Energie

PNE-Eklat Staatsanwaltschaft prüft Straftat bei Hauptversammlung

Verwirrspiel bei der Hauptversammlung: Beim Windpark-Konzern PNE gerät das Aktionärstreffen zum Kriminalfall. Im Raum steht der Vorwurf der Urkundenunterdrückung. Nun prüft die Staatsanwaltschaft eine mögliche Straftat.
Update: 30.06.2015 - 12:42 Uhr Kommentieren
Im vergangenen Jahr musste PNE einen Verlust von rund 13 Millionen Euro hinnehmen. Quelle: dpa
Hohe Verluste

Im vergangenen Jahr musste PNE einen Verlust von rund 13 Millionen Euro hinnehmen.

(Foto: dpa)

CuxhavenNach dem Eklat auf der Hauptversammlung des Windpark-Projektierers PNE spricht die Staatsanwaltschaft von einer verworrenen Lage. „Wir müssen erstmal sehen, ob überhaupt eine Straftat vorliegt“, sagte Oberstaatsanwalt Burkhard Vonnahme am Donnerstag in Stade. Die Polizei hatte nach dem Anteilseignertreffen in Cuxhaven in der Nacht zu Mittwoch Daten und Abstimmungsergebnisse sichergestellt. Bei der Versammlung war es zu tumultartigen Szenen gekommen. Der Vorstand brach die Sitzung kurz nach Mitternacht ab, ohne eine Abstimmungsergebnis zu verkünden.

Anwesende riefen laut Staatsanwaltschaft die Polizei. Diese ermittelt jetzt wegen des Verdachts der Urkundenunterdrückung und wird dafür vor allem Zeugen zum Ablauf der Hauptversammlung befragen. Die Ermittler müssten sehr vorsichtig vorgehen, sagte Oberstaatsanwalt Vonnahme. „Es gibt unterschiedliche Lager in der Firma. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht instrumentalisiert werden.“ Ein Ergebnis werde möglicherweise Ende kommender Woche vorliegen.

Das Unternehmen wies den Vorwurf zurück, die Hauptversammlung künstlich in die Länge gezogen zu haben, um ein unliebsames Abstimmungsergebnis nicht veröffentlichen zu müssen. Sprecher Scott McCollister betonte: „Es gibt keine Ermittlungen gegen PNE Wind oder gegen Mitarbeiter.“ Der Windpark-Projektierer liegt zu knapp 16 Prozent in der Hand von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Rest der Aktien befindet sich in Streubesitz. Die PNE-Aktie büßte am Donnerstag zeitweise gut zehn Prozent ein und notierte auf ihrem niedrigsten Wert seit rund zweieinhalb Jahren.

2014 hatte PNE mit rund 13 Millionen Euro Verlust beendet. Für das Jahr sollte daher keine Dividende ausgeschüttet werden. Zu einem Beschluss auf der Hauptversammlung kam es jedoch nicht. Die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die vorgeschlagene Abberufung von Kontrolleuren sorgte nach Angaben von McCollister für so heftige Diskussionen, dass das Treffen ohne Ergebnis beendet werden musste. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. „Wir bemühen uns, diesen schnellstmöglich zu organisieren“, sagte McCollister.

Hintergrund der Querelen ist ein interner Machtkampf. Ende 2014 hatte PNE mitgeteilt, dass die Gruppe ihren Aufsichtsrat Volker Friedrichsen abberufen wollte und ihm eine Mandatsniederlegung nahelegte. Der Vorwurf: Er könne sein Amt nicht mehr objektiv führen.

„Ein dauerhafter Interessenkonflikt“
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