Energie

Probleme beim Bau
Vögel, Bomben und Haie bremsen Offshore-Windparks

Offshore-Windenergie galt früher als die saubere Energiequelle schlechthin – mit einer rosigen Zukunft. Doch die Gegenwart sieht anders aus: Viele Projekte stocken bereits im Bau, weil die Probleme zu groß sind.
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Vögel, Haie und nicht explodierte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg werden dafür verantwortlich gemacht, den Bau von Offshore-Windparks zu behindern. Das nährt Zweifel an den Kosten der Technologie.

Drei Versorger haben in der vergangenen Woche die Erweiterung des weltgrößten Offshore-Windparks östlich von London vor der britischen Themse-Mündung auf Eis gelegt – aus Sorge um das Winterquartier des Sterntauchers. In den drei Vormonaten hatte bereits jeder der sechs größten britischen Versorger sich von maritimen Energieprojekten zurückgezogen.

„Es sind entweder die Kosten im Zusammenhang mit technischen Herausforderungen oder Umweltprobleme“, die die Projekte ausbremsen, sagt Keith Anderson, Chef der Sparte ScottishPower Renewables von Iberdrola, im Interview mit Bloomberg News. „Es gibt ein wenig Wirklichkeitssinn, dass es unrealistisch ist, weitere Unterstützung seitens der Politik und Regierung zu erwarten, wenn wir diese Projekten nicht zu niedrigeren Preisen liefern können.“

Der britische Markt ist für die Branche von entscheidender Bedeutung, weil er die größte Quelle neuer Projekte ist und mehr als die Hälfte der weltweit installierten Kapazität ausmacht. Die Regierung von Premierminister David Cameron hat Anreize für Offshore-Wind-Projekte bis ins Jahr 2019 gesetzt – in der Hoffnung auf mehr Stellen bei erneuerbaren Energien.

Gedämpft werden diese Ambitionen nun dadurch, dass die Entwickler die Kosten solcher Projekte besser einschätzen können. Versorger haben seit dem 26. November 2013, als RWE das Offshore-Projekt „Atlantic Array“ verwarf, bis zu 5.760 Megawatt an geplanter Kapazität abgeblasen. Nicht nur die hohen Baukosten waren die Gründe.

Der deutsche Versorger Eon sagte letzte Woche gemeinsam mit Dong Energy und Masdar den Ausbau der Anlage „London Array“ um bis zu 240 Megawatt ab, weil Fortschritte selbst dann nicht garantiert werden könnten, wenn die Bedingung einer dreijährigen Vogelschutzstudie über die Auswirkungen auf den Sterntaucher erfüllt werde.

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Neue Projekte sind tendenziell weiter von der Küste entfernt

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  • Schief gewickelt sind Sie. All die grünen Spielchen zusammengenommen können keine Industriestaat wie die Bundesrepublik sicher und gleichmäßig mit Energie versorgen. Wir leisten uns den Wahn mit einer Kutsche mit hundert Pferden davor zu fahren, statt ein Auto mit 100 PS einzusetzen. Gewinner sind die Konzerne und die Vermarkter der ineffizienten, teuren und unwirtschaftlichen Scheinalternativen. Lesen Sie einfach mal im Internet "Ehrlich streiten über Kernenergie" und werfen Sie Ihre rückschrittliche Denkweise in den Ideologiemüll.

  • Tja, da bin ich wohl schief gewickelt?
    Daß wir
    1. Die Atomenergie erfunden haben,
    2. Es keine Alternative dagegen gibt,
    3. Wir von der Atomforschung abgekoppelt werden und
    4. Alle Staaten um Deutschland verstärkt
    diese Kraftwerke bauen, um uns die Energie dann
    teuer an uns verkaufen.

    sind Notwendigkeiten, daß wir zwingend an der
    Atomenergie festhalten müssen.

    Wer sagt uns, daß in absehbarer Zeit keine Möglichkeit der Neutralisierung von verbrannte Brennstäben gefunden wird.

    Das Ende der Atomforschung wird die Kernfusion sein.
    Und Deutschland soll hier als einziger Staat
    hintenan stehen?

    Und ja, noch was. In Fukuschima gab es keinen Atomunfall der tausende Menschen getötet hat, es gab dort einen Tsunami, der die Totenzahlen hervorrief.
    Deutschland ist kein Tsumanigebiet.

    Also, die Füße stillhalten und endlich das Gehetze gegen diese Art der Energiegewinnung lassen!!!!!

  • Es ist erbärmlich und jämmerlich, wie seitens der privaten Großkonzerne gegen erneuerbare Energien gewettert wird. Als wären Kohlekraftwerke und Atomenergie heutzutage echte Alternativen. Wer das glaubt ist schief gewickelt.Es sollte endlich mal transparent gemacht werden, wie viel Milliarden in die Entwicklung der Atomenergie gesteckt wurden. Die ist doch auch nicht vom Himmel gefallen.

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