Energie

Österreichischer Stahlriese
Voestalpine fordert neue Klimapolitik

„Für mich hat der Zertifikatshandel keine Zukunft“, sagt Voestalpine-Chef Wolfgang Eder. Den CO2-Handel will der österreichische Stahlriese durch Bonussystem ersetzen – „und ein Malus-System für Unbelehrbare“.
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Düsseldorf/LinzDer österreichische Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine fordert eine Kehrtwende in der Klimapolitik. „Die Vorgangsweise bei der Energiewende wird langfristig über die Existenz der Stahlindustrie in Europa entscheiden“, sagte Vorstandschef Wolfgang Eder dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe) in Linz. „Ein einheitliches europäisches Energiekonzept könnte den Druck lindern. Generell muss der Industrie in Europa mehr Luft zum Atmen gegeben werden, um bei den Kosten auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben zu können.“

Der Konzernlenker fordert schnelle Reformen. „Für mich hat der Zertifikatshandel keine Zukunft“, sagt Eder dem Handelsblatt. „Ich bin grundsätzlich für ein Bonus-System und ein Malus-System für Unbelehrbare.“ Anreizsysteme würden in den USA hervorragend funktionieren. Die neue EU-Kommission, das neue EU-Parlament, aber auch der Europäische Rat werde sehr viel intensiver nachdenken müssen, wie zu einer energiepolitischen Mindestkoordination kommt, um die Versorgung von Bürgern und Unternehmen nicht zu gefährden, mahnte der Manager.

Eder wird im Oktober den Vorsitz des Weltstahlverbandes übernehmen. Die Voestalpine führt der 62-jährige Jurist seit rund einen Jahrzehnt. Das österreichische Unternehmen erzielte zuletzt mit seinen 47.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 11,5 Milliarden. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 1,45 Milliarden Euro. Ein Viertel der Erlöse erwirtschaftet die seit 1995 börsennotierte Voestalpine in Deutschland.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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