darf derzeit nicht nach Russland verkauft werden – eine ganze Firma für Ölfördertechnik schon. Die Bundesregierung hat den Verkauf der RWE-Tochter Dea genehmigt. Ein Oligarch übernimmt.
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FrankfurtDer Energiekonzern RWE hat die größte politische Hürde für den milliardenschweren Verkauf seiner Öl- und Gas-Fördertochter Dea genommen. Die Bundesregierung gab trotz der Ukraine-Krise grünes Licht für die Veräußerung an eine Investorengruppe um den russischen Oligarchen Michail Fridman. Die Regierung erwarte keine Beeinträchtigung der Energie-Versorgungssicherheit in Deutschland, erklärte am Freitag Wirtschafts-Staatssekretär Stefan Kapferer.

„Die Bestätigung über die Freigabe liegt uns vor“, sagte ein Sprecher des in Luxemburg ansässigen Käufer-Konsortiums Letter One. Dies hatte die Nachrichtenagentur Reuters bereits zuvor von Insidern erfahren. Für den hoch verschuldeten Versorger RWE ist die fünf Milliarden Euro schwere Transaktion von großer Bedeutung.

RWE kündigte an, den Prozess planmäßig weiter zu verfolgen. Vorstandschef Peter Terium will den Deal bis Ende des Jahres über die Bühne bringen. Ganz durch ist dieser aber noch nicht. „Es stehen noch die Genehmigungen aus mehreren Ländern aus“, sagte eine RWE-Sprecherin. Nähere Angaben machte der Konzern dazu nicht. Dea ist in über einem Dutzend Ländern aktiv, darunter neben Deutschland Großbritannien, Norwegen, Dänemark und Ägypten.

Die Prüfung durch die Bundesregierung galt jedoch als größte politische Hürde. Die Regierung habe keine Bedenken, sagte Staatssekretär Kapferer. Sie sehe weder eine Gefahr für die Energieversorgung noch für Sicherheit und Ordnung.

Die Bundesregierung hat bei derartigen Transaktionen nach dem Außenwirtschaftsgesetz ein Mitspracherecht. Das Wirtschaftsministerium kann einen Kauf untersagen oder Anordnungen erlassen, um „die öffentliche Ordnung oder Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu gewährleisten“. Allerdings muss dafür eine „tatsächliche und hinreichend schwere Gefährdung“ vorliegen, die „ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt“. Die 2008 eingeführte gesetzliche Regelung wurde bisher nie angewendet. Die EU-Kommission hatte den Verkauf von Dea im Juli aus wettbewerbsrechtlicher Sicht genehmigt.

Dea mit Sitz in Hamburg hält Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. 2013 fuhren die rund 1500 Beschäftigten einen Betriebsgewinn von gut 500 Millionen Euro ein - etwa ein Zehntel des Konzernergebnisses. RWE will mit dem Verkauf der Tochter nicht nur die klamme Kasse füllen, sondern auch weitere Investitionen in das kapitalintensive Geschäft der Öl- und Gasförderung vermeiden.

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„Geschäft passt jetzt nicht in die Landschaft“

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  • Die russische Regierung zeigt doch wieder mal ihr wahres "Gesicht". Die Versorgungssicherheit ist nicht in Gefahr, habe ich noch auf einer anderen Seite gelesen.
    Für mich unverständlich, dieser Ausverkauf. Der größte unterirdische Gastank in Deutschland, ist auch schon in russische Hände gefallen.

  • Warum, außer auf Druck unserer Besatzer, sollte "unsere" Regierung auch die durch völlig unbegründete (wo bleibt das Ergebnis der MH17-Untersuchung?) und ausgesprochen gegen die eigenen (nicht nur wirtschaftlichen!!!) Interessen gerichteten Sanktionen in der Praxis streng durchziehen, wenn es die Besatzer selber auch nicht tun:

    Öl-Deals der Amis mit den Russen:
    http://german.ruvr.ru/news/2014_08_09/Russisch-amerikanisches-Olprojekt-in-Arktis-Putin-gibt-Startsignal-fur-Schurfbohren-2474/

    Waffendeals
    http://en.ria.ru/analysis/20140809/191870859/Pentagon-Refuses-to-Cancel-Deal-With-Russia-Sparks-Controversy-in-Arms-Lobby.html

    Was die "nicht-wirtschaftlichen" Interessen angeht, so handelt es sich darum, daß weder Rußland noch die BRD (bzw EU) ein Interesse haben können, der US-"Spalte und Herrsche"-Politik zu entsprechen, die dem eurasischen Wirtschaftraum eine vielversprechende Zukunft verbauen würde, nur damit die USA weiterhin die Welt dominieren können. Selbst einflußreiche Kreise (die Gruppe um Spethmann) aus der Wirtschaft melden sich zu Wort:

    http://www.mmnews.de/index.php/politik/19484-ukraine-und-ttip-die-us-zange

    Hier übrigens, wen es interessiert die Besatzungskosten, einschließlich Infrastruktur, die wir für die US-Angriffskriege in aller Welt bereitstellen:

    http://www.goldseiten.de/artikel/215315--Deutschland~-Aktuelle-Besatzungskosten-belaufen-sich-geschaetzt-auf-ueber-30-Mrd.--jaehrlich-.html

  • Tja, wer am Ende die Dollars und Euros besitzt hat verloren.
    Mir scheint die Russen, Chinesen und selbst die Amis wollen
    die Scheine nicht mehr, dafür aber die EU mit ihrer weisen
    Führung.

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