Energie

OMV
Ölkonzern verdoppelt den Gewinn

Die Geschäfte bei der Ölförderung laufen für OMV gut. Der österreichische Konzern hat seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal verdoppelt. Belastetet wurde die Bilanz aber vom Verkauf des türkischen Tankstellengeschäft.
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WienDer Wiener Ölkonzern OMV hat seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal dank Kostensenkungen und besserer Geschäfte bei der Ölförderung verdoppelt. „Die Trendwende haben wir definitiv erreicht, die OMV befindet sich auf profitablen Wachstumskurs“, sagte Konzern-Chef Rainer Seele am Donnerstag. Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS Ebit) kletterte auf 662 (Vorjahr: 331) Millionen Euro.

Belastetet wurde die Bilanz jedoch von negativen Währungseffekten infolge des Verkaufs des türkischen Tankstellengeschäfts Petrol Ofisi. Unter dem Strich häufte der teilstaatliche Konzern dadurch einen Verlust von einer Milliarden Euro an nach einem Fehlbetrag von 168 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Anleger reagierten verschreckt und schickten die Aktien auf Talfahrt. Die Titel fielen um 4,6 Prozent auf 47,0 Euro und hielten damit die rote Laterne im ATX. Seit Jahresbeginn liegen die Papiere aber gut 46 Prozent im Plus.

Ein „wesentlicher Schlüssel zum Erfolg“ seien die quer über alle Bereiche umgesetzten Kostensenkungen, sagte der seit zwei Jahren an der Spitze von Österreichs größtem Industriekonzern stehende Manager. So sei es gelungen, die vor einem Jahr noch überdurchschnittlich hohen Produktionskosten schneller als geplant unter die Ziel-Latte von zehn Dollar je Fass zu senken. Per Ende Juni fielen die Kosten um 19 Prozent auf 8,7 Dollar je Fass. Zudem wurde wieder mehr Öl und Gas gefördert. Im zweiten Quartal stieg die Produktion dank höherer Mengen aus Norwegen und Libyen um sieben Prozent auf 339.000 Barrel pro Tag.

Zudem habe man sich von verlustbringenden Geschäften wie der türkischen Petrol Ofisi getrennt, sagte der OMV-Chef. Gemeinsam mit dem Verkauf der Aktivitäten in Großbritannien flossen knapp 1,7 Milliarden Euro in die Kasse. Der freie Cash Flow nach Dividenden schnellte auf 2,1 Milliarden Euro hoch. In Summe war das türkische Tankstellengeschäft aber ein Verlust, gestand Seele ein. Durch den Verkauf der Petrol Ofisi schlug über den Zeitraum ein negativer Währungseffekt in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro zu Buche.

Kritik übte Seele an den Sanktionsdrohungen der USA gegen Russland. Hinter den Versuchen, das Gas-Pipeline-Projekt Nord Stream 2 zu verhindern, würden vor allem wirtschaftliche Interessen der USA stecken. Die OMV gehört zu jenen westlichen Partnern, die die Röhre von Russland durch die Ostsee nach Deutschland gemeinsam mit der russischen Gazprom realisieren wollen. „Der amerikanische Senat übt Druck aus, in dem er Nord Stream 2 in ein neues Sanktionsgesetz aufnimmt“, sagte Seele. Damit ziele die USA darauf ab, ihr verflüssigtes Gas (LNG) in Europa absetzen zu können. Europa reagiere aber darauf und sei dabei, auch in der Energiepolitik unabhängiger und autarker zu werden, sagte Seele. Aus europäischer Sicht sei Nord Stream 2 hinsichtlich der Versorgung unverzichtbar. Die Röhre werde zusätzliche Transportkapazität schaffen, verpflichte aber nicht zum Kauf des russischen Erdgases.

Aussagen über mögliche Auswirkungen von US-Sanktionen gegen Russland hält Seele für verfrüht. Er geht aber davon aus, dass die OMV-Aktivitäten in Sibirien nicht betroffen sein werden. Aus dem Projekt auszusteigen schließt er aus. Bisher habe die OMV rund 200 Millionen Euro in das Pipeline-Projekt investiert. Dass sich die Röhre verteuern könnte, glaubt Seele nicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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