Energie

Österreich Toter nach Gasexplosion – Italien von Versorgung abgeschnitten

An einer wichtigen Übergabestation für Gasexporte in Österreich hat es eine Explosion gegeben. Mindestens ein Mensch ist gestorben, die Ursache ist technischer Natur. Mehrere Länder melden Probleme.
Update: 12.12.2017 - 15:36 Uhr Kommentieren

Tragisches Unglück fordert einen Toten und mehrere Verletzte

Tragisches Unglück fordert einen Toten und mehrere Verletzte

Baumgarten an der MarchBei der Explosion einer international wichtigen Gasverteilstation in Österreich ist ein Arbeiter ums Leben gekommen. Rund 20 Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Das Unglück am Dienstag beeinträchtigte die Gasversorgung im Süden und Südosten Europas. In Italien sprach Wirtschaftsminister Carlo Calenda von einem „ernsthaften Problem“.

Der italienische Netzbetreiber Snam teilte mit, dass die Belieferung möglicherweise noch am Dienstag wieder aufgenommen werden könnte. Die Versorgung sei wegen der Lagerbestände auf jeden Fall gesichert. Auch das Wirtschaftsministerium wies auf Lagerbestände hin und erklärte, dass der Notstand in solchen Fällen automatisch ausgerufen werde. Die Lage sei „unter Kontrolle“.

Die Menschen in Deutschland müssten sich keine Sorgen machen, berichtete ein Sprecher der Betreiberfirma Gas Connect. Die Leitung nach Westen sei bei der Explosion unversehrt geblieben, sagte er dem Radiosender Antenne Bayern.

Die Explosion brachte den russischen Gasexport nach Süd- und Südosteuropa empfindlich durcheinander. Die Gazprom-Tochter Gazprom Export teilte in Moskau mit, man arbeite daran, Umgehungsrouten zu finden, um Lieferengpässe zu vermeiden. Aus der Ukraine, dem Haupttransitland für russisches Gas, floss nach slowakischen Angaben am Dienstag ein Drittel weniger Erdgas Richtung Westen als noch am Montag.

Bei der Gasstation handelt es sich um ein Drehkreuz, an dem jährlich etwa 40 Milliarden Kubikmeter Gas verteilt werden. Gas Connect ist eine Tochterfirma des österreichischen Energiekonzerns OMV.

Um 8.45 Uhr hatte ein gewaltige Explosion den Ort Baumgarten an der March in der Nähe der slowakisch-österreichischen Grenze erschüttert. Die Polizei sprach von einem technischen Fehler als Unglücksursache. Ein Experte von Gas Connect ging davon aus, dass es im Bereich der Filteranlagen zu einem Problem gekommen war. Nach der Explosion loderte ein großer Feuerball über dem Gelände. Die Rauchwolke war bis ins etwa 30 Kilometer entfernte Wien zu sehen.

Bei den Rettungskräften herrschte Großalarm. Den 240 eingesetzten Feuerwehrleuten gelang es binnen kurzer Zeit, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Allerdings dauerte das Löschen der sechs Gebäude auf dem Gelände einige Stunden.

Zu dem Todesopfer wollten die Behörden zunächst keine genauen Angaben machen. Es handle sich um den Arbeiter einer Fremdfirma, der aus Österreich stamme, hieß es.

Um dem möglichen Andrang von Schaulustigen vorzubeugen, wurde der Unglücksort in einem Kilometer Umkreis abgesperrt. Passieren durften die Straßensperren nur Anwohner und Journalisten. „Schaulustige können wir nicht brauchen“, meinte ein Polizeisprecher.

Explosion in Österreich: Toter nach Gasexplosion in Baumgarten Quelle: dpa
Explosionsschäden

Durch Hitze beschädigt auf einem angrenzenden Parkplatz nach einer Explosion in Baumgarten in Niederösterreich.

(Foto: dpa)
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