Energie

OMV Ölfirma will Verzögerungen bei Gazprom-Geschäft aufholen

Der österreichische Ölkonzern OMV und Gazprom hatten sich im vergangenen Jahr auf ein Tauschgeschäft geeinigt. Doch dabei gab es Verzögerungen – die will OMV-Chef Rainer Seele nun aufholen.
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OMV und Gazprom hatten sich im vergangenen Jahr auf ein Tauschgeschäft geeinigt. Quelle: Reuters
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OMV und Gazprom hatten sich im vergangenen Jahr auf ein Tauschgeschäft geeinigt.

(Foto: Reuters)

WienDer Wiener Öl- und Gaskonzern OMV hofft, Verzögerungen beim geplanten Tauschgeschäft mit dem russischen Energieriesen Gazprom aufholen zu können. „Wir hoffen mal, dass wir den Zeitverlust, den wir hatten wegen des Wartens bei der Einreichung der Unterlagen, dass wir den irgendwie wieder wettmachen können“, sagte OMV-Chef Rainer Seele am Dienstag am Rande einer Veranstaltung der Nachrichtenagentur Reuters.

OMV und Gazprom hatten sich im vergangenen Jahr auf ein Tauschgeschäft geeinigt. Die OMV soll eine knapp 25-prozentige Beteiligung an Teilen des sibirischen Ölfeldes Urengoy erhalten. Im Gegenzug bekommt der russische Konzern einen 38,5-prozentigen Anteil an der norwegischen OMV-Tochter Norge. Die dafür notwendigen Genehmigungen aus Norwegen und Russland sind noch ausständig.

Hier baut Gazprom Europas höchsten Wolkenkratzer
Höchster Büroturm Europas
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Das Lachta-Center soll das neue Wahrzeichen von St. Petersburg werden. Mit 462 Metern wird Europas höchster Wolkenkratzer das historische Zentrum von Russlands nördlicher Metropole überragen. Gazprom, der größte Gaskonzern der Welt, zeigt mit dieser neuen Firmenzentrale seine Macht. In der Heimatstadt von Präsident Wladimir Putin wächst ein Symbol für ein neues Russland, wie er es gerne sieht: cool und kühn.

Schlanke, fünfeckige Silbernadel
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Im Frühjahr 2015 wurde nördlich des Zentrums im Stadtteil Lachta am Finnischen Meerbusen das Fundament gegossen. Vor einem Monat im Oktober überholte der Bau mit 374 Meter Höhe den bisherigen europäischen Rekordhalter, den Federazija-Turm in Moskau. Zum Vergleich: Deutschlands höchstes Hochhaus, der Commerzbank-Turm in Frankfurt, misst einschließlich Spitze 300 Meter. Schon jetzt ist das Lachta-Center vom weitem zu sehen – von der Ostsee wie von der Stadt aus. Als schlanke, fünfeckige Silbernadel schraubt es sich in den Himmel. Der Entwurf stammt von dem britischen Stararchitekten Tony Kettle, geplant hat das Moskauer Büro Gorproekt.

Fensterteile aus Deutschland
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Wie ein Wolkenkratzer aussieht, hängt vor allem von der Fassade ab, und die wird bei diesem russischen Prestigeobjekt von der deutschen Spezialfirma Josef Gartner aus Gundelfingen in Bayern erstellt. „Das ist ein Auftrag, der uns sehr geprägt hat in den letzten drei Jahren“, sagt Geschäftsführer Jürgen Wax. Gartner gehört zum italienischen Baukonzern Permasteelisa, arbeitet weltweit und hat auch die neue Zentrale des Technikkonzerns Apple in Cupertino ) verglast. Außen- und Innenverglasung des Hochhauses messen 100.000 Quadratmeter, so groß wie 14 Fußballfelder. Dazu hat Gartner 16.600 Einzelelemente aus Aluminium, Stahl und kalt gebogenem Glas angefertigt.

Bau schreitet voran
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Am Turm arbeiten die Fassadenbauer auf vielen Etagen zugleich. Im zehnten Stock sind schon die Vorstandsbüros erkennbar, die Gazprom-Chef Alexej Miller und seine Kollegen einmal beziehen sollen. „Wir haben an zwei Stellen von unten und von der Mitte mit dem Verglasen begonnen“, sagt Projektleiter Ralph Damköhler. Derzeit müssen die Lücken geschlossen werden.

Blick durch die Wolken
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Der 77. Stock liegt an diesem Herbsttag im Nebel. Arbeiter in bunten Overalls, gesichert wie Bergsteiger, bugsieren über dem grauen Nichts die Fassadenteile an ihren Platz. Nur gelegentlich geben die Wolken den Blick in die Tiefe frei. Hochhäuser, Parks, das Fußballstadion Zenit-Arena sehen von oben wie winzige Modellbauten aus.

Widerstand in der Stadt
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Das himmelstürmende Hochhaus ist in St. Petersburg nicht unumstritten. Gazprom wollte den neuen Firmensitz erst mitten im Zentrum bauen, wo er die barocken Zarenpaläste und andere Architekturschätze in den Schatten gestellt hätte. Dagegen regte sich Widerstand in der Stadt, und auch die UN-Kulturorganisation Unesco meldete Bedenken an. 2010 entschloss sich Gazprom deshalb zu dem neuen Standort. Bauübergabe soll 2018 sein.

Nördlichster Wolkenkratzer der Welt
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„Wir sind sehr stolz auf unser Projekt“, sagt Sergej Nikiforow, der Chefingenieur des Bauträgers. Das Gebäude sei eine Herausforderung, denn es werde nicht nur Europas höchster Wolkenkratzer sein, sondern der nördlichste weltweit. Die Konstruktion sei ausgelegt, um Wind, Regen, Schnee und Eis im rauen Petersburger Klima zu trotzen.

Den Antrag in Norwegen wollen die Österreicher nach den Parlamentswahlen im Herbst nun so bald wie möglich stellen. Bisher hieß es, dass der Abschluss des Geschäftes spätestens Ende 2018 erfolgen soll. Seele geht nun davon aus, dass dieser Zeitplan bis zum Ende ausgeschöpft werde.

  • rtr
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