Energie

Raffinerien federn Verluste der Ölmultis ab
Niedriger Ölpreis? Halb so wild!

Die einst vor Kraft strotzenden Ölgiganten leiden unter dem niedrigen Ölpreis. Die Amerikaner sind als Nachfrage quasi ausgefallen, denn Fracking boomt in den USA.
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DüsseldorfDer starke Preisrückgang an den internationalen Rohölmärkten hat in den ersten Monaten dieses Jahres tiefe Spuren in den Ergebnissen der großen Ölgesellschaften hinterlassen. Doch trotz der deutlichen Einbußen hätten die Zahlen noch weitaus schlimmer aussehen können.

Wie bei dem britischen Ölmulti BP hat das Raffineriegeschäft der Konzerne den Verdienstrückgang zwar nicht verhindert, aber doch gebremst. Denn es greifen die Sparmaßnahmen, die das Unternehmen wegen des schwachen Ölpreises eingeleitet hat.

Durch die stark wachsende Produktion in den USA waren die Ölpreise Ende Juni unter Druck geraten und hatten sich mit zeitweise weniger als 50 Dollar je Barrel mehr als halbiert. Zuletzt kostete Öl wieder rund 64 Dollar; das ist der höchste Stand in diesem Jahr.

Die großen Ölmultis beobachten nun wie auch die Spekulanten und Händler die weitere Entwicklung in den USA. Wegen ihrer steigenden Schieferölproduktion mit Hilfe des besonders in Deutschland umstrittenen Fracking-Verfahrens sind die Amerikaner am Weltmarkt als Nachfrager quasi ausgefallen. Dies spiegelt sich in einem kräftigen Anstieg der US-Lagerbestände wider. Zuletzt lagen sie mit über 490 Millionen Barrel (je 159 Liter) so hoch wie nie zuvor.

Frank Schallenberger, Energieexperte der Landesbank Baden-Württemberg, weist allerdings darauf hin, dass an den Märkten schon darüber spekuliert wird, ob die US-Produktion ihren Höchststand bereits gesehen hat.

Unterstützt wurde der letztjährige Preisrutsch durch das Verhalten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Anders als in der Vergangenheit hat das Ölkartell auf eine Kürzung seiner Produktion bisher verzichtet, auch um die US-Produktion zu schwächen und so zu dem Überschuss am Weltmarkt beigetragen. Mit einiger Spannung wird daher auf die nächste Opec-Sitzung Anfang Juni in Wien gewartet.

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Besser als von Analysten erwartet

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