Energie

Ölpest im Golf von Mexiko Transocean zahlt Milliarden-Strafe

Knapp drei Jahre nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko hat sich der Bohrinselbetreiber Transocean auf eine Strafzahlung mit den US-Behörden geeinigt und ein Schuldbekenntnis unterschrieben.
Update: 03.01.2013 - 20:34 Uhr Kommentieren
Die brennende Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im April 2010. Quelle: dapd

Die brennende Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im April 2010.

(Foto: dapd)

Washington/New OrleansFast drei Jahre nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko hat auch der schweizerische Plattformbetreiber Transocean einen Milliardenvergleich mit der US-Regierung geschlossen. Das Schweizer Unternehmen werde insgesamt 1,4 Milliarden Dollar (1,06 Milliarden Euro) an Strafe zahlen, teilte das Justizministerium in Washington mit. Eine Milliarde Dollar entfällt dabei auf die Straftat der Gewässerverunreinigung und 400 Millionen Dollar werden für kriminelle Handlungen fällig.

Der Tiefsee-Spezialist habe ein Schuldbekenntnis unterschrieben, das noch von einem Gericht in New Orleans (Louisiana) abgesegnet werden müsse. Mit der Strafzahlung sollen auch laufende Ermittlungen gegen Transocean beendet werden. Das Unternehmen werde die Zahlung über eine Periode von fünf Jahren leisten, wobei im laufenden Jahr 560 Millionen Dollar anfallen, gab die im Schweizer Kanton Zug ansässige Firma bekannt. An der New Yorker Börse zog der Transocean-Kurs um sieben Prozent an. Experten werteten die Einigung trotz der hohen Kosten als Befreiungsschlag für das Unternehmen. „Unterm Strich steht für mich fest, dass nun die große schwarze Wolke verschwindet, die über ihnen schwebte“, sagte Analyst Phil Weiss von Argus.

Transocean hatte die vom britischen Ölkonzern BP geleaste Plattform „Deepwater Horizon“ betrieben, die im April 2010 im Golf von Mexiko gesunken war. Bei dem Unglück starben elf Menschen. Aus einem Leck in 1.500 Meter Tiefe waren insgesamt bis zu 780 Millionen Liter Erdöl ins Meer gesprudelt. Mehr als 1.000 Kilometer Küste in den US-Südstaaten wurden verschmutzt. Insgesamt 87 Tage dauerte es, bis das Leck geschlossen werden konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste massiv geschädigt.

Zur Schuldfrage hatte eine von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Untersuchungskommission erklärt, die Katastrophe sei „vorhersehbar und vermeidbar“ gewesen. Zwar seien US-Behörden mitverantwortlich, die Hauptschuld liege aber bei den beteiligten Firmen BP, Transocean und Halliburton. Im vergangenen November hatte sich BP mit dem Justizministerium auf eine Strafzahlung von 4,5 Milliarden Dollar geeinigt. Zudem muss sich der Ölkonzern auf weitere zivilrechtliche Forderungen einstellen.

 
  • dpa
  • dapd
  • afp
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