Energie

Quartalssaison USA
Die Euphorie verfliegt

Auf den Überschwang folgt Ernüchterung: Nach einem Jahr mit Rekordgewinnen trübt sich für die US-Unternehmen der Ausblick ein. Das Wachstum hat den Zenit überschritten.
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New York / DüsseldorfAn den Molen von Häfen wie Rotterdam, Singapur oder Yokohama in Japan sowie in den Lagerhäusern von Detroit und Chicago in den USA stapeln sich die Aluminiumblöcke. Der Markt leidet unter einem Überangebot. Die Nachfrage ist abgeflaut, weil die globale Konjunktur stockt. Der Aluminiumpreis stagniert seit Monaten oder sinkt sogar.

Das trifft den weltgrößten Aluminiumproduzenten Alcoa unter der Leitung des ehemaligen Siemens-Managers Klaus Kleinfeld: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013 sank der Umsatz um 3 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Trotzdem konnte der US-Konzern den Gewinn auf unter dem Strich 149 Millionen Dollar (115 Mio Euro) steigern, rund 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das verdankt Alcoa seiner Produktsparte, die etwa Aluminiumräder und Ersatzteile für Flugzeuge herstellt.

Mit dem durchwachsenen Ergebnis läutete Alcoa die Bilanzsaison für die ersten drei Monate des Geschäftsjahres ein. In der nächsten Woche werden 75 Unternehmen aus dem breit gestreuten Aktienindex S&P 500 nachlegen. Experten rechnen im Schnitt zwar mit besseren Ergebnissen als beim Aluminiumhersteller, dessen Zahlen wegen der breiten Verwendung seiner Produkte als ein Gradmesser für die Konjunktur gelten. Doch die in den vergangenen Monaten vorherrschende Euphorie bei Unternehmen und Investoren dürfte sich verflüchtigen.

Die Prognosen der Experten gehen im Schnitt von einem Gewinnzuwachs der im S&P-500 notierten Firmen von 1,6 Prozent aus – im Januar war noch ein Plus von 4,3 vorhergesagt worden. Kein neuer Höhenflug also, aber immerhin noch ein passables Ertragsniveau angesichts des wirtschaftlichen Gegenwinds aus Europa.

Die Gewinne für das erste Quartal spiegeln sich bereits in den Aktienkursen wieder. Die US-Leitindizes Dow Jones und S&P 500 legten um mehr als zehn Prozent zu. Dass die Gewinnerwartungen des Marktes noch deutlich übertroffen werden, sei wenig wahrscheinlich, meint Markus Reinwand, Analyst der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

„Auch die Ausblicke der Unternehmen werden vermutlich eher von Vorsicht geprägt sein“, sagt Reinwand. „Immerhin scheinen die Margen der S&P 500-Unternehmen inzwischen ihren Zenit überschritten zu haben.“ Für weitere Gewinnzuwächse müssten daher die Umsätze spürbar anziehen.

Kommentare zu " Quartalssaison USA: Die Euphorie verfliegt"

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  • Yesss! Ich liebe es, wenn die simplen Dinge auch mal ausgesprochen werden!

    Vielleicht kommt ja doch bald das bedingungslose Grundeinkommen für alle, um den Grundumsatz der Wirtschaft zu garantieren?

    Die Negativpeaks sind ja bekanntlich am Schlimmsten, weil dadurch definitiv vorher funktionierende Strukturen und Know-How vernichtet wird...

  • Sie magen ja, bezogen auf die Vergangenheit, recht haben. Was wir aber zur Zeit erleben, ist anders.
    Galt früher: gehts der Firma gut, gehts den MA gut und zählten da oft langfristige Überlegungen, so steht heute das schnelle Geld im Vordergrund.
    Zunehmend erfolgt outsourcing und Leiharbeit auch in profitablen Unternehmen. So zahlt VW eben nu einem kleinen Teil der MA diese Prämien, MA in der Ostwerken oder Leiharbeiter gehen leer aus.
    Das Ergebniss erkennen sie auch an der Einkommens- und Vermögensverteilung. Mit Arbeit ist immer weniger Geld zu verdienen, und somit fehlt die Kaufkraft. Gerade der Außenhandelsüberschuß Deutschlands spricht Bände. Die Binnennachfrage ist gering.
    Und wenn von den vielen Milliarden des Herrn Abramowotsch einige an die Arbeiter gegangen wären, hätten die eine weit höhere Nachfrage gebracht.
    Warum wohl ist die PKW-Nachfrage in europa - auch in Germany- wohl eingebrochen? Autos kaufen keine Autos!

  • Fredi das is ja nun ein ausgesprochen kurz gedachter Kommentar. 1. Beschäftigen Unternehmen denen es gut geht mehr Mitarbeiter, oder entlassen zumindest keine 2. Siehe VW, manche Unternehmen zahlen nach einem guten Geschäftsjahr allen Mitarbeitern Prämien und 3. Siehe Abramowitsch, ein völlig verrückter typ zwar, aber so jemand verdient zwar Milliarden, die Bunkert er jedoch nicht unter der Matratze, sondern baut sich das größte Schiff der Welt was Jahre dauert, tausenden Menschen arbeit gibt und am ende nochmal 70 Leuten an Board ne Anstellung verschafft.

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