Energie

OMV und Russland
Österreichs Ölkonzern ist abhängig von Gazprom

OMV will über ein Tauschgeschäft mit Gazprom in den russischen Markt einsteigen. Gelingt das nicht, sieht es düster aus. Einen Plan B gibt es nicht, gesteht der Vorstandschef des Ölkonzerns – und kürzt die Dividende.

WienDer Ölpreisabsturz und hohe Abschreibungen haben dem österreichischen Erdöl- und Gaskonzern OMV einen Milliardenverlust eingebrockt. Die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr soll auf 1,00 Euro je Aktie von 1,25 Euro gekürzt werden, wie der teilstaatliche Konzern am Donnerstag mitteilte. Auch mit dem Ausblick machte Konzernchef Rainer Seele den Aktionären keine Freude.

„Wir haben schwierige Jahre vor uns, die Öl- und Gaspreise sind im Keller. Eine Erholung ist nicht in Sicht“, sagte der ehemalige Wintershall -Chef, der im vergangenen Juli das Ruder bei Österreichs größtem Industriekonzern übernommen hatte. Die OMV-Papiere fielen zur Eröffnung um 2,3 Prozent auf 24 Euro.

Da der Ölpreis in den Keller gerutscht ist, musste die OMV im vergangenen Jahr Wertberichtigungen in Höhe von drei Milliarden Euro vornehmen. Die Wiener rutschten in die roten Zahlen und wiesen unter dem Strich einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro aus. Der bei Analysten viel beachtete, um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS Ebit) schrumpfte um 38 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Der OMV-Chef führt die Probleme des Konzerns vor allem auf zu hohe Kosten für die Suche nach Öl und Gas zurück. Diese seien im Branchenvergleich zu hoch. Die Explorationsausgaben sollen nun in den kommenden zwei Jahren auf 300 Millionen Euro jährlich halbiert werden. „Wir leben seit Jahren über unsere Verhältnisse“, kritisierte Seele. Auf dem Unternehmen lastet ein Schuldenberg von vier Milliarden Euro. Oberste Priorität habe die Steigerung der Profitabilität. „Dividenden auf Pump“ soll es künftig nicht mehr geben, sagte Seele.

Abgeschafft werde auch die „Jagd nach Volumen“. Bis 2020 sieht die OMV die Produktion bei 300.000 Barrel pro Tag stagnieren. Sollte das geplante Tauschgeschäft mit dem russischen Energieriesen Gazprom gelingen und in den Krisenländern Libyen und Jemen die Produktion wieder aufgenommen werden, könnte der Förderung bis 2020 auch auf 360.000 Barrel steigen.

Die OMV setzt trotz der Spannungen zwischen Russland und dem Westen ihre ganzen Hoffnungen auf den Einstieg in den russischen Markt. Dort wären die Produktionskosten weit niedriger als etwa in der Nordsee oder in Rumänien. Sollte das geplante Tauschgeschäft mit Gazprom scheitern, müsse der Konzern seine Strategie anpassen. Einen Plan B gebe es nicht, sagte Seele.

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„Wir investieren in eine unschlagbare Strategie“

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