Energie

Rio Tinto
Rohstoff-Riese fährt Milliardenverlust ein

Hohe Abschreibungen, Ärger in Mosambik und der Mongolei sowie ein überraschender Chefwechsel: Der zweitgrößte Bergbaukonzern Rio Tinto ringt mit Problemen – und erleidet den ersten Jahresverlust der Firmengeschichte.
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LondonDer Bergwerkskonzern Rio Tinto ist wegen milliardenschwerer Abschreibungen in die roten Zahlen gerutscht – der erste Jahresverlust in der Unternehmensgeschichte. Im Gesamtjahr stand unter dem Strich ein Verlust von 2,99 Milliarden Dollar, teilte das britisch-australische Unternehmen mit. Vor einem Jahr stand hier noch ein Gewinn von 5,8 Milliarden Dollar. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) blieb mit 19,1 Milliarden Dollar hinter dem Vorjahreswert von 28,5 Milliarden Dollar zurück.

Bereits Mitte Januar hatte der Konzern Abschreibungen von 14 Milliarden Dollar auf das enttäuschende Kohlegeschäft in Mosambik und das Aluminiumgeschäft angekündigt. Die Verluste kosteten Vorstandschef Tom Albanese das Amt. Er trat zurück. Dafür rückte Sam Walsh an die Spitze des Rohstoffkonzerns.

„Wir können es besser“, kündigte der neue Firmenchef an. Er will den Sparkurs verschärfen, sich von unprofitablen Unternehmensbereichen trennen und bei Investitionen genauer hinschauen, ob sie sich wirklich lohnen. Walsh steuerte zuvor die Eisenerzsparte des Konzerns. Er galt dort schon als Sparfuchs.

Nun kündigte er an, die Kosten bis Ende 2014 um mehr als fünf Milliarden Dollar zu senken. Um die Anleger nach einer Serie negativer Schlagzeilen zu beruhigen, erhöhte der Konkurrent von BHP Billiton zudem seine Dividende um 15 Prozent auf 1,67 Dollar je Aktie. Anleger achteten vor allem auf die von Walsh ausgegebene neue Strategie. Diese kam zumindest in Melbourne gut an. Dort stieg die Rio-Aktie auf ein Ein-Jahres-Hoch, in London ging es hingegen leicht bergab.

Rio Tinto war 2007 groß in das Aluminiumgeschäft eingestiegen. Die Hoffnungen erfüllten sich aber nie. Das Unternehmen begründet die Wertberichtigungen mit der schlechten Entwicklung des Aluminiummarkts im vergangenen Jahr. Hohe Kosten für Energie und Rohstoffe sowie ungünstige Wechselkurse hätten die Preise in dem Markt belastet. Rio hatte den Wert seines Aluminiumgeschäfts bereits im Februar 2012 um rund neun Milliarden Dollar reduziert. Ex-Chef Albanese hatte 2007 die Sparte Alcan für 38 Milliarden Dollar gekauft.

Die Anglo-Australier standen damals unter Druck, sich zu vergrößern oder selbst geschluckt zu werden. Doch die Milliardenfusion erwies sich als Problem. Jahrelang häuften sich Verluste in der Aluminiumsparte an. Der größte Teil der Geschäfte in Australien und Neuseeland steht zum Verkauf, hat bisher aber keine ernsthaften Bieter angelockt.

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Rohstoff-Riese fährt Milliardenverlust ein

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Rekordwert bei Eisenerz-Produktion

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