Energie

Österreichischer Energiekonzern
Ölpreisrückgang nagt an OMV-Gewinn

Ein Rückgang bei der Produktion und der gesunkene Ölpreis belasten den Gewinn des österreichischen Erdöl- und Gaskonzerns OMV. Analysten hatten mit einem besseren Ergebnis gerechnet.
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WienGesunkene Ölpreise und geringere Verkaufsmengen haben den Gewinn des österreichischen Erdöl- und Gaskonzerns OMV geschmälert. Im zweiten Quartal sank der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Clean CCS Ebit) um 15 Prozent auf 733 Millionen Euro, wie die OMV am Dienstag mitteilte. Damit schnitt der Konzern etwas schlechter ab als von Analysten erwartet. Die Experten hatten im Schnitt mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 743 Millionen Euro gerechnet.

Unternehmenschef Gerhard Roiss zeigt sich dennoch mit der Entwicklung zufrieden und weist vor allem auf die Finanzkraft des Konzerns hin: "Im ersten Halbjahr 2013 haben unsere gute operative Performance sowie Verbesserungsmaßnahmen im Rahmen des Performance-Steigerungsprogramms zu einem sehr starken Free Cashflow beigetragen. Dieser wird unser Wachstum im Upstream-Bereich vorantreiben", sagte Roiss. Der Cashflow konnte im zweiten Quartal auf 1,2 (Vorjahr: 0,5) Milliarden Euro mehr als verdoppelt werden.

Belastet wurde das Ergebnis im zweiten Quartal vor allem von den geringeren Verkaufsmengen in Großbritannien, Libyen und Neuseeland. Die Gesamtproduktion von Erdöl und Erdgas sowie Flüssiggas (NGL) sei um drei Prozent auf 297.000 Barrel pro Tag gesunken. In Großbritannien habe sich der Verkauf der Beteiligungen in der britischen Nordsee und der Produktionsstopp in Schiehallion ausgewirkt. Die Österreicher beteiligen sich an der Neuentwicklung des westlich der Shetlandinseln liegenden Schiehallion-Ölfeldes. In Libyen musste die OMV Anfang Juli wegen Sicherheitsproblemen und Streiks vorübergehenden die Produktion stoppen.

Spuren in der Bilanz habe aber auch der gesunkene Ölpreis hinterlassen. Der Brent-Preis sei fünf Prozent unter dem Vorjahresquartal gelegen, während der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns nur zwei Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen habe. Für 2013 habe OMV kein Ölpreis-Hedging abgeschlossen, während im Vorjahr noch ein negatives Ergebnis aus der Preisabsicherung von 32 Millionen Euro verbucht wurde. Für den Rest des Jahres erwartet die OMV weiterhin einen durchschnittlichen Ölpreis von über 100 Dollar je Barrel.

Die Auslastung der Raffinerien erwartet die OMV nach dem Hoch im Vorjahr im laufenden Jahr auf einem moderaten Niveau. Im Petrochemie-Geschäft werde damit gerechnet, dass die Margen durchschnittlich auf dem Niveau des Vorjahres bleiben. Die Verkaufsmengen sollten jedoch aufgrund einer gedämpften Nachfrage in den Kernmärkten unter Druck bleiben, hieß es. Regional fokussiert der Konzern auf die Märkte Mitteleuropa, Südosteuropa und die Türkei.

Auch andere Ölkonzerne haben zuletzt Dämpfer bei ihren Gewinnen einstecken müssen. Zurückgenommene Fördermengen, nicht erzielte Gewinne und verpasste Kostensenkungen prägen die Quartalsgewinne der Ölfirmen. Beim Branchenprimus Exxon stürzte der Quartalsgewinn zuletzt gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte auf 6,9 Milliarden Dollar ab.

Nicht viel besser ging es Shell und der italienischen ENI, denen vor allem wegen Problemen in Nigeria Fördermengen und Gewinnerwartungen einbrachen. Einziger Ausreißer der laufenden Berichtsaison war die europäische Nummer drei Total. Die Franzosen beeindruckten die Märkte mit dem ersten Produktionsanstieg seit drei Jahren. Sie meldeten aber Ende Juli einen Gewinnrückgang um drei Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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