Energie

Pannenserie
Thyssen-Krupp wird Brasilien-Werk nicht los

Thyssen-Krupp findet keinen Käufer für sein verlustreiches Stahlwerk in Brasilien: Die Suche scheitert offenbar an Pannen in der Produktion. Erschwert wird der Verkauf auch durch langfristige Liefervereinbarungen.
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DüsseldorfDer Industriekonzern Thyssen-Krupp wird voraussichtlich an seinem Stahlwerk in Brasilien festhalten müssen. Grund dafür seien eine Pannenserie, durch die die Produktion gestört wurde, sowie Liefervereinbarungen mit dem Rohstoffkonzern Vale, wie das Handelsblatt (Montagausgabe) aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen erfahren hat. Diese beiden Umstände machten den Verkauf derzeit faktisch undenkbar, da Thyssen-Krupp nach einer Veräußerung große Risiken tragen müsste.

Nach Angaben des Unternehmens gab es in den vergangenen Monaten massive Störungen im Kraftwerk sowie einem Hochofen, die erhebliche Kosten verursacht hatten. Ursache dafür waren zumindest beim Hochofen Konstruktionsfehler. Nach diesen Pannen müsse man schauen, ob das Werk problemlos laufen könne, hieß es in Verhandlungskreisen.

Erschwert wird der Verkauf auch davon, dass der alte Vorstand beim Verkauf weiterer Anteile an Vale dem Minderheitsaktionär langfristige Zusagen für die Abnahme von Stahl und Eisenerz machte. Diese könnten Thyssen-Krupp mit Milliarden belasten, heißt es in Konzernkreisen. Im Jahr 2009 hatte Thyssen-Krupp für rund eine Milliarde 17 Prozent der brasilianischen Hütte an Vale verkauft und dabei diese Liefervereinbarungen akzeptiert.

Die Firmenstrategen haben daher neue Lösungen ausgearbeitet: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Thyssen-Krupp einen Partner reinholen und selbst an CSA beteiligt bleiben“, heißt es in informierten Kreisen. Denkbar sei sogar, dass der Konzern überhaupt nicht verkaufe. „Entscheidend ist, was letztendlich dem Konzernwohl dient“, heißt es in Konzernkreisen. Als mögliche Partner gelten der brasilianische Stahlproduzent CSN und Arcelor-Mittal. Mit beiden werde verhandelt. Die Unternehmen lehnten einen Kommentar dazu ab.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte die Hütte in Brasilien und das Schwesterwerk in den USA vor anderthalb Jahren zum Verkauf gestellt. Der Bau und Betrieb der beiden Industriekomplexe hat bislang zwölf Milliarden Euro verschlungen.

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