Energie

Pleite für Österreichs OMV-Konzern
Hochfliegende Nabucco-Pläne haben sich zerschlagen

Das milliardenschwere Gaspipeline-Projekt Nabucco ist gescheitert, teilt der österreichische Energiekonzern OMV mit. Das konkurrierende Projekt TAP wird wohl den Zuschlag für den Gastransport aus Aserbaidschan bekommen.
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WienDas milliardenschwere Gaspipeline-Projekt Nabucco ist gescheitert. Das Gasförderkonsortium Shah Deniz wolle das Gas aus dem riesigen Vorkommen in Aserbaidschan nicht über die geplante Röhre Nabucco-West, sondern über das Konkurrenzprojekt TAP über Griechenland und Italien nach Europa pumpen, teilte der österreichische Energiekonzern OMV am Mittwoch mit. "Zunächst einmal ist das Projekt Nabucco für uns beendet", sagte OMV-Chef Gerhard Roiss auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Die Konkurrenzpipeline TAP soll nun ab 2019 zehn Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa pumpen - das ist etwa so viel wie der jährliche Gasbedarf Polens - und den Kontinent damit unabhängiger von russischen Gaslieferungen machen.

Die Niederlage für Nabucco kam für viele überraschend. Lange Zeit wurde das anfangs von der EU unterstützte Prestige-Projekt als Gewinner gehandelt. In den vergangenen Monaten hatte die EU jedoch erklärt, keine besondere Präferenz für eine der beiden Röhren zu haben. Nun begrüßte sie die Entscheidung zugunsten von TAP. "Das bedeutet mehr Liquidität und Versorgungssicherheit", erklärte die EU-Kommission.

Das Aus für Nabucco ist ein Schlag für die OMV, die die Pläne über Jahre vorantrieb und nun in die Röhre schaut. Grund für die Entscheidung seien höhere Gaspreise im rezessionsgeplagten Griechenland und Süditalien gewesen, sagte Roiss. Bei der Entscheidung dürften aber auch politische Motive eine Rolle gespielt haben. Das Gas-Förderkonsortium schwieg sich am Mittwoch zu den Beweggründen aus - offiziell soll der Gewinner des jahrelangen Wettlaufs am Freitag bekanntgeben werden. TAP wollte sich nicht äußern.

Die OMV habe bislang rund 50 Millionen Euro in das Projekt investiert, sagte Roiss. Das Geld sei aber nicht verloren, denn die Planungen könnten für andere Pipeline-Projekte herangezogen werden. Daher sei auch keine Abschreibung nötig. Der Bau von Nabucco West hätte laut Roiss zwischen 3,5 und vier Milliarden Euro gekostet.

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OMV muss sich um neuen Transportweg kümmern

Kommentare zu " Pleite für Österreichs OMV-Konzern: Hochfliegende Nabucco-Pläne haben sich zerschlagen"

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  • Wäre vernünftig, dass Sie den Titel ändern, weil "Pleite für Österreichs OMV-Konzern" nicht immer die richtigsten Entscheidungen getroffen werden können, wenn jemand die Entscheidungen in Bezug auf Aktienkauf oder Verkauf mittels Computer gesteuerten Anwendungen trifft.Sie selber was eine Google Suche bringt :-(

  • Die Griechen haben Nabuco den Todesstoß gegeben.Die passen sich den Geflogeheiten der Wirtschaft an.Die Pipeline TAP führ durch Griechenland,und bringt ein wenig Einkommen um die Schulden zu tilgen.

  • Oooh, muss der Joschi (Fischer) jetzt seinen Beratervertrag abgeben? Was soll er denn dann machen?
    Nochmal heiraten? Oder lieber wieder grüner Minister werden?
    So ein Ärger aber auch!

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