Energie

PNE Wind AG
Manager verzichten auf 150.000 Euro

Den aufgebrachten Aktionären versprachen sie Verzicht. Dann schrieben sie neue Rechnungen. Jetzt wollen sich drei Manager des Windparkbauers PNE Wind tatsächlich Geld verkneifen.

HusumMartin Billhardt, Dieter Kuprian und Peter Fischer wollen nun doch auf einen großen Teil ihrer Vergütungen für die Kontrolle der PNE-Wind-Tochter WKN verzichten. Die drei Manager, die den Aufsichtsrat der Husumer Gesellschaft bildeten, verkneifen sich laut einer Pressemitteilung „die ihnen satzungsgemäß zustehende zeitanteilige Festvergütung für das Geschäftsjahr 2015“. Nach Berechnungen des Handelsblatts geht es um knapp 150.000 Euro. Eine WKN-Sprecherin nannte keine Zahlen. Mit dem Schritt reagiert das Trio offenbar auf Kritik von Aktionären und Aufsichtsräten der Cuxhavener PNE Wind AG.

Hauptversammlung drohte zu eskalieren

Rückblick: Die Kugelbake-Halle in Cuxhaven am 16. Juni. Bei der Hauptversammlung der PNE Wind AG drohte die Lage zu eskalieren. Die Aktionäre des Windparkbauers hatten gerade erfahren, wie viel Geld das Management tatsächlich kassiert: 1,4 Millionen Euro Jahresgehalt der CEO, 341 500 Euro der Aufsichtsratschef. Summen, die sonst nur in Milliardenkonzernen gezahlt werden, aber nicht bei einem Mittelständler mit einem Umsatz von nur 211 Millionen Euro.

Um die aufgebrachten Anteilseigner zu besänftigen, kündigten PNE-Vorstandschef Martin Billhardt, Aufsichtsratschef Dieter Kuprian und dessen Stellvertreter Peter Fischer Verzicht an. Für ihre Kontrolltätigkeit bei der Tochterfirma WKN wollen sie keine Vergütung mehr beziehen, versicherten die Herren. Kurz darauf schrieben zumindest zwei von ihnen schon wieder Rechnungen. Drei Monate später, das Trio hatte inzwischen seinen Rücktritt bis Ende Oktober angekündigt, wollten sie von Verzicht offenbar gar nichts mehr wissen.

Bei der Hauptversammlung der WKN am vergangenen Mittwoch sollte beschlossen werden, dass Billhardt, Kuprian und Fischer „die ihnen für das Geschäftsjahr 2015 zeitanteilig zustehende Vergütung für ihre Mitgliedschaft im Aufsichtsrat zu dem Zeitpunkt, zu dem sie aus dem Aufsichtsrat ausscheiden“ mitnehmen. Doch der Plan sorgte für Empörung im Aufsichtsrat der WKN-Mutter PNE Wind. Ein Kontrollratsmitglied wetterte: „Diese Gier, diese Impertinenz - die drei Herren kriegen offenbar den Hals nicht voll.“

Ein Gewitter mit Folgen

Das Gewitter könnte gewirkt haben. Denn nun hat es sich das Trio anders überlegt. Die Gesellschaft, heißt es in der Pressemitteilung, habe den Verzicht angenommen und danke den scheidenden Aufsichtsratsmitgliedern für die geleistete Arbeit. Wie die Aktionäre der PNE Wind AG den Schritt aufnehmen, dürfte sich am 23. Oktober zeigen. Dann lädt der Windparkbauer wieder zu einer Hauptversammlung.

Die Tochter WKN hat am Mittwoch ihren neuen Aufsichtsrat gewählt. Dieser besteht künftig aus den PNE-Wind-Managern Markus Lesser, Jörg Klowat und Thorsten Fastenau.

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