Energie

Pipeline in Nigeria
Shell macht Öldiebe für Explosion verantwortlich

An der Trans-Niger-Pipeline des Ölkonzerns Shell hat eine Explosion einen Flächenbrand entfacht. Der Nigeria-Direktor von Shell sieht Öldiebe als die Verursacher an – doch Umweltschützer haben einen anderen Verdacht.
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LagosDer Ölkonzern Shell hat in Nigeria seine Trans-Niger-Pipeline nach einer Explosion geschlossen, die nach seinen Angaben von Öldieben ausgelöst wurde. Die Explosion habe in Bodo West in Ogoniland zu einem Flächenbrand geführt, teilte Shell Nigeria am Donnerstag mit.

In der Region im Süden Nigerias hat es bereits zahlreiche derartige Zwischenfälle und Ölverschmutzungen gegeben. Durch die Trans-Niger-Pipeline werden täglich 150.000 Barrel Rohöl transportiert. Der jüngste Zwischenfall sei „eine weitere traurige Erinnerung an die tragischen Folgen von Rohöldiebstahl“, sagte Shell-Nigeria-Direktor Mutiu Sunmonu.

Umweltschützer bezichtigen Shell, Unfälle bei der Rohölförderung mit dem Verweis auf Öldiebstählen zu vertuschen. Der Konzern muss Gemeinden für Ölverschmutzungen durch Unfälle entschädigen, nicht aber durch die von Öldieben verursachten Schäden.

„Sabotage ist ein Problem in Nigeria, aber Shell übertreibt das Problem, um der Kritik für sein Versagen zu entgehen, Ölverschmutzungen zu vermeiden“, sagte eine Sprecherin von Amnesty International.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pipeline in Nigeria: Shell macht Öldiebe für Explosion verantwortlich"

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  • Sie solten mal in das Gebiet am Nigerdelta Urlaub machen, lassen sie sich mal in einem Boot durch die Wasserläufe chaufieren. Wenn sie denn Tag überleben,sind Sie aber mit Sicherheit schlauer, wenn nicht gibt es ein arroganten Europäer weniger!
    Veramtwortungslos ist es von shell dort auch nur ansatzweise zu denken, das Öl ungestört zu fördern! Diebe machen sich über die Leitungen her und destillieren selber ÖL, die Umwelt und Gesundheitsschäden sind immens!
    Sie können Shell nicht schädigen nur weil Sie zu aral fahren, Öl ist auch Kunststoff usw...

  • Shell ist offensichtlich damit überfordert, die Sicherheit und Funktionstüchtigkeit der eigenen Anlagen sicherzustellen.

    Es ist leider viel zu wenig bekannt, wie weite vorher intakt gewesene Ökosysteme durch Shell und Co, unbewohnbar zerstört werden. In Folge dessen erkranken die Menschen an Krebs, leiden Hunger und haben eine noch geringere Lebenswerwartung. Korruption, die oftmals nicht unmittelbar nachweisbar ist, begünstigt das Verhalten westlicher Industriekonzerne.

    Bei uns streitet man sich über Fracking, der Zwischen- und Endlagerung von Atommüll und dort wo wir primär nicht davon betroffen sind, richten wir die Natur und Lebensbedingungen unserer eigenen Spezies "Mensch" zu Grunde. Zur Sicherung unseres Wohlstands sind wir skrupellos, menschenunwürdig, ausbeuterisch und gehen "indirekt mit über Leichen". Ein Boykott von Shell-Tanken wäre ein Ansatz, die unter uns in Saus und Braus lebenden Shell-Manager wach zurütteln.

    Darüber hinaus sollten Shell und Co bei jedem Umweltverstoß egal welcher Art und Ursache mit mindestens 500 Mio. US-Dollar Strafe belegt werden.

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