Energie

Prognose für 2014
Stahlkocher erwarten mehr Nachfrage

Nach einem langen Marsch durch die Talsohle sieht die Stahlbranche ab 2014 wieder optimistischer in die Zukunft. Da weiterverarbeitende Gewerbe mehr Aufträge erwarten, dürfte auch der Hunger nach Stahl wachsen.
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DüsseldorfDie kriselnde deutsche Stahlindustrie hat ihrem Branchenverband zufolge die Talsohle durchschritten und kann 2014 auf eine höhere Nachfrage und eine steigende Produktion setzen. Schlüsselkunden wie die Maschinen- und Anlagenbauer wollten mehr produzieren, auch Auto- und Bauindustrie setzten auf Wachstum, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Dienstag in Düsseldorf. Zudem füllten die Kunden ihre Lager wieder auf. Doch die Prognose ist mit Unsicherheit behaftet - Sorgen machen der Branche um Konzerne wie Thyssen-Krupp und Salzgitter die bisherigen Ergebnisse der Koalitionsgespräche von Union und SPD. Und durch die EU-Kommission drohe "ein Angriff auf die deutsche Industrie".

"Wir sind vorsichtig optimistisch", bilanzierte Kerkhoff. Bei der Produktion sei im kommenden Jahr in Deutschland ein Plus von zwei Prozent auf 43 Millionen Tonnen Rohstahl wahrscheinlich. Die Stahlnachfrage werde voraussichtlich um vier Prozent auf 39,9 Millionen Tonnen Walzstahl anziehen. Für das laufende Jahr erwartet Kerkhoff dagegen weiter ein Minus: 2013 werde die Produktion wohl um ein Prozent auf 42,2 Millionen Tonnen sinken.

In Europa steckt die Schwerindustrie um Weltmarktführer Arcelor-Mittal seit über zwei Jahren in der Krise. Die eingebrochene Stahlnachfrage in den krisengeplagten Staaten Südeuropas, hohe Rohstoffkosten und Überkapazitäten machen den Unternehmen das Leben schwer. Thyssen-Krupp und Salzgitter reagieren mit einem Stellenabbau. 2012 hatte die Branche noch über 88.000 Menschen beschäftigt, 2013 sei die Zahl gesunken, sagte Kerkhoff. Doch im wichtigen Exportmarkt Europa - die deutschen Stahlkocher führen rund die Hälfte ihrer Produktion aus, den Großteil davon in andere europäische Länder - gebe es Zeichen der Hoffnung. In Spanien und Italien zeichne sich eine Bodenbildung ab.

SPD und Union stellt Kerkhoff für die bisherigen Ergebnisse ihrer Koalitionsgespräche ein schlechtes Zeugnis aus: "Die Sicht der Wirtschaft ist sehr kritisch auf das, was bisher festgeschrieben wurde." Die Energiewende müsse bewältigt werden, die Politik müsse die Strompreise in den Griff bekommen, die Förderung der erneuerbaren Energien müsse reformiert werden. "Wir brauchen eine wirksame Kostenbremse", betonte der Stahl-Präsident. Zugleich dürfe es für die Branche keine Einschnitte bei milliardenschweren Industrie-Rabatten beim Ökostrom geben - diese seien "unverzichtbar".

Doch Unheil könnte hier auch aus Brüssel drohen. Denn die EU-Kommission prüft, ob es sich bei den Rabatten um unerlaubte Beihilfen handelt. Fielen diese weg, müsse die Stahlindustrie 2014 knapp eine Milliarde Euro zahlen - dann wäre "eine wettbewerbsfähige Stahlproduktion in Deutschland nicht mehr möglich". Länder abseits der Bundesrepublik soll die EU-Kommission aber genau im Auge behalten. Sie solle eine "strenge Beihilfedisziplin für Stahl" in Europa durchsetzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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