Energie

Ölpreis im Keller
Tankwarte fluchen über den fallenden Spritpreis

Diesel unter einem Euro, ein Liter Super für gerade einmal 1,20 Euro: Autofahrer jubeln an der Zapfsäule – und der Tankstellenpächter schaut ängstlich in den Tank. Der Preisrutsch kostet ihn oft bares Geld.
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DüsseldorfTanken hat seinen Schrecken verloren. Das gilt zumindest für die deutschen Autofahrer. Die Tankstellenpächter können diese Freude aber bestenfalls eingeschränkt teilen. Sie kämpfen mit sinkenden Margen, denn die Preise fallen schneller, als die Tanks der Stationen leer werden.

Mit anderen Worten: Oft wurde das Benzin noch zu höheren Marktpreisen eingekauft. Wenn die Pächter ihre Kunden behalten wollen, müssen sie das Benzin aber immer billiger abgeben. „Der fallende Markt ist schlecht für uns“, sagt daher Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbands Freier Tankstellen (BFT). „Die Marge schrumpft“. Die freien Tankstellen haben in Deutschland knapp ein Drittel Marktanteil.

Insgesamt sei der Markt eigentlich ruhiger und entspannter geworden, doch die „Signalpreise“ von den internationalen Rohstoffbörsen sorgten immer wieder für Hektik. „Sie lösen Aktivitäten bei den Verbrauchern aus“, erklärt Zieger. Und solche Signale gibt es zurzeit nahezu täglich.

Die Rohölpreise markieren einen Tiefstand nach dem nächsten. Zu Wochenbeginn kostete ein Barrel Rohöl in Europa, das sind 159 Liter, zeitweise weniger als 28 US-Dollar. So niedrig notierte Brent-Öl zuletzt vor 13 Jahren. Allein seit Beginn dieses Jahres ist der Ölpreis um knapp zehn Dollar gefallen. Gleichwohl sind noch die jüngsten Hochpreisphasen im Gedächtnis der Verbraucher. Denn Mitte 2014 notierte Brent-Öl bei 115 Dollar je Barrel – entsprechend teuer war der Sprit.

Doch mittlerweile dreht sich die Preisspirale nach unten immer schneller. Nach Angaben des Internetportals „Clever-tanken.de“ sind die Benzin- und Dieselpreise 2015 das dritte Jahr in Folge gesunken. Die Tankstellenpächter können diesen Preisrutsch kaum noch abfedern. Branchenkreisen zufolge erhalten die Pächter vier bis fünf Cent pro Liter Kraftstoff. Davon müssen allerdings noch die laufenden Kosten der Tankstelle wie die Wartung der Zapfsäulen oder auch die Transportkosten für die Anlieferung des Kraftstoffs bezahlt werden. Unter dem Strich bleiben den Betreibern der Stationen dann ein bis eineinhalb Cent je Liter.

Etwas besser geht es einigen Pächtern von Markentankstellen, sofern sie eine fixe Provision erhalten. Lukrativer für die Tankwarte insgesamt ist aber ohnehin das Shop-Geschäft, also der Verkauf von Kaffee, Süßwaren oder Gebäck.

An vielen Tankstellen kostet Superbenzin inzwischen weniger als 1,20 Euro. Zum Teil mussten für einen Liter schon weniger als 1,16 Euro gezahlt werden. Bei Diesel ist bereits seit längerem die Grenze von einem Euro gefallen.

Dass diese Marke auch beim Superbenzin unterschritten werden könnte, gilt allerdings als nahezu ausgeschlossen. Denn der Staat verdient an den Tankstellen kräftig mit.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Auch unter den HB-Kommentatoren ist es ein oft anzutreffender Irrtum, irgendjemand könne in einem hohen Maße und über einen längeren Zeitraum Kurse steuern, so wie er oder sie es gerade braucht. Insbesondere bei Gold wird das hier regelmäßig unterstellt. Ist aber Blödsinn! Auch von den großen Playern können Kurse immer nur angestoßen werden. Der Markt muß dies dann aufnehmen und weiterführen. Passiert das nicht, ändert sich auch der Kurs nicht signifikant.

    Es sind die Spekulanten, die die Kurse machen. Und bei den Rohstoffen, insb. Öl, haben wir gerade eine komplett aus dem Ruder gelaufene Übertreibung nach oben erlebt. Weder der Rücksetzer beim Gold, noch der starke Rückgang beim Öl wundern mich auch nur im geringsten. Inflationsbereinigt ist Öl erst bei 11 bis max. 20 Dollar wieder auf Normalstand

  • Der größte Abzocker am Sprit is................
    So eine Frechheit die Sie hier von sich geben. Kriege, Illegale u.s.w. müssen finanziert werden.

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