Energie

Oncor-Übernahme
Buffett lässt sich bei Energie-Deal ausstechen

Die Milliardenübernahme des Energieversorgers Oncor durch Warren Buffett ist geplatzt. In letzter Minute hat ein Rivale den Starinvestor überboten. Dass Buffett nicht dagegen hält, passt jedoch zu seiner Strategie.
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DüsseldorfFür Warren Buffett wird es wohl nichts mit der geplanten Übernahme des Energieversorgers Oncor. Das Unternehmen Sempra Energy hat den Starinvestor überboten, wie am Montagmorgen bekannt wurde.

Sempra zahlt rund 9,3 Milliarden Dollar für die insolvente Oncor, umgerechnet knapp 8 Milliarden Euro. Einschließlich Schulden beläuft sich die Transaktion auf 18,8 Milliarden Dollar. Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, hatte zuvor 9 Milliarden Dollar geboten. Berkshire hatte Anfang Juli angekündigt, dieses Gebot nicht weiter zu erhöhen. Eigentlich sollte die Übernahme am heutigen Montag vor dem Insolvenzgericht im Bundesstaat Delaware besiegelt werden.

Für Buffett ist es eine seiner seltenen Niederlagen. Der 86-Jährige ist allerdings auch bekannt dafür, derartige Bieterkämpfe und feindliche Übernahmen zu meiden. Auch hat der zweitreichste Mann der Welt den Ruf eines harten Verhandlungspartners, der nie zu viel für ein Unternehmen zahlt.

Sempra soll bei der Übernahme auch die Unterstützung von Hedgefonds-Milliardär Paul Singer haben. Dieser ist größter Kreditgeber der Oncor-Mutter Energy Future Holdings und hatte Berkshire zunächst aufgefordert, mehr für das Unternehmen zu zahlen.

Buffett investiert bereits seit 17 Jahren in die Energiebranche und wollte mit der Übernahme von Oncor seine Position weiter ausbauen. Schon heute ist Buffetts Unternehmen gemessen am Nettogewinn der zweitgrößte Energieversorger des Landes mit Kunden in 18 Bundesstaaten, vor allem im Westen und in der Mitte des Landes. Zudem betreibt Berkshire Hathaway Energy auch Geschäfte in Großbritannien und Kanada. Die Sparte erwirtschaftete im vergangenen Jahr etwa zehn Prozent des Nettogewinns von Berkshire, rund 2,4 Milliarden Dollar bei 18 Milliarden Dollar Umsatz.

Oncor ist ein Netzbetreiber, der nach eigenen Angaben Strom über knapp 200.000 Kilometer Kabel verteilt. Das Unternehmen war 2007 Gegenstand der größten, fremdfinanzierten Übernahme Amerikas. Die Beteiligungsgesellschaften KKR, TPG Capital und der Private-Equity-Arm von Goldman Sachs hatten das Unternehmen damals für 32 Milliarden Dollar übernommen. Doch als die Preise für Erdgas überraschend fielen, kam das hochverschuldete Unternehmen in Schwierigkeiten. Seit 2014 läuft das Insolvenzverfahren.

Sempra besitzt und betreibt Strom- und Gasversorger in den USA sowie in Südamerika. Das Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von rund 29 Milliarden Dollar.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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