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Rohstoffkonzern
BHP verschiebt Einstieg in Düngemittelgeschäft

Der Bergbauriese BHP Billiton verschiebt den Markteintritt ins Geschäft mit Kali-Düngemitteln um fünf Jahre auf 2020. Durch die Produktion von BHP würden die Preise für Düngemittel weiter fallen.
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Melbourne/Frankfurt.Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton schiebt den Einstieg ins Geschäft mit Kali-Düngemittel auf die lange Bank. Das Unternehmen will seine riesige Mine in Kanada nun frühestens 2020 eröffnen und damit fünf Jahre später als ursprünglich geplant. Zudem könne der Konzern, der auf einem hohen Schuldenberg sitzt, Anteile an dem Projekt an einen oder mehrere Partner verkaufen, kündigte BHP-Chef Andrew Mackenzie am Dienstag an. In der Branche und beim deutschen Vertreter K+S war die Entscheidung mit Spannung erwartet worden, da ein Markteintritt von BHP zu weiter fallenden Düngemittelpreisen führen könnte.

Die Düngemittelbranche ist derzeit ohnehin in Aufruhr, da Ende Juli eines der weltweit zwei dominierenden Handelskonsortien platzte. Statt wie bisher für hohe Preise zu sorgen, will der russische Hersteller Uralkali seinen Absatz künftig auf eigene Faust steigern und dabei fallende Kali-Preise in Kauf nehmen. Mit der Ankündigung wollte Uralkali Experten zufolge auch andere Anbieter davon abhalten, in das Düngemittel-Geschäft einzusteigen, da sich neue Minen-Projekte nur bei hohen Kali-Preisen rechnen.

BHP hat bereits 1,2 Milliarden Dollar in die Erschließung der Mine in Kanada gesteckt und will in den nächsten vier Jahren weitere 2,6 Milliarden Dollar in das sogenannte Jansen-Projekt investieren. Damit sollen die Infrastruktur ausgebaut und Schächte in den Boden gegraben werden. Auf dieser Basis sei es dann möglich, innerhalb von drei Jahren mit der Kali-Produktion zu starten, erklärte BHP-Chef Mackenzie. "Wir wollen uns die Flexibilität erhalten, genau dann in den Markt einzusteigen, wenn wir überzeugt sind, dass wir den besten Ertrag für unsere Anteilseigner erzielen können."

Der deutsche Düngemittelkonzern K+S will bereits im Sommer 2016 eine Kali-Mine in Kanada eröffnen, die nicht weit entfernt liegt vom BHP-Projekt. Falls die Deutschen an ihrem Zeitplan festhalten, müssten sie zumindest in den ersten Jahren keine Konkurrenz vom deutlich größeren Konkurrenten BHP fürchten. In Spitzenzeiten könnte BHP Billiton aus der Jansen-Mine acht Millionen Tonnen Kali pro Jahr fördern - das ist gut eine Million mehr, als K+S derzeit in allen seiner Minen produziert. K+S-Aktien verloren am Dienstag 0,5 Prozent und entwickelten sich damit besser als der Dax, der rund ein Prozent verlor.

Die Entscheidung von BHP sei aus Sicht von K+S positiv zu bewerten, sagte DZ-Bank-Analyst Heinz Müller. "Sie zeigt, dass BHP das Segment weiter als Alternative zum Abbau von Erz- und Steinkohle ansieht." Ob der britisch-australische Konzern 2020 mit der Kali-Förderung beginne oder das Projekt doch noch begrabe, ist laut Müller derzeit nicht absehbar. "In sieben Jahren kann in der Kali-Industrie viel passieren."

BHP hat bereits im vergangenen Jahr Großprojekte im Volumen von 40 Milliarden Dollar auf Eis gelegt, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Im neuen Geschäftsjahr (per Ende Juni) sollen die Ausgaben um 26 Prozent auf rund 16 Milliarden Dollar fallen. Im abgelaufenen zweiten Geschäftshalbjahr brach der Gewinn um 15 Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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