Energie

Preussen-Elektra
Toter Name für ein totgesagtes Geschäft

Eon-Chef Johannes Teyssen will die unliebsame Kernenergie-Sparte nun doch im Konzern behalten. Genauso überraschend wie die Entscheidung des Energiekonzerns ist aber der Name: Preussen-Elektra.

DüsseldorfGerade noch wollte Johannes Teyssen alle nicht regenerativen Kraftwerke des Eon-Konzerns in ein völlig neues Unternehmen auslagern. Uniper sollte es heißen und wird es auch – nur die Kernenergie, sie wird kein Teil davon sein. Die Atommeiler des Unternehmens bleiben auch nach der Aufspaltung bei Eon und bekommen ein ganz eigenes Label, einen längst begrabenen Namen für ein totgesagtes Geschäft: Preussen-Elektra.

15 Jahre ist es her, dass der Name vom Markt verschwunden ist. In den 1920er Jahren vom Land Preußen gegründet, wurden in der Preußischen Elektrizitäts-AG zunächst die staatlichen Energiebetriebe gebündelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen eine hundertprozentige Tochter der ebenfalls staatlichen Industriegesellschaft Veba. Aus einer Fusion mit der Nordwestdeutschen Kraftwerke AG wurde dann 1985 Preussen-Elektra.

Als zweitgrößter Energieversorger des Landes versorgte der Konzern den Norden und Westen der Bundesrepublik mit Energie. 1999 setzte das Unternehmen rund 16 Milliarden Mark um und machte knapp drei Milliarden Mark Gewinn. Ein Jahr später, im Juni 2000, lief die Zeit für Preussen-Elektra ab. Im Zuge einer großangelegten Fusion zwischen Veba und dem ähnlich strukturierten Großkonzern Viag entstand der Energieriese Eon. Preussen-Elektra wurde gemeinsam mit der Bayernwerk AG zu Eon Energie.

Dass der heutige Eon-Chef Teyssen gerade auf dieses Stück Konzerngeschichte zurückgreift, um die Umstrukturierung des Unternehmens zu begehen, hat Symbolkraft. Man könnte sie als nostalgisch bewerten, war Teyssen in den 90er Jahren doch selbst fast ein Jahrzehnt Teil von Preussen-Elektra. Zuletzt leitete er dort die Rechtsabteilung. Kurz nach der Fusion rückte der Manager in den Vorstand von Eon-Energie und später des Eon-Gesamtkonzerns auf.

Die Reaktivierung des Namens könnte auch als zynische Anspielung auf die staatlichen Wurzeln des Unternehmens gewertet werden. Die nämlich widersprechen der Forderung der Politik, die Inhaber der Kernkraftwerke mögen sich selbst um den Rückbau kümmern. Frei nach dem Motto: „Eltern haften für ihre Kinder.“ Die tatsächlichen Eltern aber der deutschen AKWs, scheint der Name zu suggerieren, das waren Staat und Länder.

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Toter Name für ein totgesagtes Geschäft

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„Name dient als Totengräber für das Atomgeschäft“

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