Energie

Rohstoffkonzern mit neuer Technik
BP darf Pipelines mit Drohnen überwachen

Als erster Konzern darf BP unbemannte Flugzeuge nutzen. Günstiger als eine benannte Maschine ist der Drohnen-Einsatz für den britischen Ölkonzern nicht. Lohnen soll sich die Investition trotzdem.
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New YorkÜber ein Jahr lang hat der britische Ölkonzern BP dafür gekämpft, Drohnen für die Überwachung eines riesigen Ölfelds im US-Bundesstaat Alaska einsetzen zu dürfen. Nun endlich kam die Erlaubnis der amerikanischen Flugbehörde FAA. BP ist das erste Unternehmen, das die unbemannten Flugzeuge kommerziell für Überlandflüge nutzen darf. Der Konzern unterschrieb einen Fünfjahresvertrag mit dem kalifornischen Drohnenhersteller Aerovironment. Künftig sollen Drohnen des Typs „Puma“ über das Ölfeld Prudhoe Bay fliegen und wichtige Daten über die Infrastruktur liefern.

Das weiße Flugzeug, das vom einen Flügel bis zum anderen fast drei Meter lang ist und über drei Stunden in der Luft sein kann, liefert dem Ölkonzern dreidimensionale Karten, die so genau wie nie zuvor Auskunft über das größte Ölfeld Nordamerikas liefern können.

BPs Technologiemanager Curt Smith nennt die neuen Möglichkeiten „revolutionär“. Die FAA arbeitet gerade an Regulierungen für die kommerzielle Nutzung von Drohnen, die im Laufe des Jahres bekanntgegeben werden sollen. Bislang werden Drohnen vor allem vom US-Militär eingesetzt. Doch da sich die technologischen Möglichkeiten rapide weiterentwickeln, wächst der Druck aus der Industrie. Immer wieder sind Drohnen ohne Genehmigung im Einsatz, etwa um Kinofilme zu drehen oder Landwirtschaftsfelder zu überwachen.

Die Drohnen von Aerovironment müssen von einem lizenzierten Piloten gesteuert werden und dürfen nicht höher als 130 Meter fliegen. Für BP ist der Einsatz damit teurer, als bemannte Flugzeuge zu nutzen. Doch die Informationen der Drohnen seien um ein Vielfaches wertvoller. Ein dreidimensionales Modell, das auf einem 45-minütigen Flug entstanden sei, habe mehr Informationen geliefert, als BP in den vergangenen 30 Jahren sammeln konnte, sagte BP-Manager Smith.

Bald könnten weitere Unternehmen Genehmigungen für Drohnen bekommen. Die FAA berät derzeit über Anträge von allein sieben Film-Produktionsfirmen.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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