Energie

Ölkonzern
BP leidet unter Ukraine-Krise

Die Ukraine-Krise bremst BP: Der Ölkonzern hat im ersten Quartal deutlich weniger verdient – nicht zuletzt weil die Beteiligung am russischen Partner Rosneft angesichts des Rubel-Verfalls weniger abwarf.
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LondonDie Krise in der Ukraine kommt den britischen Ölmulti BP teuer zu stehen. Die Multimilliarden-Beteiligung am russischen Partner Rosneft macht BP zum größten Investor in Russland und damit gleichzeitig verwundbar für den jüngsten Wertverlust des Rubel durch die Auseinandersetzung mit dem Westen. Auch die branchenweite Schwäche bei der Weiterverarbeitung von Erdöl lastet auf dem Konzern und trägt zum Gewinnrückgang im ersten Quartal bei.

Unternehmenschef Bob Dudley hält jedoch dessen ungeachtet an den Geschäftszielen fest und will einen höheren Anteil des Gewinns an die Aktionäre ausschütten – durch eine Aufstockung der Dividende und Aktienrückkäufe. Die Aktie legte am Dienstag in London rund ein Prozent zu.

BP hält fast 20 Prozent an dem staatlichen Ölgiganten Rosneft. Die Beteiligung trug zu Jahresanfang nur noch einen Viertel zum Gewinn bei und damit deutlich weniger als noch am Jahresende. BP hatte erst am Montag eingeräumt, sich darüber Gedanken machen zu müssen, welche geschäftlichen Folgen die neuen US-Sanktionen gegen Rosneft-Chef Igor Setschin haben werden.

Die Krise könnte auch dem italienischen Öl- und Gaskonzern Eni heftige Probleme bereiten, weil dieser der größte europäische Kunde des russischen Staatsmonopolisten Gazprom ist. Eni vermeldete einen 15-prozentigen Gewinnrückgang auf knapp 1,2 Milliarden Euro für das ersten Quartal.

In diesem Zeitraum verdiente BP 3,2 Milliarden Dollar. Das war zwar eine Milliarde weniger als ein Jahr zuvor, aber rund 100 Millionen mehr als im Schnitt von Branchenexperten erwartet. Zum Rückgang trugen eine Abschreibung von mehr als 500 Millionen Dollar wegen der Aufgabe eines Schiefergas-Projektes in den USA sowie die Verkäufe von Geschäftsteilen bei.

Die maue Weltkonjunktur hat zuletzt in der gesamten Branche die Nachfrage im Raffineriegeschäft gedrückt, auch weil die USA wegen des dortigen Fracking-Booms viel Öl und Gas aus Schiefergestein fördern und weniger von dem Rohstoff importieren. Die Anlagen, in denen Erdöl etwa zu Benzin, Diesel, Heiz- oder Schmieröl veredelt wird, leiden daher unter Überkapazitäten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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