Energie

Ölkonzern OMV
Libyen-Krise und Pannen schmälern Öl-Produktion

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat mit einer schrumpfenden Gesamtproduktion zu kämpfen. Lieferausfälle in dem Bürgerkriegsland Libyen sowie eine Panne in Norwegen sind die Gründe.
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WienDem österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV haben im Auftaktquartal Lieferausfälle in Libyen sowie eine Panne in Norwegen zu schaffen gemacht. Die Gesamtproduktion von Öl und Gas schrumpfte im Vergleich zum Vorquartal um fünf Prozent auf 303.000 Barrel pro Tag, wie das Wiener Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Verkaufsmengen seien sogar um 13 Prozent gegenüber dem Schlussquartal gesunken. Besser läuft es für die Österreicher hingegen bei der Weiterverarbeitung von Rohöl zu Treibstoffen. Der niedrige Ölpreis bremst den Konzern aber insgesamt weiterhin ein.

In Norwegen kämpfte OMV mit einem Gasleck. Auf dem Feld Gudrun, das sich mehrheitlich im Besitz der norwegischen Statoil befindet, sei die Förderung für einen Monat unterbrochen gewesen. „Die Probleme sind mittlererweile behoben, die Produktion läuft wieder“, sagte ein OMV-Sprecher. OMV hält 24 Prozent an dem Feld. Angaben zur Höhe des Produktionsausfalls wollte der Unternehmenssprecher nicht machen.

In Libyen stehen die Ölförderanlagen nach wie vor still. In dem afrikanischen Land tobt knapp vier Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi ein Konflikt zwischen zwei rivalisierenden Regierungen und deren Milizen. Für die OMV bedeutet das enorme Einbußen, denn in Friedenszeiten bezogen die Österreicher rund zehn Prozent ihres Öls aus dem Land.

Deutlich besser läuft es für den teilstaatlichen Konzern im Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Rohöl zu Treibstoffen. Die entsprechende Raffineriemarge stieg im ersten Quartal auf 7,45 Dollar nach 5,19 Dollar je Barrel im Vorquartal – der höchste Stand seit 2012. Auch die Auslastung der Raffinerien sei im Auftaktquartal deutlich höher gewesen. Im Vorquartal kam es wegen einer Sicherheitsüberprüfung zu einem Stillstand in der Raffinerie Burghausen.

Keine Freude macht dem Konzern der niedrige Ölpreis. Aktuell kostet Öl der Nordsee-Sorte Brent knapp 63 Dollar und damit rund 40 Prozent weniger als vor einem Jahr. Eine vorteilhafte Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und Dollar habe den Preisrückgang nur teilweise ausgeglichen. Konkrete Angaben machte der Konzern vorerst nicht dazu. Der Sprecher verwies auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal am 18. Mai.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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